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Erste Krise seit Jahren: Dynamo Dresden muss sich steigern

Die letzten beiden Jahre ging es stetig bergauf, nun muss Dynamo Dresden die erste echte Durststrecke durchleben. Die Schwarz-Gelben sind im Abstiegskampf angekommen.

Erfolgsstory unter Neuhaus

Mit dem Amtsantritt von Uwe Neuhaus im Sommer 2015 begann eine Erfolgsgeschichte: Dynamo Dresden eilte in der dritten Liga von Rekord zu Rekord, stieg am Ende äußerst souverän auf. Und im ersten Jahr in Liga zwei sorgten die Sachsen für eine Überraschung, landeten am Ende auf Rang fünf und begeisterten mit ansehnlichem Offensivfußball. Doch aktuell herrscht Tristesse, seit vier Ligaspielen steht man ohne Sieg da und auch der mutige Spielstil führt nur noch selten zum Erfolg. Es scheint, als hätten sich die Gegner längst eingestellt auf Dynamo. Dem Team fällt es schwer, Alternativen zu finden, wenn die gewohnte Spielweise nicht funktioniert. 23 Gegentore sind eine Menge, und auch in der Offensive haperte es zuletzt gewaltig.

Zu viele individuelle Fehler

Es war von vornherein klar, dass die offensiven Abgänge Stefaniak, Gogia und Kutschke nicht leicht zu ersetzen sein würden. Dennoch startete die SGD ordentlich in die Saison, holte aus zwei Spielen vier Punkte und kam im Pokal gegen Koblenz weiter. Es folgte ein katastrophales Heimspiel gegen Sandhausen (0:4). In dieser und der darauffolgenden Partie in Bochum (2:3) wurde erstmals ein Problem offensichtlich, das sich seitdem wie ein roter Faden durch die Saison zieht: Im Bestreben, selbst in der Defensive alles spielerisch zu lösen, häuften sich die individuellen Fehler dramatisch. Bereits zu Drittligazeiten und auch letztes Jahr legte Trainer Neuhaus großen Wert auf einen gepflegten Spielaufbau. Meist klappte diese riskante Spielweise sehr gut, Fans und Trainer anderer Vereine staunten und zollten dem Auftreten der Dresdner höchsten Respekt.

Späte Gegentore en masse

Obwohl Fehler im Spielaufbau wichtige Punkte kosteten, hielt man zunächst daran fest. Teilweise gab es auch wieder Erfolgserlebnisse wie in Regensburg und Heidenheim (jeweils 2:0), aber auch ärgerliche Punktverluste wie gegen Fürth (1:1) und Bielefeld (0:2). Das Spiel in Darmstadt (3:3) feierten alle als Spektakel, die Dresdner büßten aber durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit den sicher geglaubten Sieg ein. Späte Gegentore sind ein weiterer Grund für den 15. Tabellenplatz, auf dem sich die SGD derzeit befindet. In den letzten 15 Minuten musste die Mannschaft bereits elf Gegentreffer hinnehmen. Immer wieder wurden die Punkte kurz vor Schluss verspielt. In der Drittligasaison 2014/15 gab es dieses Phänomen schon einmal, Dynamo verpasste auch dadurch die Chance auf den direkten Wiederaufstieg.

Chancenlos gegen Kiel

Aber auch wenn es seit dem 1. Oktober keinen Sieg mehr zu feiern gab, war die Sportgemeinschaft oft spielbestimmend. Im DFB-Pokal gegen Freiburg hielt man gut mit, in Nürnberg war man haushoch überlegen, beide Spiele gingen aber verloren – durch individuelle Fehler. Vor allem das letzte Spiel in Kiel (0:3) gab den Spielern sowie dem Trainerteam jedoch zu denken. Spielerisch bekam Dresden nichts auf die Reihe, Kiel konnte schalten und walten und hätte locker sechs oder sieben Tore schießen können. Die Dynamos waren schockiert und ratlos, einige Fans sogar richtig wütend. Viele von ihnen fordern eine andere Taktik, und Neuhaus übte zuletzt häufiger die Variante mit zwei Stürmern, da Peniel Mlapa oftmals in der Luft hing und insgesamt zu wenig offensive Gefahr kreiert werden konnte.

Unglaubliches Verletzungspech

Fairerweise muss man dazu sagen, dass Dynamo seit Saisonbeginn immer wieder verletzte Stammspieler zu beklagen hat. Pascal Testroet und Sören Gonther fehlen die restliche Saison, es kommen ständig neue Spieler ins Lazarett. Niklas Hauptmann verpasste den Saisonstart, Sascha Horvath fiel wochenlang aus, Fabian Müller ebenso. Besonders auffällig ist die Masse an Muskelverletzungen in letzter Zeit. Philip Heise verpasste deshalb vier Spiele, aktuell fehlen aus dem gleichen Grund Kapitän Marco Hartmann, Aias Aosman und Manuel Konrad. Ohne Eckpfeiler wie sie wird es nicht leichter, der Abstiegszone zu entkommen. Das nächste Spiel gegen Schlusslicht Kaiserslautern am Montagabend hat eine enorme Bedeutung für beide Vereine. Mit einem Sieg könnte man bei Dynamo durchatmen und Selbstvertrauen tanken, mit einer Niederlage würde es richtig ungemütlich werden.