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Erzgebirge Aue: Ein Punkt für die Moral

Endlich ist er da, der erste Zähler im Fußballjahr 2018, mit viel Schweiß, Leidenschaft und Blut erkämpften sich die Veilchen ein 0:0 gegen den FC Ingolstadt. Im Kampf um den Klassenerhalt verlieren die Sachsen zwar weiter an Boden, das Unentschieden und das erste Spiel seit fast zwei Monaten ohne Gegentor dürfte das Selbstbewusstsein der Mannschaft stärken.

Viel Kampf und Krampf

Hannes Drews geht durch seine erste ernsthafte Krise als Profitrainer. Viele spekulierten über seinen Rücktritt nach der 1:4-Klatsche in Nürnberg. Doch der ruhige Norddeutsche blieb, wusste jedoch auch, dass sein Stuhl gefährlich wackelte. Ausgerechnet die Ingolstädter kamen ins Erzgebirge, wo sie noch nie in der 2. Liga verloren hatten. Aue begann gut, stellte sich defensiv auf und wartete auf Konter und Standards. In der 8. Minute hatte Kalig die Führung auf dem Kopf, doch Nyland im Gästetor parierte exzellent und klärte auf der Linie zur Ecke. Es sollte die einzige gefährliche Torchance der Auer im Spiel gewesen sein. Die Schanzer brauchten lange, bis sie sich in der gegnerischen Hälfte festbeißen konnten, immer wieder wurde Lezcano im Sturm mit langen Bällen gesucht. Der Paraguayer schaffte es mehrmals seiner Manndeckung zu entfliehen, eine gute Abschlusschance blieb ihm aber verwehrt. In der 2. Halbzeit verloren die Erzgebirger zunehmende die Kontrolle über das Spiel und hatten große Mühe den Gegner vom eigenen Kasten fern zu halten. Viele Fouls und Nickligkeiten prägten das Spiel, Dennis Kempe zog sich schon im ersten Durchlauf eine Platzwunde zu, spielte aber mit Turban durch und biss auf die Zähne. Ingolstadt drückte und lief an, fand jedoch keinen Schlüssel für den Auer Abwehrriegel. Dreimal forderten die Schanzer Aue Keeper Martin Männel, der gegen Lezcano und Matip den Rückstand verhinderte. Offensiv strahlten die Auer überhaupt keine Gefahr aus, praktisch alle Konterchancen landeten in den Beinen der Ingolstädter Defensive. Am Ende reicht es für einen Zähler, die Partie bleibt ohne Tore. Präsident Helge Leonhardt forderte und die Mannschaft lieferte, zumindest stimmten Einstellung und Resultat. Das Unentschieden sichert vorerst auch die Zukunft von Cheftrainer Hannes Drews, der nach dem Spiel zufrieden mit dem Ergebnis war: „Wir wussten was das für ein dicker Brocken wird, von daher können wir mit dem 0:0 gut leben, weil wir die Tugenden an den Tag gelegt haben, die wir sehen wollen und müssen im Abstiegskampf“.

Dicker Knoten im Sturm

Nach den hohen Niederlagen in den vergangenen Wochen war ein Spiel zu Null Balsam für die Abwehr. Sie ist das Rückgrat der Auer Mannschaft, hielt sie die Null, gewannen die Veilchen immer in dieser Saison. Doch die Defensive ist nicht das Hauptproblem im Schacht, wie jedes Jahr klemmt es im Sturm. Gerade einmal 20 Tore erzielten die Lila-Weißen, die Torjäger aus der letzten Saison Köpke und Nazarov kommen zusammen auf nur sechs Buden. Für einen Treffer sind die Veilchen immer gut, jedoch will kein zweiter über die Linie, seit September klemmt die Tormaschinerie. Fällt ein Gegentor, können die Veilchen ein Spiel nicht mehr drehen, eine Schwäche, die Hannes Drews und sein Team schleunigst abstellen müssen.

Abstiegskampf pur

Mit den Siegen von Fürth und Kaiserslautern wird es im Tabellenkeller wieder heiß. Der Punkt der Veilchen hilft ihnen kaum, um Boden gut zu machen. Braunschweig auf Rang 12 und Darmstadt auf Rang 17 trennen nur vier magere Zähler. Dazu kommen noch die schon abgeschlagenen roten Teufel, die mit zwei Siegen unter Michael Frontzeck plötzlich doch wieder vom Klassenerhalt träumen. Für das Selbstbewusstsein und die Moral war der Punkt im Lößnitztal allerdings viel wert. Mit dem Auswärtsspiel in Kiel und dem Heimspiel gegen den FCK haben die Auer nunmehr zwei schlagbare Gegner vor der Brust. Die Erzgebirger holten aus den letzten elf Ligaspielen nur einen mageren Sieg, will man nicht unter den Strich fallen, muss dieser Negativtrend enden.