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Erzgebirge Aue: Ein Sieg der Moral

Nach zwei Niederlagen haben die Veilchen ihren kleinen Negativlauf gestoppt. Und wie, über 70 Minuten in Unterzahl hielten die Hausherren gegen den SSV Jahn Regensburg hinten die Null. Mehr noch, Mario Kvesic wurde zum Mann des Spiels, sein Nadelstich bescherte Aue den fünften Saisonsieg und Tabellenplatz acht.

Nazarovs Bärendienst

Gleich drei Stammspieler musste Hannes Drews ersetzen, Clemens Fandrich, Fabian Kalig und Sören Bertram fielen gegen den Aufsteiger von der Donau aus. Mario Kvesic, Philipp Riese und Malcolm Cacutalua rückten nach und auch Dennis Kempe durfte auf der linken Außenverteidigerposition von Beginn an ran. Der Jahn von Trainer Achim Beierlorzer war zu Gast und begann früh das Auer Aufbauspiel zu attackieren. Mees köpfte schon nach zwei Minuten knapp über die Latte, Adamyan überraschte Männel, sein Block ging jedoch ins Toraus. Es war nicht das erste Mal, dass die Veilchen in dieser Saison anfällig in den Anfangsminuten waren. Fahrig suchte die Auer Abwehr nach Ruhe und übernahm langsam die Kontrolle. Wäre da nicht Dimitrij Nazarov und sein Einwurf gewesen, in der 21. Minute brannten den Nationalspieler Aserbaidschans die Sicherungen durch. Absichtlich warf Nazarov Jahn-Verteidiger Stolze den Ball aus nächster Nähe ins Gesicht. Schiedsrichter Sven Waschitzki blieb keine Wahl, er musste den Auer mit Rot vom Platz schicken. Kurios, Nazarov wurde schon einmal für das gleiche Vergehen vom Platz geschickt, damals noch im Trikot des KSC. Die Lila-Weißen somit schon früh in Unterzahl. Dem Spiel half die rote Karte nicht, beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld, viele Fehlpässe, viele harte Zweikämpfe und kaum Torchancen. Fußball wurde kaum noch gespielt, bis zur Pause blieb es beim 0:0, die wenigen Chancen der Regensburger vereitelte Martin Männel.

Kempe wachsam, Kvesic abgezockt

Lange Zeit fanden die Hausherren offensiv nicht statt, Mario Kvesic und Pascal Köpke hingen in der Luft und mussten den unpräzisen langen Bällen ihrer Mitspieler hinterherlaufen. Regensburg suchte nach Lücken, doch Aue nutzte den einen Patzer der SSV Abwehr. In der 59. Minute verschätzte sich Stolze bei einem Zuspiel, Dennis Kempe schnappte sich den Ball auf der linken Seite und bediente Kvesic. Der Bosnier ließ Lais stehen und traf trocken aus gut 18 Metern ins linke untere Eck, 1:0. Es war die erste Auer Torchance, der erste Treffer für Kvesic in dieser Saison und ein ganz entscheidender für die Veilchen. Aue machte den Abwehrriegel nun endgültig zu, mit effektiv acht Verteidigern schlossen die Hausherren all ihre Räume. Der SSV fand gegen dieses Bollwerk kaum ein probates Mittel, viele hohe Bälle flogen in den Strafraum, doch gefährlich für das Auer Tor wurde keiner. Die Erzgebirger bissen sich in jeden Zweikampf und hielten stark dagegen. Vor allem Neuzugang Malcolm Cacutalua beeindruckte, in seinem ersten Spiel von Beginn an gewann er 88% seiner Zweikämpfe, spielte nur zwei Fehlpässe und räumte die komplette rechte Abwehrseite auf. Über 70 Minuten hielten die Veilchen in Unterzahl die Null, Regensburg fand keinen Schlüssel für das Auer Schloss und in den Schlussminuten hätte der eingewechselte Albert Bunjaku sogar beinahe noch einen Treffer draufgelegt. Der Kosovare scheiterte jedoch an Jahn Keeper Pentke.

Zweiter Anzug sitzt

Aue Trainer Hannes Drews setzt auf seine Stammelf und rotierte in den ersten spielen wenig bis gar nicht. Mario Kvesic, Malcolm Cacutalua, Dennis Kempe und Philipp Riese saßen draußen, gegen Regensburg nutzten sie ihre Chance, auch die zweite Reihe der Veilchen weiß zu überzeugen. Doch vor allem zeigte die gesamte Auer Mannschaft nach der roten Karte die nötige Moral, über 70 Minuten in Unterzahl, da fallen viele Teams auseinander. Gegen einen ideenlosen Aufsteiger siegte man mit Willen und der nötigen Kaltschnäuzigkeit. Auch auf den Rängen ging es heiß her, die Auer Ultras haben ihren Stimmungsboykott vorerst ausgesetzt, die Gespräche unter der Woche mit der Auer Vereinsführung liefen daher wohl positiv. Dank der drei Zähler springen die Veilchen auf Rang acht und haben damit schon an Spieltag elf und liegen mit 16 Punkten voll im Soll. Schon am Freitag geht es für die Veilchen weiter, Aue gastiert in Hamburg am Millerntor.