• Facebook
  • Twitter

Erzgebirge Aue: Ohne Feuer und ohne Punkte

Jubiläum im Ronhof, die Partie zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem FC Erzgebirge Aue war das 1000. Zweitliga-Spiel für die Franken. Die Veilchen erwiesen sich als gute Gäste und ließen die Punkte bei den Kleeblättern. In der Tabelle rutschen die Erzgebirger wieder auf einen zweitstelligen Platz und müssen zudem um ihren Torjäger bangen.

Narey bestraft ideenlose Auer

Die 2. Bundesliga ist in diesem Jahr spannender und unberechenbarer denn je. Während die kleinen Teams wie Kiel und Sandhausen um die Aufstiegsplätze spielen, tummeln sich im Tabellenkeller die ambitionierten Mannschaften aus Heidenheim, Ingolstadt und Braunschweig. Verkehrte Welt auch in Fürth, das Kleeblatt ging als Tabellenletzter in die Partie gegen die Veilchen, Aue mit 13 Punkten im gesicherten Mittelfeld war sogar leichter Favorit. FCE-Trainer Hannes Drews blieb seiner Linie treu und ließ seine Stammelf unverändert. Gewohnt kompakt und defensiv starteten die Lila-Weißen und warteten auf die Lücken in der Fürther Hintermannschaft. Schon bei den Auswärtsspielen in Ingolstadt und Kaiserslautern ging dieser Matchplan auf, in Fürth nicht. Keinen Gegendruck und vor allem kein funktionierendes Umschaltspiel, die Veilchen taten sich im Ronhof schwer, die Kleeblätter hatten alles im Griff. Zweikampfintensiven aber chancenarm lief die erste Halbzeit ihrem Ende entgegen. Die Lila-Weißen brachten wenig bis gar nichts aufs Tor der Hausherren. Zur offensiven Durststrecke kam noch die Verletzung von Sören Bertram. Der Veilchen Stürmer musste mit einer gebrochenen Nase vom Feld für ihn kam Routinier Albert Bunjaku ins Spiel. Und so kam es wie es kommen musste, die Auer Passivität wurde bestraft, in der 40. Minute brachte Narey die Hausherren in Front. Ein Treffer den die Veilchen mehrmals hätten unterbinden können, Hilbert kann unbedrängt den Ball flanken, Dursun verlängert und in der Mitte verliert Kalig das entscheidende Zweikampfduell. Narey vollendet aus gut elf Metern ins lange Eck und der Tabellenletzte ging mit einer verdienten Führung in die Pause.

Bunjakus Premierentor reicht nicht

Große Comeback-Qualitäten bewiesen die Veilchen in dieser Saison noch nicht, keinen einzigen Punkt erkämpfte man sich nach einer gegnerischen Führung. Der Schalter zum aggressiven Offensivfußball blieb auch dieses Mal aus, Aue bekam im zweiten Durchgang keinen echten Druck zu Stande. Die Fürther hingegen schafften es nicht nur hinten den Laden dicht zu halten, sondern spielten auch auf den Entscheidungstreffer. Hilbert hatte die größte Chance, zielte aber links vorbei. Aue blieb harmlos umso überraschender kam der Ausgleich. Eine lange Flanke von Nazarov in den Strafraum kommt über Hertner zu Kvesic, wie schon im letzten Jahr, tanzt der Bosnier alle Fürther aus. Burchert im Fürther Tor pariert den Schuss von Kvesic noch, doch der abgefälschte Ball fällt Bunjaku vor die Füße, 1:1. Es war das allererste Tor für den Kosovaren im Auer Dress. Die Initialzündung für die bisher enttäuschenden Veilchen? Nein, stattdessen folgte, wie im letzten Jahr, der Last-Minute-Punch der Fürther vom Ronhof. Ein schlecht geklärter Ball wird zum Bumerang, Narey flankte die Kugel in den Strafraum, am langen Pfosten zeigt Fürths Raum den nötigen Einsatz bringt die Kugel in die Mitte, wo der eingewechselte Steiniger per Seitfallzieher trifft. Der späte aber verdiente Siegtreffer für die SpVgg Greuther Fürth. Die Veilchen fahren mit leeren Händen nach Hause, offensiv zu ungefährlich und defensiv zu anfällig, fünf gute Spielminuten reichen am Ende nicht für einen Zähler in Fürth.

Falscher Fokus

13 Punkte im Oktober, der erfolgreiche Trainerwechsel hat im Erzgebirge sportlich für Ruhe gesorgt. Doch leise ist es in Aue keineswegs, mit seinen Plänen über eine mögliche Ausgliederung der Auer Profiabteilung sorgte Präsident Helge Leonhardt für viel Wirbel im Lößnitztal. Statt sich um den Konflikt mit den aktiven Fans zu kümmern, wirft der Präsident einen Blick in eine noch unklare Auer Zukunft und heizt damit eine weitere Diskussion an, ohne aber eine momentan wichtigere zu beenden. Bevor überhaupt eine offene Diskussion über eine Ausgliederung auf die Agenda gehört, müssen dringendere Probleme und Fragen gelöst werden. Und nach der schwachen Leistung der Veilchen und der zweiten Niederlage in Folge richtet sich der Blick in der Tabelle wieder nach unten. Gegen den Jahn aus Regensburg steht Hannes Drews und sein System zum ersten Mal unter wirklichen Druck. Mehr Flexibilität und vor allem mehr Einsatz sind gefordert, will man gegen den Aufsteiger Punkte holen.