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Erzgebirge Aue: Veilchen verpassen Auswärtssieg in Bochum

Der FC Erzgebirge Aue vergibt die Chance auf einen weiteren Befreiungsschlag. Nach einer starken ersten Hälfte verloren die Veilchen im Vonovia Ruhrstadion ihren Spielfaden und so konnte der VfL Bochum im Laufe der zweiten Hälfte noch ausgleichen. Aue verpasst den zweiten Sieg in Folge und bleibt trotz des Zählers im Ruhrpott weiterhin in der roten Zone.

Karlsruhe reloaded

Es schien derselbe Spielfilm im Laufwerk zu liegen wie in der vergangenen Woche beim Heimsieg der Auer gegen den KSC. Veilchen Trainer Domenico Tedesco setzte wieder auf ein 3-4-3 System mit dem Hang zur Fünferkette. Wie die Feuerwehr legten die Veilchen los, schon nach wenigen Sekunden hätte Dimitrij Nazarov die Gäste in Führung bringen können, sein Schlenzer touchierte noch leicht den Pfosten. Nur wenige Minuten später flog Riemann aus seinen Kasten und Mario Kvesic hätte nur noch vollenden müssen, doch Bochums Hoogland kratzte die Kugel gerade noch von der Linie. Aue war am Drücker und erhielt, wie schon gegen Karlsruhe, einen Elfmeter. Foulspiel von Losilla an Nazarov und der Gefoulte trat wie in der Vorwoche an und verwandelte sicher zur verdienten Auer Führung. In der Folge wachten die Hausherren auf, doch Aues neuformierter Abwehrkette gelang es die Blau-Weißen in Schach zu halten, allerdings verpassten es die Veilchen das zweite Tor zu machen und verloren nach und nach die Kontrolle an die Bochumer, die jedoch nur bei Standards wirkliche Gefahr ausstrahlten.

Wurtz bestraft Auer Schwächephase

Nach der Pause verloren die Veilchen dann endgültig den Faden und der VfL drückte sofort auf den Ausgleich. Der Doppelwechsel und die taktische Umstellung von Bochums Trainer Verbeek fruchteten, Aue bekam die Kugel nicht mehr aus der eigenen Hälfte und wurde folgerichtig bestraft. Nach einem hektischen Abwurf von Martin Männel kam der Ball sofort Retour und wie schon im Hinspiel nutzte Wurtz die Fehler und Lücken der Auer Hintermannschaft und netzte ein. Wie schon gegen den KSC gaben die Veilchen das Fußballspielen auf und so kam Bochum zum verdienten Ausgleich, doch auch den Bochumern fehlte die nötige Cleverness und in der Folge versandete das Spiel im Mittelfeld. Viele Fouls, wenig Spielfluss, alles wartete auf den lucky Punch und ausgerechnet den vergaben die Veilchen in der 86. Minute. Einwechselspieler Fabio Kaufmann war nach einen schnellen Steilpass allein auf dem Weg zum Siegtreffer, doch dem Deutsch-Italiener versagten die Nerven und Riemann parierte. Dabei blieb es dann, unterm Strich eine verdiente Punkteteilung, die Aue weniger bringt als Bochum. Mit 23 Zählern verbleiben die Sachsen punktgleich mit Bielefeld auf Rang 17 in der Tabelle.

Das Problem mit den Standards

18 Treffer, keine Mannschaft in der 2. Bundesliga hat in dieser Saison mehr Tore nach Standards gefangen wie der FCE. Auch in Bochum hatten die Vorderleute von Kapitän Martin Männel große Mühe, die schnell einlaufenden Bochumer bei den Freistößen und Ecken am Torschuss zu hindern. Aue fehlt die Lufthoheit und die Dominanz vor dem eigenen Strafraum, doch statt den Gegner die Grundlage zu nehmen, verlieren die Veilchen viel zu viele Zweikämpfe und fabrizieren zu viele Fouls im Mittelfeld. Auch offensiv schaffen es die Sachsen nicht über Standards die nötige Gefahr zu erzeugen, die einzig moderate Waffe der Auer sind in diesem Jahr die Elfmeter von Dimitrij Nazarov.

Englische Woche bringt die Entscheidung

Nach der Länderspielpause stehen die Veilchen vor drei wichtigen Spielen, die darüber entscheiden werden, ob die Mannschaft die Klasse halten kann. Zuhause empfangen die Veilchen die Konkurrenz aus St. Pauli und München und sind hier zum Siegen fast schon verdammt, auch im Auswärtsspiel bei Union dürfen sich die Auer keine Blöße geben und brauchen auch hier, wie zuletzt gegen Braunschweig, Bielefeld und Bochum einen Auswärtspunkt. Vor Domenico Tedesco und seinem Team liegen arbeitsreiche Wochen, vor allem Offensiv brauch die Mannschaft mehr Kreativität und Ideen.