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Erzgebirge Aue: Viel Feuer im Schneegestöber

Veilchen oder Lilien, im kalten und zugeschneiten Erzgebirge blühten nur die Gastgeber auf. Mit 1:0 gewinnen die Veilchen das Duell der Krisenclubs und beenden eine turbulente Hinrunde auf einem Nichtabstiegsplatz. Die Mannschaft von Hannes Drews zeigte nach der bitteren Derbypleite in Dresden ihr anderes Gesicht, spielte heiß und engagiert und ging verdient am Ende als Sieger vom Platz.

Soukou gegen Heuer Fernandes

Wenn die ersten Schneeflocken fallen, beginnt im Erzgebirge die schönste Zeit des Jahres, geschmückte und beleuchtete Fenster, weiße Berge und Felder, man kommt um die weihnachtliche Stimmung gar nicht herum. Weniger festlich lief die Woche für die Auer ab, nach der 0:4 Derbyklatsche waren Mannschaft und Trainerteam gefordert, fünf sieglose Spiele hatten die Veilchen in der Tabelle auf Rang 15 schlittern lassen. Zu harmlos in der Offensive, zu schwach in den Zweikämpfen und viel zu wenig Bewegung, eine Antwort der Mannschaft musste her. Hannes Drews setzte gleich mit der Aufstellung ein klares Zeichen, sechs Spieler tauschte er aus. Bunjaku, Soukou, Strauß, Cacutalua, Kvesic und Kempe kamen neu in die Startelf, ein klares Zeichen. Und die Neuen legten gleich los, vor allem Cebio Soukou, der Offensivmann war in dieser Saison unter Hannes Drews kaum zum Einsatz gekommen. Schon nach zwei Minuten hätte Soukou treffen können, nach einen schnellen Zuspiel von Dimitrij Nazarov scheiterte er jedoch aus spitzen Winkel an Gästekeeper Heuer Fernandes. Dieser hielt seine Mannschaft auch nach der Ecke im Spiel und parierte erneut glänzend gegen Kempe. Die Veilchen zeigten von Beginn an, dass sie um eine Antwort bemüht waren. Im kompakten 5-2-3 System attackierten sie auf Höhe der Mittellinie die Lilien, die auf den nassen Boden ihre Schwierigkeiten hatten. Vor allem im Umschaltspiel waren die Erzgebirger viel mutiger und aggressiver, suchten immer den Weg nach vorne, meist über den Ballverteiler Nazarov. Darmstadt hielt sich im Laufe der ersten Halbzeit die Hausherren zwar immer mehr vom Hals, doch in der 35. Minute sorgte ausgerechnet einer der Routiniers für den entscheidenden Fehler. Hamit Altintop vertändelte an der Mittellinie beim Spielaufbau den Ball, Nazarov schnappte sich die Kugel und schickte Soukou. Dieser nutzte sein Tempo, ließ mit einer kurzen Bewegung Sulu aussteigen und lief frei auf Heuer Fernandes zu. Diesmal war der Keeper der Lilien chancenlos, Soukou netzte ins lange Eck ein und brachte die Veilchen mit seinem zweiten Saisontreffer in Front. Darmstadt fand darauf keine Antwort mehr in der ersten Hälfte, die Mannschaft von Torsten Frings tat sich im Angriff deutlich schwerer gegen die kompakte Fünferkette der Auer.

Wildes Erzgebirge

Im zweiten Durchgang kamen dann die dicken Schneeflocken und verwandelten den grünen Rasen schnell in ein weißes Feld. Die Linien waren verschwunden, im dichten Schneetreiben war auch der orangene Ball schwer zu sehen. Fußball wurde trotzdem gespielt, jedoch fast nur von den Sachsen. Die kamen deutlich besser mit den Bedingungen zurecht, wieder war es Soukou der für Gefahr sorgte, einzig der zweite Treffer blieb den Veilchen verwehrt. Köpke scheiterte an Heuer Fernandes, Bertram am Pfosten. Aue vergab mehrere Hochkaräter, gegen Bochum und Bielefeld reichte das nicht zum Sieg, gegen die Hessen schon. Nur zweimal kamen die Gäste in dieser Partie noch vor das Tor von Männel, doch der Kapitän hielt zweimal glänzend gegen Kamavuaka, so blieb es beim 1:0. Ein hoch verdienter Sieg für die Veilchen, Hannes Drews bewies ein gutes Händchen bei seiner Aufstellung. Vor allem Cebio Soukou und John-Patrick Strauß stachen heraus und dürften auch in der kommenden Woche wieder in der Startelf stehen.

Verrückte 2. Bundesliga

22 Zähler, der FC Erzgebirge Aue spielte die wohl beste Hinserie der letzten sieben Jahre und doch ist das Polster auf die rote Zone sehr dünn. Zwischen Platz 4 und 16 liegen nur acht Punkte, schon lange war die 2. Bundesliga nicht mehr so ausgeglichen. Bleibt das Rennen in der Liga weiterhin so eng und spannend, werden auch die berühmten 40 Punkte keine Garantie für den Klassenerhalt sein. Ausruhen dürfen sich die Erzgebirger vor der Winterpause also nicht, auch wenn man die Feiertage über den Strich verbringen wird. Mit Heidenheim kommt der nächste Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt ins winterliche Lößnitztal.