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Erzgebirge Aue: Wochen der Entscheidung

Am vergangenen Wochenende erreichten die Veilchen die Talsohle der 2. Bundesliga. Zum ersten Mal in dieser Saison übernehmen die Veilchen die rote Laterne, dennoch ist der Weg zum rettenden Ufer kurz, nur ein Punkt liegt zwischen Aue und dem KSC. liga2-online.de schaut auf die Auer Problemzonen und die kommenden Spiele.

Angst statt Überzeugung

Einen einzigen Sieg holten die Veilchen aus den letzten elf Spielen, viel zu wenig und der Hauptgrund für das mangelnde Selbstvertrauen im Kader von Pavel Dotchevs Mannschaft. Zum Rückrundenauftakt konnten die Auer zwar Heidenheim schlagen, doch der Höhenflug wurde in Sandhausen wieder gestoppt. Statt nach dem Rückstand ein eigenes Tor zu schießen, brachen die Veilchen auseinander, nur drei Punkte holten sich die Veilchen nach einem Rückstand in dieser Spielzeit. Es fehlt der Mannschaft derzeit noch der Glaube an sich selbst und die Überzeugung eine Partie zu drehen. Zwar erspielten sich die Sachsen vier Zähler aus den ersten drei Spielen der Rückrunde, jedoch sammelte die Konkurrenz aus Bielefeld, München und Hamburg ebenfalls kräftig Punkte. Im Heimspiel gegen Fürth ging man in der Schlussphase kein Risiko mehr ein, zu groß war die Angst wieder einen späten Gegentreffer zu kassieren. Doch ohne Risikobereitschaft wird die junge unerfahrene Mannschaft nicht die wichtigen Spiele gewinnen.

Mangelnde Konstanz

„Never change a winning team“, sagte einst Sir Alf Ramsey, was aber macht man mit einem Team außerhalb der Erfolgsspur? Pavel Dotchev findet nach wie vor nicht seine Stammelf und Formation, um die feste Achse aus Martin Männel, Steve Breitkreuz, Christian Tiffert und Pascal Köpke lässt der Bulgare viel rotieren. Zumindest im Zentrum scheinen die Pärchen sich gefunden zu haben, Adam Susac hat sich seinen Stammplatz in der Innenverteidigung wiedergeholt und Louis Samson machte im Mittelfeld als Arbeitstier eine gute Figur. Mit Simon Skarlatidis, Nicky Adler, Cebio Soukou, Sören Bertram, Fabio Kaufmann und Dimitrij Nazarov auf den Flügeln hat Dotchev eigentlich die Qual der Wahl. Aber keiner dieser Spieler schafft es derzeit zu überzeugen, geschweige denn sich auf der Position festzuspielen, was es für den Trainer umso schwerer macht, die richtige Formation zu finden. Auch gegen Braunschweig wird der Übungsleiter wieder umstellen und wieder muss sich die Mannschaft neu einspielen.

Leonhardt und Dotchev in der Kritik

Die derzeitige sportliche Lage sorgt langsam auch im Erzgebirge für Unruhe, die kurze Euphorie nach der guten Vorbereitung und dem Auftaktsieg verflog schnell im Fanlager und im Zentrum der Kritik steht vor allem Pavel Dotchev. Zwar wiederholte Präsident Helge Leonhardt noch einmal, dass der Trainer nicht zu Debatte stünde, sollte sich der Trend fortsetzen, dürfte der Kredit des Bulgaren bei den Fans weiter schwinden. Doch es bleibt fraglich, ob ein Trainerwechsel den gewünschten Umschwung bringt, bloßer Aktionismus half den Veilchen in der Vergangenheit nicht, kein Feuerwehrmann konnte in Aue eine sportliche Wende einleiten. Unruhige Zeiten stehen auch für Präsident Helge Leonhardt an, er hatte sich gegen weitere Transfers im Winter ausgesprochen, hatte der Mannschaft sein Vertrauen gegeben. Auch die Personalie Steffen Ziffert könnte Leonhardt weiter belasten, in der kommenden Woche steht der Termin beim Arbeitsgericht an.

Derby und 6-Punkte-Spiele

Der Blick in den Kalender zeigt, die Saison der Veilchen entscheidet sich in den kommenden Wochen, nach dem Auswärtsspiel am Freitag in Braunschweig stehen allesamt Partien an, die der FCE gewinnen muss, um in der 2. Bundesliga zu bleiben. In zwei Wochen kommt der Erzrivale und Mitaufsteiger aus Dresden ins Erzgebirge, eine Niederlage im Derby und dem wichtigsten Spiel der Saison können sich die Veilchen nicht leisten. Dynamo hat jedoch einen regelrechten Lößnitztal-Fluch, seit dem Mauerfall konnten die Schwarz-Gelben nicht mehr im Erzgebirge gewinnen und in der 2. Bundesliga entschieden die Auer sieben der elf Derbys für sich. Doch auch danach sind die Veilchen zum Siegen verdammt, mit Bielefeld, Karlsruhe, Bochum und St. Pauli spielt man gegen die direkte Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt. Verlieren ist verboten.