• Facebook
  • Twitter

Heidenheim macht den Abstiegskampf noch spannender

Verrückte Zweite Liga. Anders lässt sich es nicht ausdrücken. Es gibt kaum eine Liga, in der der Tabellensechzehnte den Tabellenführer bezwingt. Mit dem 3:1 (1:0) Heimerfolg gegen Fortuna Düsseldorf hat der 1. FC Heidenheim einen immens wichtigen Erfolg gefeiert und kletterte vor bis auf Rang 13. Nikola Dovedan war mit zwei Treffern der Mann des Tages.

Düsseldorf findet keine Mittel

Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge standen die Schwaben fast schon mit dem Rücken zur Wand, umso erstaunlicher war das selbstbewusste Auftreten gegen die Rheinländer. Bereits nach 50 Sekunden ergab sich für den 1. FCH die erste große Chance, aber Maxi Thiel köpfte aus wenigen Metern über das Tor. Düsseldorf hatte Probleme mit dem hohen Pressing der Hausherren. Ein probates Mittel von FCH-Coach Frank Schmidt, der sein Team mit auf dem Weg gab, den Gegner möglichst weit weg von dem eigenen Tor zu halten, um eins gegen eins Situationen zu vermeiden. Damit stand die löchrige Defensive des FCH ungewohnt sicher. Denn mit 53 Gegentreffern stellen die Heidenheimer die schwächste Abwehr der gesamten Liga. Einzig in der 19. Minute hatten die Düsseldorfer in Form von Takashi Usami eine gute Abschlussmöglichkeit, doch der Schuss des Japaners strich knapp am Pfosten vorbei. Stattdessen gelang den Schwaben die verdiente Führung, unter freundlicher Mithilfe der Gäste. Bormuth schoss beim Klärungsversuch Sobottka an. Anschließend landete der Ball vor den Füßen von Dovedan, der sich diese Chance mit einem platzierten Schuss nicht entgehen ließ (23.). Der Großteil der 12.800 Zuschauer war ganz begeistert auf Grund des Auftretens der eigenen Mannschaft. „Zur Halbzeit haben wir in meinen Augen auch nicht unverdient geführt“, so Schmidt nach dem Spiel.

Heidenheim erst im Glück, dann mit Geschick

Während nach dem Seitenwechsel die Heidenheimer weiter ihrer Taktik treu blieben, kamen die Düsseldorfer etwas offensiver ausgerichtet aus der Kabine. „Wir haben gedacht, es geht genau so weiter und wir können den Gegner weg vom eigenen Tor halten“, so Schmidt. Im Gegenteil, für die Düsseldorfer ergaben sich nun aussichtsreiche Chancen. Haraguchi und Sobottka hatten gegen Kevin Müller das Nachsehen. Beim Traumtor von Usami hatten dann aber auch Müller keine Chance mehr den Ausgleich zu verhindern. Von der Strafraumgrenze schlenzte Usami den Ball unhaltbar in den langen Winkel (51.). Und beinahe hätten die Düsseldorfer das Spiel komplett gedreht. Eine scharfe Hereingabe setzte Hennings nur knapp neben den Pfosten. Inmitten der Düsseldorfer Druckphase war wieder Dovedan zur Stelle. Nach einer klasse Flanke von Thiel setzte Dovedan zum Flugkopfball an und überwand Wolf aus kurzer Distanz. Dieser Treffer gab den Schwaben neuen „Glauben und Selbstbewusstsein“, denn damit wurde die Fortuna wieder kalt gestellt. Wer nun davon ausging, dass die Gäste auf den Ausgleich drücken sah sich getäuscht, denn die Schwaben zeigten keine Nerven und standen Defensiv sehr sicher und beschäftigten zeitgleich die Fortuna Abwehr. Es folgte „das Highlight des ganzen Spiels“. Der eingewechselte Kevin Lankford ließ erst einen Gegenspieler aussteigen, drang dann in den Strafraum ein und konnte dabei selbst von drei Düsseldorfern nicht aufgehalten werden. Mit Übersicht chippte er den Ball in den Strafraum und dort vollendete Innenverteidiger Kraus in wahrer Torjägermanier volley zum 3:1 Endstand. Denn in der Schlussphase konnten die Düsseldorfer nicht mehr zulegen und somit blieb es dann beim verdienten Erfolg des Kellerkindes gegen den aktuellen Tabellenführer.