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Löwen-Auswärtsserie reißt in doppelter Hinsicht

Beim vielbeachteten Trainerdebüt von Stefan Effenberg beim SC Paderborn verlor Eintracht Braunschweig mit 0:2 in der Benteler Arena. Moritz Stoppelkamp (18.) und Nick Proschwitz (81.) trafen für die Hausherren und bescherten ihrem neuen Coach einen gelungenen Einstand. Die aufsehenerregende Verpflichtung des früheren Nationalspielers war vor dem Spiel auch Gesprächsthema in Braunschweig. „Der Postbote hat schon bei mir geklingelt und gefragt, ob ich mich auf ihn freue“, erzählte Eintracht Braunschweigs Coach Torsten Lieberknecht am Donnerstag. Nach dem Spiel war in jedem Fall von Freude keine Spur. Denn: Die Braunschweiger Serie ist gerissen – und das gleich in doppelter Hinsicht.

Erste Auswärts-Gegentore

Im fünften Auswärtsspiel der Saison mussten die Niedersachsen nicht nur die ersten Gegentore auf fremden Platz hinnehmen, sondern man kehrte auch erstmals ohne etwas Zählbares an die Hamburger Straße zurück. Beim bis dato offensivschwächsten Team der Liga (nur 5 Tore) ließ der BTSV insgesamt die Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft in der Offensive vermissen. Dabei begannen die Blau-Gelben gut. Nach nur vier Minuten setzte Gerrit Holtmann einen Schuss an den Außenpfosten. Danach gab es jedoch trotz phasenweiser optischer Überlegenheit kaum noch etwas Erwähnenswertes vor dem Paderborner Tor zu verzeichnen.

"Nach dem Spiel ist das Gefühl einfach scheiße“

Personell war Lieberknecht gezwungen, erneut kräftig durchzuwechseln. So feierte der 35-Jährige "Aushilfsverteidiger" Deniz Dogan seine Saisonpremiere – und das gleich in der Startelf. Grund für die Reaktivierung des langjährigen Eintracht-Akteurs und jetzigen Spielertrainer der U23-Mannschaft der Löwen waren die Verletzung von Kapitän und Abwehrchef Marcel Correia sowie die Sperre von seinem etatmäßigen Nebenmann Saulo Decarli. "Ich habe mich natürlich ein wenig über mein Comeback gefreut, aber nach dem Spiel ist das Gefühl einfach scheiße", fand der Rückkehrer klare Worte nach Schlusspfiff am Freitagabend.

"Möchte meine Rumpftruppe dennoch in Schutz nehmen“

"Ein ganz schlechtes Eins-gegen-Eins-Verhalten. Das war heute der Hauptunterschied", benannte Lieberknecht den Grund für die Niederlage. Gleichzeitig wusste er, dass er weit davon entfernt war, seine Wunschelf aufbieten zu können. Auch auf die beiden bislang besten Torschützen, Mirko Boland und Emil Berggreen musste Lieberknecht verzichten. So kam neben Dogan auch Neuzugang Mads Hvilsom zu seinem Startelf-Debüt in vorderster Front. „Ich möchte meine Rumpftruppe dennoch in Schutz nehmen, aber den Qualitätsverlust hat man heute bemerkt“, so der 42-jährige Übungsleiter.

Durch die vierte Saison-Niederlage hat die Eintracht die Chance verpasst, auf direkter Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen zu bleiben. Stattdessen rutschte der BTSV auf den siebten Tabellenplatz ab. Am kommenden Sonntag steht die Heimpartie gegen den Tabellenvierten aus Heidenheim auf dem Plan. "Ich werde die Jungs aufbauen, damit wir eine Reaktion zeigen können", versprach der Coach.