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St. Pauli: Kiezklub wird für die Geduld belohnt

Lange Zeit sah es für den Vorjahresvierten FC St. Pauli in dieser Zweitliga-Saison düster aus. Die öffentlichen Zweifel an Trainer Ewald Lienen wurden immer lauter. Doch statt den Mechanismen der Branche zu folgen, stellte man dem Trainer-Routinier in Olaf Janßen einen neuen Co-Trainer als Helfer an die Seite und vertraute dem 63-Jährigen. Die Geduld zahlt sich nun aus: Durch den jüngsten 2:0-Heimerfolg über Dynamo Dresden verließen die Freibeuter der Liga erstmals nach rund vier Monaten das Tabellenende und sprangen zunächst auf den Relegationsplatz.

Zwei Siege in Folge

Nach 14 Spieltagen und einem 0:2 in Heidenheim blies man Trübsal am Millerntor. Mit nur einem Sieg und mickrigen sechs Punkten bildete der Kultklub das abgeschlagene Schlusslicht der Liga. Zu diesem Zeitpunkt Ende November gab es wenig, was den Fans Hoffnung auf Besserung machte. Doch schon vor der Weihnachtspause war ein Aufschwung erkennbar. Dreimal blieb das Team um Keeper Philipp Heerwagen ungeschlagen und holte dabei fünf Punkte. Im neuen Jahr gab es zwar zunächst eine 0:1-Heimniederlage gegen Stuttgart. Im Anschluss aber ließen die Kiez-Kicker einen imposanten 2:1-Auswärtssieg beim Aufstiegsaspiranten Eintracht Braunschweig folgen. Gegen Dresden gelang der zweite Sieg nacheinander. Das sorgt für neues Selbstvertrauen. "Wir waren von der ersten Minute an aggressiv und haben das Spiel am Ende verdient gewonnen. Mit den Verhältnissen sind wir gut klargekommen", sagte Angreifer Aziz Bouhaddouz auf der Homepage der Kiezkicker. "Durch die Neuzugänge im Winter hat der Konkurrenzkampf uns stärker gemacht", erklärte er den aktuellen Erfolg. "Im Moment konzentrieren wir uns auf jedes einzelne Spiel und dafür war der Sieg heute enorm wichtig.“ Marc Hornschuh weiß, dass er und seine Mitspieler in dieser Phase nicht nachlassen dürfen: "Wir haben drei wichtige Spiele gegen unsere direkte Konkurrenten vor der Brust", merkt er an. Zweimal davon (Bielefeld und München) muss St. Pauli auswärts antreten, dazwischen liegt das Heimspiel gegen Karlsruhe.

Richtungsweisendes Spiel in Bielefeld

Am Sonntag (13.30 Uhr) steht bei Arminia Bielefeld die erste Partie der Kategorie "Sechs-Punkte-Spiel“ an. Die Kiez-Kicker haben bei dem Duell des 16. beim Vorletzten der Liga die Chance, die punktgleichen Ostwestfalen (17 Zähler) zu distanzieren – und erstmals seit dem 7. Spieltag die Abstiegszone zu verlassen. Der Karlsruher SC als Tabellen-15. ist mit einem Punkt mehr in Schlagdistanz.