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Union Berlin: Keller-Aus in 20 Sekunden

Die Entscheidung kam überraschend, zumindest für Jens Keller und die Öffentlichkeit. Obwohl er mit Union Berlin auf einem guten vierten Platz lag, wurde Keller am Montag entlassen. Wie er im Interview mit "ran.de" sagte, habe seine Entlassung nur 20 Sekunden gedauert. Einen Grund dafür habe man ihm nicht mitgeteilt.

Team ist "aus allen Wolken gefallen"

Es gab in diesem Jahr im deutschen Profi-Fußball wohl kaum eine andere Trainer-Entlassung, die ähnlich überrascht hat. Jens Keller und Union Berlin – anderthalb Jahre lang passte das richtig gut zusammen. In der letzten Spielzeit verpasste Union nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga, aktuell ist man Vierter, der Relegationsrang drei ist drei Punkte entfernt, ein direkter Aufstiegsplatz fünf. Im gesamten Kalenderjahr 2017 ist Union mit 58 Punkten das beste Team in Liga zwei. Und doch wurde Keller am Montag offenbar ohne jede Vorwarnung entlassen, wie er "ran.de" erklärte: "Die Nachricht kam sehr überraschend." Zumal man noch vor zwei oder drei Wochen über eine Vertragsverlängerung verhandelt habe und Union zu diesem Zeitpunkt "signalisierte, mit mir verlängern zu wollen."

Am Montag sei er dann ohne Termin und ohne Vorwarnung ins Büro bestellt worden. "Es ging relativ schnell. Vielleicht 20 Sekunden. Mir wurde mitgeteilt, dass ich beurlaubt bin. Mehr kann ich dazu nicht sagen", sagte Keller. Die Entscheidung sei für ihn "nicht wirklich nachvollziehbar". So ging es offenbar auch den Spielern von Union Berlin. Als Keller den Kader über seine Entlassung informierte, sei das "Team auch aus allen Wolken gefallen. Es war für keinen von ihnen ersichtlich, dass das so kommen würde."

"Stehe noch unter Schock"

Aktuell könne er noch keine Aussagen über seine Zukunft treffen, sagte Keller. "Ich stehe noch unter Schock. Meine Planungen waren bis gestern noch komplett anders." Dass man seinen Berater Thomas Eichin nach dem 1. FC Köln als kommenden Arbeitgeber befragt habe und dieser den kriselnden Bundesligisten als "interessanten Verein" bezeichnete, sage deshalb nichts aus, sagte Keller: "Ich möchte mich auch nicht an irgendwelchen Spekulationen beteiligen. Ich muss das erstmal verarbeiten und möchte gar nicht weiter auf Köln eingehen."