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Zwischenfazit und Prognose zur 2. Bundesliga – Teil 1

© imago/Zink

13 Spieltage sind gespielt, die 2. Bundesliga lehnt sich in der Länderspielpause erst einmal zurück und sammelt neue Kraft. Es ist also wieder Zeit für ein Zwischenfazit: Wer hat sich in den letzten Wochen in guter Form gezeigt, wer ist abgestürzt und um wen muss man sich ernsthafte Sorgen machen? Im ersten Teil unserer umfassenden Analyse widmen wir uns den ersten neun Plätzen der Tabelle.

Seit unserer letzten Analyse hat sich bei den Rheinländern nicht viel verändert. Immernoch steht die Fortuna auf dem ersten Rang der Tabelle und hat mittlerweile acht Punkte Vorsprung auf den vierten Platz des Tableaus. Die Funkel-Elf ist weiterhin beständig und hat nur eine einzige Niederlage einstecken müssen (1:3 bei Greuther Fürth). Zuletzt sorgten allerdings zwei Unentschieden gegen die Kellerkinder aus Bochum und Heidenheim für Unmut. Insbesondere die Partie gegen die Männer von der Ostalb war an Drama nicht zu überbieten. Dennoch ist das Team gefestigt genug, um sich von so etwas nicht beeindrucken zu lassen. In den nächsten Wochen wird Düsseldorf allerdings in den direkten Duellen der Spitze zeigen müssen für wie weit nach oben es reicht.

Prognose: Düsseldorf ist einer der Favoriten auf den Aufstieg und ist heißer Anwärter auf den zweiten Rang der Tabelle.

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Auch wir sind es eigentlich schon leid zu schreiben, dass es "überraschend" ist wie Holstein Kiel in diesem Jahr durch die Liga fliegt. Mittlerweile hat man sich ja schon fast daran gewöhnt, dass die Störche offensiv die Gegner zur Verzweiflung bringen. Mittlerweile hat sich allerdings auch noch die Defensive des Nordlichts stabilisiert. Diese Kombination ist nicht nur brandgefährlich, sondern auch noch höchst erfolgreich. Selbst die knappen Spiele der Liga bspw. gegen Bielefeld bringt die Anfang-Elf am Ende über die Zeit, ganz im Stile eines Spitzenteams. Holstein steht auf dem zweiten Rang der Tabelle und hat nur einen einzigen Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter. Da kann man sich freuen wenn die beiden Teams bald aufeinander treffen.

Prognose: Nach dem Gesetz der Vernunft muss auch bei Kiel irgendwann ein Einbruch folgen, doch was läuft im Fußball schon nach Gesetzmäßigkeiten? Die Antwort lässt sich mit einem Verein beschreiben: „Leicester City“

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Der Topfavorit auf den Aufstieg ist ins Rollen gekommen und bestätigt damit in den letzten Wochen die Prognosen der meisten Trainer. Zu Beginn der Spielzeit taten sich die Köpenicker noch extrem schwer in Tritt zu kommen, doch das hat sich erledigt. Eine wahre Siegesserie hat die Keller-Elf wieder auf den Relegationsrang gespült und da soll noch nicht Schluss sein. Nach dem Last-Minute-Sieg über St. Pauli ist auch die Qualität die ganz engen Spiele zu gewinnen wieder an die "Alte Försterei" zurückgekehrt. Dass die Mannschaft über genügend Potential für den Aufstieg verfügt stand ohnehin nie zur Debatte.

Prognose: Union Berlin ist und bleibt der Favorit auf die Meisterschale der 2. Bundesliga.

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Eigentlich könnte man auch im Frankenland mit der bisherigen Saison zufrieden sein, doch aktuell ist man dies scheinbar ganz und gar nicht. Zwar liegt der Lieblingskonkurrent aus Fürth in den Tiefen der Tabelle vor Anker und man selbst rangiert auf dem vierten Platz, doch nach den letzten beiden Pleiten gegen Heidenheim und Ingolstadt hat man den direkten Anschluss an das Spitzenduo verloren und auch noch Union Berlin ziehen lassen müssen. Die Köllner-Elf trat in beiden Partien auch nicht wie ein überzeugtes Spitzenteam auf und enttäuschte insbesondere in Heidenheim maßlos. Dennoch darf man den Club nicht aus dem Aufstiegskampf schreiben, denn eine weitere Siegesserie – wie zu Beginn der Saison – und die Franken sind wieder ganz oben dran.

Prognose: Der Club ist in Lauerstellung sobald einer der ersten drei patzt. Im Aufstiegsrennen darf man den FCN nicht unterschätzen.

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Ein weiteres Team das seiner Favoritenrolle mehr und mehr gerecht wird ist der FC Ingolstadt. Die Schanzer hatten vor der Saison einen großen Kaderumbruch und einen krassen Fehlstart zu verkraften. Unter der Führung von Trainer Leitl sind die Oberbayern aber mächtig ins Rollen gekommen und haben mit dem Tabellenkeller rein gar nichts mehr zu tun. Nach zuletzt zehn Punkten aus vier Spielen und einem Sieg im DFB-Pokal hat man sogar wieder Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen bekommen. Mit dem teuersten Kader der Liga muss das aber auch der Anspruch des Bundesliga-Absteigers sein. Der FCI komplettiert damit unser Quintett für den Aufstiegskampf in der 2. Bundesliga.

Prognose: Ingolstadt wird die Top-4 weiter unter Druck setzen. Durch die direkten Duelle der Konkurrenz wird der FCI den Abstand nach oben bis zum Winter weiter verkürzen.

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Wechseln wir ins große Mittelfeld der Tabelle und beginnen mit dem FC St. Pauli. Die Hamburger sind spielerisch und kämpferisch ebenfalls eines der besten Teams der Liga, haben aber große Schwierigkeiten in der Offensive. Nichtmal ein Tor pro Partie bringen die Kiezkicker im Schnitt zustande, wenngleich sie diese Problematik mit einer guten Defensive in den Griff bekommen können. Allerdings wartet St. Pauli nun auch schon seit über einem Monat auf einen Sieg. Noch dazu gingen zuletzt auch noch die ordentlichen Spiele gegen Aue und Union ohne großen Fortschritt zu Ende. Nach der desaströsen Hinrunde im letzten Jahr wird man aber vermutlich am Millerntor ganz froh sein eine ruhige Saison zu spielen.

Prognose: Der Titel „Best of the Rest“ geht in dieser Saison an den FC St. Pauli.

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Für den SVS ist der Ausflug nach ganz oben in der Tabelle wohl vorbei. Nach dem furiosen Saisonstart war dies aber auch ein Stück weit zu erwarten. Die Koczak-Elf spielte über ihrem Limit und mischte damit die Liga auf. Zuletzt lief es nicht mehr so rund für die Männer vom Hardtwald, sodass man sich ins gesicherte Mittelfeld verabschiedet hab. Doch selbst das ist mit diesem Etat der Mannschaft eine mehr als beachtliche Leistung und darf nicht unterschätzt werden. Immerhin stellt Sandhausen weiterhin die beste Abwehr der Liga und hat schon beinahe die Hälfte der 40-Punkte-Marke erreicht.

Prognose: Sandhausen wird noch etwas weiter abrutschen und im Mitteldrittel der Tabelle verbleiben.

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Der FCE ist in den letzten Wochen ein wenig im „Schacht“ auf und ab gefahren. Nach der Niederlage bei Greuther Fürth kehrte kurz Ernüchterung ein, ehe der 1:0-Heimsieg über Regensburg – in Unterzahl – wieder alle zufrieden stellte. Zuletzt gab es dann auch noch zwei Unentschieden in Serie, das kannte man in dieser Saison im Erzgebirge noch überhaupt nicht. Unter dem Strich steht man auf dem achten Rang der Tabelle und würde diesen am Ende sofort unterstreichen. Gehen die Veilchen einmal in Führung, sind sie einer der unangenehmsten Gegner der Liga, in Rückstand haben sie aber weiterhin große Probleme. Die Unbeständigkeit in den eigenen Leistungen – zuletzt auch innerhalb einer Partie – lässt aber noch gewisse Restsorgen zu.

Prognose: Platz acht ist über den Erwartungen und wird auf Dauer nicht zu halten sein. Eher wird es am Ende ein Rang in der zweiten Hälfte der Tabelle werden.

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Die Anfangseuphorie der Saison ist in Ostwestfalen gänzlich verflogen. Zwischen den beiden Länderspielpausen hagelte es Niederlagen und Frustration. Ob über Schiedsrichterentscheidungen, eigene Fehler oder Pech, immer wieder suchten die Spieler nach den Partien ein wenig Ausflüchte und Erklärungen der Punktverluste. Schlechte Leistungen zeigte der DSC dabei wirklich in keinem der vier Spiele. Entschuldigend sei sicher gesagt, dass Arminia in den letzten fünf Partien gegen vier Mannschaften aus den Top-5 der Liga antreten musste. Beim Auswärtsspiel in Aue wäre dann ein Sieg verdient gewesen, es reichte aber nur zu einem doch glücklichen 1:1 in der Nachspielzeit. Vor allem zuhause wäre ein Sieg mal wieder dringend nötig, ist der letzte Erfolg doch schon ein Vierteljahr her. Auch bei der Arminia bleiben letzte Restzweifel über die Ligazugehörigkeit, auch wenn diese sehr klein sind.

Prognose: Ohne die individuellen Fehler und wenn sich die Mannschaft für ihre Leistungen belohnt, wird man aber nichts mit den letzten drei Rängen zu tun haben.