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Zwischenfazit und Prognose zur 2. Bundesliga – Teil 2

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13 Spieltage sind gespielt, die 2. Bundesliga lehnt sich in der Länderspielpause erstmal zurück und sammelt neue Kraft. Es ist also wieder Zeit für ein Zwischenfazit: Wer hat sich in den letzten Wochen in guter Form gezeigt, wer ist abgestürzt und um wen muss man sich ernsthafte Sorgen machen? Im zweiten Teil unserer umfassenden Analyse widmen wir uns den unteren neun Plätzen der Tabelle.

Der Titel für den Remiskönig der Liga geht in dieser Saison offenbar an Eintracht Braunschweig. Schon in acht Spielen teilten die Niedersachsen in dieser Saison die Punkte. Da bedeutet, dass selbst Greuther Fürth genauso oft gewonnen hat wie die Löwen, aber nur Fortuna Düsseldorf weniger verloren hat als die Lieberknecht-Elf. Mit dieser Ausbeute ist man an der Hamburger Straße aber nicht zufrieden. Nach der Aufstiegs-Relegation im Vorjahr hatte man sich schon den Kampf um die Aufstiegsplätze erhofft. Die aktuelle Verletzungsmisere macht dies aber unmöglich, sodass Braunschweig in dieser Saison mit dem Mittelfeld leben muss. Möglich aber, dass man in der zweiten Saisonhälfte die eigene Stärke bei komplettem Kader noch einmal beweist.

Prognose: Mit der aktuellen Rumpfelf ist nur ein Platz im Mittelfeld möglich.

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Nach dem guten Saisonstart hoffte man bei den Lilien bereits auf das Märchen vom Wiederaufstieg. Doch seither ist es ruhig geworden um die Spektakel-Mannschaft von Trainer Frings. Seit Mitte September haben die Lilien nicht mehr gewonnen und kassierten zuletzt sogar einen bitteren Ausgleich in der Nachspielzeit bei Eintracht Braunschweig. Alles in Frage zu stellen, kommt aber nicht in Erwägung. Mit einer ausgeglichenen Bilanz von vier Siegen, vier Niederlagen und fünf Remis bei 23:23 Toren muss man auch bei den Hessen in diesem Jahr kleine Brötchen backen. Vor allem auf fremder Wiese läuft es gar nicht rund und man konnte erst einen einzigen Sieg einfahren.

Prognose: Eine kleine Erfolgsserie später wird der SVD am Ende zwischen Rang sechs und neun landen.

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Die Stimmung beim Meidericher SV war schon lange nicht mehr so entspannt und gelöst wie im Moment. Nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen haben sich die Zebras ein kleines Polster zur Abstiegszone erkämpft und zeigten dabei durchweg gute Leistungen. Besonders das Remis gegen Union Berlin dürfte die Fans und Verantwortlichen zufrieden gestellt haben. Die Mannschaft kann in er Liga nicht nur bestehen, sondern sich auch durchsetzen gegen die direkte Konkurrenz. Der Aufsteiger spielt deutlich besser als noch vor zwei Jahren und zeigt auch spielerische Ansätze, sowie seit neuerem auch defensive Qualitäten. Drei Spiele ohne Gegentor gab es in der 2. Bundesliga lange nicht mehr in Duisburg.

Prognose: Der aktuelle Tabellenplatz dürfte auch am Ende die Leistungsfähigkeit der Zebras widerspiegeln.

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Auch in Regensburg konnte man in dieser Länderspielpause einmal kräftig durchschnaufen. Die beiden Siege gegen Kaiserslautern und Fürth taten der Jahn-Seele merklich gut und sorgten sogar für eine kleine Euphorie. Doch diese muss doch realistisch eingeordnet werden. Zwar waren die beiden Siege hochverdient und endlich traf die Elf von Achim Beierlorzer auch mal mehrfach in einer Partie, die Siege waren aber auch zuhause gegen die absoluten Sorgenkinder der Liga. In Überzahl gegen Aue bewies das Team seine Hilflosigkeit gegen die stärkeren Mannschaften und auch im Pokal gegen den direkten Konkurrenten aus Heidenheim setzte es eine böse Klatsche. Man darf also in Regensburg nicht zu sehr in verfrühte Euphorie verfallen.

Prognose: Für den Jahn wird es bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt gehen.

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Der VfL Bochum ist ein besonderer Verein, das stellt er in dieser Saison wieder einmal unter Beweis. Mit dem klaren Ziel „Aufstieg“ gestartet, hat der Revierklub mittlerweile zwei Trainer verschlissen, einen Sportvorstand unter Dauerkritik und einen mehr als unbefriedigenden Tabellenplatz. Die Männer von der Castroper Straße zeigen zwar immer wieder ihre Qualitäten in den Spitzenspielen bspw. gegen Düsseldorf, lassen aber auch Totalaussetzer zu oder ein müdes 0:0 bei Schlusslicht Kaiserslautern zu. Vom Aufstieg in dieser Saison hat man sich längst verabschiedet. Eher geht die Sorge, um schon wieder bis in die 30er Spieltage rechnerisch noch absteigen zu können.

Prognose: Die Qualität der Mannschaft reicht für das obere Mittelfeld und darüber hinaus, aber bekommt sie es auch auf den Platz? Wenn nicht, werden die Zeiten noch unruhiger rund um den VfL.

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Anspruch und Wirklichkeit liegen auch bei der SG Dynamo in diesem Jahr auseinander. Nach der tollen letzten Saison hatte man sich schon darauf gefreut die „Großen“ der Liga ärgern zu dürfen, doch was bleibt ist der letzte sichere Platz vor der Abstiegszone. Dabei zeigte Trainer Uwe Neuhaus zuletzt erstmals so etwas wie Ratlosigkeit nach der uninspirierten 0:3-Niederlage in Kiel. Seine Mannschaft sei in einer Negativspirale und müsse da schnellstens wieder raus. Positives aus dem Spiel bei den Störchen konnte er überhaupt nicht mitnehmen. So geht es auch der Mannschaft, die aus den letzten vier Ligaspielen nur noch zwei Punkte eingefahren hat. Auch hier sei aber erwähnt, dass es gegen drei der vier Top-Teams der Liga ging und man diese Spiele durchaus verlieren kann.

Prognose: Dynamo im Abstiegskampf ist eigentlich schon kein gewohntes Bild mehr, in dieser Saison aber wohl oder übel an der Tagesordnung.

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So langsam aber sicher scheint der FCH in die Spur zu finden und sich mühsam aus der Abstiegszone zu befreien. Nach elf Spieltagen hatte die Mannschaften von Trainer Frank Schmidt nur acht Punkte auf dem Konto und das Wort Krise machte die Runde. Doch aus den letzten drei Pflichtspielen sammelte die Truppe um Kapitän Marc Schnatterer zwei Siege und ein Remis in Düsseldorf, sodass das rettende Ufer wieder in Sichtweite gekommen ist. Abstiegskampf ist der FCH in seiner Zweitliga-Geschichte ohnehin gar nicht gewöhnt, spielte man doch eher in den oberen Regionen der Tabelle mit. Bleibt abzuwarten, ob die aktuellen Erfolge nur ein Strohfeuer sind oder ob man das Mittelfeld der Tabelle wieder in den Abstiegskampf hinunter zieht.

Prognose: Heidenheim arbeitet sich weiter vor und landet am Ende im unteren Mittelfeld.

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Am Fürther Ronhof ist die Ratlosigkeit auch nach dem Trainerwechsel in Folge des Saisonstarts nicht verflogen. Zuletzt wurden desolate Leistungen des Kleeblatts mit verdienten Niederlagen bestraft, doch gerade in den direkten Duellen gegen Regensburg und Kaiserslautern hätte von den Franken einfach mehr kommen müssen, um aus dem Abstiegssumpf fliehen zu können. Die schlechteste Defensive der Liga kann aber zumeist nur phasenweise in den Spielen zu ansehnlichen Leistungen finden. Möglich also, dass es noch einen Trainerwechsel in dieser Saison geben wird. Ob der allerdings irgendetwas bewirkt, steht auf einem anderen Blatt. Im Moment ist die SpVgg einer der heißen Kandidaten auf den Fall in die 3. Liga.

Prognose: Mit den aktuell gezeigten Leistungen wird Greuther Fürth die 2. Bundesliga nicht halten können.

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Noch schlechter sieht es nur beim 1. FC Kaiserslautern aus. Der Traditionsverein vom Betzenberg und Meister von 1997 steht vor dem Fall in die 3. Liga. Auch Neu-Trainer Jeff Strasser brachte nur kurze Hoffnung für die Roten Teufel, die aus den letzten fünf Ligaspielen nur fünf Punkte sammeln konnten. Die teils ängstlichen Auftritte gegen Duisburg, Regensburg und Bochum geben wenig Anlass zur Hoffnung auf rasche Besserung. Einziger Strohhalm dürfte derzeit das Restprogramm vor der Winterpause sein, denn mit Dresden, Bielefeld und Heidenheim wartet allesamt direkte Konkurrenz um den Klassenerhalt auf den FCK. Sollte man aus diesen drei Partien wieder keinen Sieg holen, leuchtet die rote Laterne in Kaiserslautern auch zu Weihnachten.

Prognose: Sollte Kaiserslautern in der Hinrunde nicht mehr in die Spur finden, braucht es schon ein kleines Wunder für den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.