• Facebook
  • Twitter

2. Bundesliga wohl bis zum Saisonende ohne Zuschauer

© imago images / Contrast

Bis zum 30. April ruht der Ball in der 2. Bundesliga, ab Anfang Mai soll wieder gespielt werden – allerdings wohl ohne Zuschauer. Derweil hat die DFL das Lizenzierungsverfahren für die laufende und kommenden Saison angepasst. 

Zuschauer? "Unrealistisch"

Das Ziel der 36 Erst- und Zweitligisten ist weiterhin klar: Die Saison irgendwie regulär zu Ende spielen. Damit das ab Anfang Mai möglich ist, werden die Partien vorerst wohl ohne Fans ausgetragen: "Es ist unrealistisch, dass wir bis zum Saisonende mit Zuschauern spielen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag. Mindestens bis zum Saisonende müsse der Entfall von Zuschauereinnahmen eingeplant werden, so Seifert weiter. "Vielleicht auch zu Beginn der Saison oder gar bis zum Ende des Jahres." Denn klar ist weiterhin: "Wir dürfen nichts tun, was die Gesundheit von Spielern und Mitarbeitern gefährden könnte."

Gleichzeitig betonte der DFL-Boss aber auch: "Viele Menschen werden sicherlich froh sein, wenn die Bundesliga zurückkehren wird." Noch sei aber nicht der Zeitpunkt dafür. "Wir wollen keine Extrawurst." Zudem geht Seifert davon aus, dass auch die kommende Saison "ungewohnt" verlaufen werde. Völlig unklar ist zum Beispiel noch, wann die Spielzeit 2020/21 beginnen wird. "Wir wollen versuchen, einen bestmöglichen Spielbetrieb zu ermöglichen", kündigte Seifert an. Entsprechende Konzepte, wie Geisterspiele mit einem möglichst geringen Personalaufwand über die Bühne gebracht werden können, sollen in den nächsten Tagen und Wochen erarbeitet werden.

Lizenzierungsverfahren angepasst

Um die Klubs zu entlasten, werden die Vorgaben im Lizenzierungsverfahren vorübergehend an die Situation angepasst. Dies betrifft vor allem die Bestimmungen zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und deren Prüfung vor und während einer Spielzeit. Ziel sei es, allen Clubs die Möglichkeit und Zeit zu geben, die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen und den regulären Spielbetrieb fortzusetzen, um sämtliche Wettbewerbs-Entscheidungen auf sportlichem Weg zu erreichen. Konkret: Der Abzug von neun Punkten, der bei einer Eröffnung eines Insolvenzverfahrens drohen würde, wird in dieser Saison ausgesetzt. Im Fall einer Insolvenz in der kommenden Saison würde eine Sanktion in Höhe eines Abzugs von nur drei Punkten erfolgen.

Darüber hinaus verzichtet die DFL beim anstehenden Lizenzierungsverfahren für die Spielzeit 2020/21 auf die Überprüfung der Liquiditätssituation der Klubs. Allerdings zieht die DFL die Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit während der nächsten Spielzeit von Ende Oktober auf Mitte September vor, um möglichst zeitnah auf Basis der Jahresabschlüsse zum 30. Juni 2020 ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage der einzelnen Clubs zu erhalten. "Sollten im Rahmen dieses Prüfverfahrens festgestellte Liquiditätslücken nicht geschlossen werden, wird dies ebenfalls nicht mehr mit einem Punktabzug sanktioniert, sondern mit einer Restriktion der Transfer-Aktivitäten des jeweiligen Clubs", teilte der Liga-Verband mit. Zur Saison 2021/22 soll das Lizenzierungsverfahren wieder in der üblichen Weise angewandt werden.

"Task Force Sportmedizin" gegründet

Wie die 20 Millionen Euro, die Dortmund, Leverkusen, Bayern und Leipzig solidarisch bereitgestellt haben, verteilt werden, ist indes noch offen. Für Pläne, jeden Tag Spiele stattfinden zu lassen, sieht Seifert noch "keinen Anlass" und sprach in diesem Zusammenhang von "Eskalationsszenarien". Eine "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" soll nun ein Konzept mit dem Ziel einer medizinisch vertretbaren Fortführung des Spiel- und Trainingsbetriebes erstellen.