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2:2 reicht nicht: Heidenheim scheitert in der Relegation

imago images / Poolfoto

Der 1. FC Heidenheim scheitert in der Relegation zur Bundesliga am SV Werder Bremen und verbleibt somit in der 2. Liga. Nach einem torlosen Remis in Bremen endete das Rückspiel mit 2:2, wodurch Bremen durch die Auswärtstorregel in der Bundesliga bleibt. Ein Eigentor von Theuerkauf brachte den SVW bereits nach drei Minuten in Front, ehe Kleindienst in der 85. Minute ausgleichen konnte. Augustinsson erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit das 2:1, ein von Kleindienst verwandelter Elfmeter zum 2:2 (90.+8) kam zu spät.

Konstanz als wichtiger Entwicklungsfaktor

Im September 2007 übernahm Frank Schmidt den 1. FC Heidenheim in der damals viertklassigen Oberliga Baden-Württemberg. 13 Jahre später wäre dem Übungsleiter beinahe der Aufstieg in die Bundesliga geglückt, doch 468 Spiele nach seiner Amtsübernahme scheiterte der gebürtige Heidenheimer mit seiner Mannschaft auf den allerletzten Zentimetern in der Relegation. Gegner war der SV Werder Bremen, den die Heidenheimer im Hinspiel noch mit kompakter Defensive und konzentrierter Spielweise zermürbten. Kaum ein offensiver Spielzug der Grün-Weißen kam zustande, an der Heidenheimer Disziplin bissen sie sich die Zähne aus. Im Rückspiel sorgte dagegen ein Eigentor vor Norman Theuerkauf in der dritten Minute für die bittere 0:1-Niederlage und das Ende aller Bundesliga-Träume.

Frank Schmidt kann dennoch stolz auf die Historie zurückblicken. Nach fünf Jahren in der 3. Liga und fünf Jahren in der 2. Bundesliga wäre dem Coach in seiner sechsten Saison im deutschen Unterhaus beinahe der ganz große Wurf gelungen. Neben der stetigen Weiterentwicklung des Klubs spielte dabei vor allem der Faktor Konstanz eine wichtige Rolle – Schmidts Vertrag gilt beispielsweise schon jetzt bis 2023, mittlerweile wird er im gleichen Atemzug mit Trainerlegenden wie Thomas Schaaf oder Volker Finke genannt. Diese Konstanz zeichnet sich auch im Kader ab: Kapitän Marc Schnatterer ist seit 2008 an Bord, nur sechs Spieler wurden im vergangenen Sommer extern geholt – Umbrüche stehen bei den Brenzstädtern nicht auf dem Tagesprogramm.

Konsequenter Saisonverlauf

Dementsprechend ist auch der konstante Saisonverlauf leicht erklärt: Nach einem holprigen Start mit zwei Niederlagen in Dresden und gegen Sandhausen sammelten die Heidenheimer Punkt um Punkt. Bereits nach dem 7. Spieltag standen sie in Lauerstellung auf dem vierten Platz, den sie mit einigen Schwankungen bis zum Saisonfinale verteidigten. Dann kam das große Duell mit dem Hamburger SV, das über die Teilnahme an der Bundesliga-Relegation entscheiden konnte – und per Last-Minute-Treffer schoben sich die Brenzstädter vielumjubelt vorbei am Favoriten.

Eine 0:3-Pleite in Bielefeld blieb ohne Folge, sodass Heidenheim zwei Spiele bekam. Das Ergebnis ist bekannt, sodass der FCH nun ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga verweilen "muss". Angesichts der konstanten Entwicklung im Klub scheint es aber nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der ehemalige Oberliga-Klub sich bis nach ganz oben arbeiten wird.

Last-Minute-Rettung für Bremen

In der Bundesliga verweilt derweil Werder Bremen, der seinen Ruf als neuer "Bundesliga-Dino" somit ausbauen wird. Mit dem 2:2 in Heidenheim vermieden die Norddeutschen auf den letzten Metern den ersten Abstieg nach 40 Jahren, nun wird die Aufarbeitung der Saison eine große Rolle an der Weser spielen. Denn ohne das nötige Quäntchen Glück hätte es ein weiteres Bundesliga-Jahr für den vierfachen Deutschen Meister nicht gegeben. Heute zogen sie ihren Kopf noch einmal aus der Schlinge.