Alles, was ihr zum 16. Spieltag wissen müsst
Zwei Runden sind noch zu gehen, dann kommt die Winterpause. Schon mit einem weiteren Sieg könnte sich der FC Schalke 04 die inoffizielle Herbstmeisterschaft sichern, während im Tabellenkeller aufgrund der letzten Ergebnisse alles auf Anfang gesetzt ist. liga2-online.de gibt eine Übersicht für den 16. Spieltag.
Die Ausgangslage
Fortuna Düsseldorf und Dynamo Dresden waren am letzten Wochenende die einzigen Teams im Tabellenkeller, die keine Punkte einfahren konnten. Auch Arminia Bielefeld und Holstein Kiel rutschen langsam unten rein, aber gerade im Rheinland schrillen die Alarmglocken. Gerade einmal 0,57 Zähler pro Partie kann Markus Anfang als Cheftrainer aufweisen - nur Ex-Magdeburger Markus Fiedler (0,38 Punkte pro Partie) hatte unter allen Fußballlehrern im Unterhaus eine schlechtere Bilanz in diesem Saisonverlauf. Dessen Nachfolger - Petrik Sander - feierte nun erstmals zwei Siege in Folge. Eine Trendwende, an die viele Magdeburger schon nicht mehr glaubten. Gelingt dieser Umschwung auch noch in Düsseldorf?
Angespannt bleibt auch die Lage bei der SpVgg Greuther Fürth, die sich neues Selbstvertrauen im Frankenderby geholt hatte. Eintracht Braunschweig hamstert ebenfalls Punkte, sodass vermeintlich distanzierte Teams aus Nürnberg oder Münster den Rückspiegel im Auge behalten sollten. Ganz anders sieht es an der Tabellenspitze aus, denn ein weiterer Sieg würde den FC Schalke 04 bereits zur inoffiziellen Herbstmeisterschaft genügen. Bis Platz 7 bleibt es dahinter ein Hauen und Stechen, bei dem vor allem Hertha BSC mit Ende der Siegesserie einen kleinen Rückschlag erlitt.
Fünf Spiele im Fokus
SGD gegen BTSV: Wer kämpft sich weiter unten heraus?
Dresden verschaffte sich zuletzt etwas Luft und rutschte doch wieder auf einen direkten Abstiegsplatz ab. Zwei Siege in Folge sorgten eigentlich für kollektives Aufatmen bei den Sachsen, aber schon die Niederlage gegen Kaiserslautern (1:3) reichte aus, um die Bedrängnis wieder akut ansteigen zu lassen. Klar ist, dass die SGD bis zur Winterpause keinen Atemzug mehr tätigen wird, bei dem sie sich ausruhen darf.
Braunschweig macht da weiter, wo die Eintracht über weite Strecken der Saison angesetzt hat - im rustikalen Zweikampfverhalten. Zwar war die Rote Karte gegen Frenkert in der Vorwoche durchaus umstritten, doch durch den siebten Platzverweis in 15 Spielen bleibt der BTSV dennoch einsame Spitze in der Sünderkartei. Aber: Zuletzt kamen auch die Ergebnisse wieder zurück, sodass Braunschweig über den Strich klettern konnte.
DSC gegen FCK: Rote Teufel brauchen Konstanz
Die Bielefelder Magie ist dem harten Zweitliga-Alltag gewichen. Zum zweiten Mal in dieser Saison blickt die Arminia auf eine Serie von Niederlagen zurück, denn schon seit drei Partien warten die Ostwestfalen wieder auf ein Erfolgserlebnis. Als Aufsteiger spielt die Kniat-Elf zwar weiterhin eine ordentliche Rolle in der bisherigen Saison, aber der Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz ist schon auf drei Punkte geschmolzen.
Eine Reaktion auf die 0:6-Blamage im DFB-Pokal zeigten die Roten Teufel im letzten Spiel gegen Dresden. Kaiserslautern nähert sich wieder unauffällig den Spitzenplätzen und bräuchte vor der Winterpause wahrscheinlich mal wieder ein paar Erfolge am Stück, um die Position auch zu festigen. Die letzten Partien werden entscheidend für das Umfeld sein, um das Signal zu setzen, auf welchem Weg sich die Lautrer derzeit befinden.
H96 gegen VfL: Formstärkstes Team kommt aus Bochum
Hannover 96 fehlt die Konstanz in dieser Saison, um sich ganz oben festzusetzen. Abgesehen vom fulminanten Start mit vier Siegen in Folge waren es nur die Siege gegen Paderborn (2:0) und Karlsruhe (3:0), die am Stück folgten - aber in einer Art und Weise, die oftmals aufzeigt, zu was die Niedersachsen mit der gewissen Konsequenz noch fähig wären. Partien wie gegen Münster (2:2) sind zwar nur ein kleineres Ärgernis, werfen die Roten aber Mal ums Mal ein Stück zurück.
In Bochum setzt Uwe Rösler wiederum seinen Trend weiter fort und macht aus dem VfL quasi ein Spitzenteam. In sieben Partien holte der erfahrene Coach schon 16 Punkte, was einen Schnitt von 2,29 Zählern pro Partie ausmacht - hochgerechnet stünde Bochum an der Tabellenspitze, wenn die Mannschaft schon in der kompletten Saison so gepunktet hätte. Wenig verwunderlich also, dass der VfL derzeit das formstärkste Team der Liga ist.
SVE gegen F95: Schafft Anfang noch die Wende?
Elversberg ist zurück auf einem direkten Aufstiegsplatz. Nachdem die Mannschaft von Vincent Wagner in den letzten Wochen die ein oder andere Delle überstehen musste, hat sich das Team von der Kaiserlinde nun wieder stabilisiert und mit Erfolgen gegen Karlsruhe (3:2), Darmstadt (0:0) und Paderborn (2:1) die direkten Konkurrenten in der oberen Tabellenhälfte geärgert. Um Schalke noch vor Weihnachten vom Thron zu stoßen, müsste die SVE weiter siegen und auf Ausrutscher hoffen.
In Düsseldorf brennt bekanntlich der Baum. Sportvorstand Klaus Allofs wird sich spätestens am Saisonende verabschieden, doch bis dahin ist der ehemalige Bundesliga-Manager noch in seiner Entscheidungsmacht gefordert. Offensichtlich scheint, dass Cheftrainer Markus Anfang seinen Kredit mit jedem weiteren Rückschlag schon wieder verspielt haben könnte - sofern bei den Fans überhaupt noch der Glaube an eine Wende vorhanden ist. Die offensivschwächste Mannschaft der Liga muss jetzt punkten.
S04 gegen FCN: Schalke vor Herbstmeisterschaft
Kommt die Herbstmeisterschaft ausgerechnet im Kumpel-Duell mit Nürnberg? Von chaotischen Zuständen auf Schalke ist jedenfalls schon längst nicht mehr die Rede, nun können die Königsblauen sogar den ganz großen Coup der Hinserie perfekt machen. Übermut wird es unter Cheftrainer Miron Muslic jedenfalls nicht geben, so viel dürfte über den S04-Erfolgscoach mittlerweile bekannt sein. So oder so - königsblaues Lametta wird in untypischer Ruhe am Weihnachtsbaum hängen.
In Nürnberg ärgerte sich Miroslav Klose wiederum über die jüngsten Rückschläge, die seine Mannschaft nach langer Findungsphase in dieser Saison einstecken musste. Dass der Weltmeister von 2014 sein Team aber aus der erneuten Delle heraus führen kann, sollte inzwischen niemanden mehr überraschen. Nur sollten weitere grobe Schnitzer ausbleiben, um die Thematik wieder aufzuheizen. Jedes weitere Erfolgserlebnis vor der Winterpause dürfte die Zukunftsplanung am Valznerweiher positiv beeinflussen.