• Facebook
  • Twitter

Bielefelder Lebenszeichen durch Derby-Erfolg: "Nicht zu viel freuen“

Scherning Daniel Bielefeld

Bei Schlusslicht Arminia Bielefeld dominierte nach dem 2:0-Erfolg im Ostwestfalen-Derby beim SC Paderborn Erleichterung statt Freude die Stimmung. Allen im Lager des Erstliga-Absteigers war bewusst, dass der Sieg zunächst nicht mehr als ein existenziell wichtiges Lebenszeichen war und eine Entwarnung nur durch weitere Bestätigungen des erst vierten Saisonsiegs möglich ist.

Fraisl will gegen Magdeburg "wieder etwas holen“

Deswegen mahnte Torwart Martin Fraisl seine Teamkollegen auch umgehend zur Fokussierung auf den Jahresabschluss am Sonntag gegen Aufsteiger 1. FC Magdeburg. "Ich dachte diese Saison schon zweimal, dass wir den Wendepunkt geschafft haben, haben aber dann verpasst nachzulegen. Wir müssen am Sonntag wieder etwas holen und dann eine gute Basis für die Rückrunde legen“, sagte der österreichische Schlussmann auf der Vereinshomepage.

Immerhin erscheint die Lage der Arminen nicht mehr ganz so trostlos. Durch den Erfolg im Nachbarschaftsduell nach Treffern von Janni Serra (40.) und Sebastian Vasiliadis (45.+2) hat Bielefeld am Tabellenende den Kontakt zu den Abstiegsrivalen zumindest vorläufig wiederhergestellt. Im Falle eines für die Arminen optimalen Verlaufs des Hinrunden-Finales könnte die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning sogar noch über dem Strich auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern.

Umso mehr jedoch forderten auch die beiden Torschützen einen überzeugenden Auftritt gegen Magdeburg. "Wir genießen den Moment, freuen uns aber nicht zu viel. Es muss am Sonntag weitergehen“, sagte Serra, während Vasiliadis an seiner früheren Wirkungsstätte ergänzte: "Der Trend zeigt, dass wir besser Fußball spielen und so die Wahrscheinlichkeit auf Siege erhöhen. Das war ein wichtiges Spiel, das wir gewonnen haben, aber es ist mindestens genauso wichtig nachzulegen.“

Scherning: "Rote Karte entscheidet das Spiel wahrscheinlich“

Beinahe mit den gleichen Worten bewerte Scherning den Auswärtssieg seiner Elf im bislang so wenig befriedigenden Saisonverlauf. Dem Coach war allerdings auch nicht entgangen, dass der Platzverweis gegen Paderborns Torhüter Jannik Huth (8.) wegen absichtlichen Handspiels außerhalb seines Strafraums den Arminen früh in die Karten gespielt hatte. "Die Rote Karte“, sagte Scherning denn auch, "die Rote Karte entscheidet wahrscheinlich das Spiel.“

Doch letztlich waren Scherning in seiner Geburtsstadt die Umstände des wichtigen Erfolgs einerlei. "Wir sind froh und erleichtert“, beschrieb der 39-Jährige die Gemütsverfassung im Gäste-Lager.

Fraisl nahm unterdessen seine Vorderleute für das Duell mit Magdeburg in die Pflicht: "Für mich ist es am wichtigsten, dass wir als Mannschaft intern in dieser schwierigen Phase zusammenstehen und den Fans zeigen können, dass wir Widerstandsfähigkeit besitzen und etwas zurückgeben, nachdem sie eineinhalb Jahre oft nicht so schöne Spiele saßen. Wir wollen zeigen, dass wir eine Kämpfertruppe sind."