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Club fällt erneut auseinander: "Das darf nicht passieren"

© imago images / Pressefoto Baumann

Drei Spiele absolvierte der 1. FC Nürnberg nun unter Trainer Jens Keller, keines davon konnte der Club bisher für sich entscheiden. Bei der 1:3-Niederlage gegen den VfB Stuttgart konnten die Mittelfranken auch nur in einer Halbzeit beweisen, welches Potential in ihnen steckt.

Kellers Plan geht anfangs auf

Michael Frey netzte nach zehn Minuten zur Führung für den 1. FC Nürnberg ein, zur Halbzeit stand die Null. Am Ende konnte der Club allerdings froh sein, dass Silas Wamangituka in der Nachspielzeit zu schnell für ein viertes Tor für die Gastgeber aus Stuttgart war. "Unser Plan ist in der ersten Halbzeit gut aufgegangen", zeigte sich Cheftrainer Jens Keller mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden – aber eben nur mit den 45 Minuten, in denen die Mittelfranken ihre Führung verteidigen konnten.

"Wir wollten tief stehen und den Stuttgartern Ballbesitz geben. Wir haben das gut verteidigt, waren in den Räumen sehr aggressiv und machen dann auch das Tor", verlief zunächst alles nach Matchplan, doch Keller sah auch das Unglück kommen: "Danach hätten wir in den Umschaltsituationen mutiger auftreten müssen. Da gab es durchaus Möglichkeiten." Zwei Mal hatten die Nürnberger dann Glück, einmal wurde ein Tor von Wataru Endo vom Videoassistenten zurückgepfiffen, einmal mehr stand Mario Gomez bei einem Treffer im Abseits. Nach Kellers Vorstellung waren das nicht die einzigen fragwürdigen Gegentore: "Nach der Pause gibt es dann einen diskussionswürdigen Elfmeter und vor dem zweiten Tor wird Johannes Geis eindeutig weggeräumt."

"Es wird nicht einfacher"

Definitiv diskussionswürdig ist derweil das Abwehrverhalten der Nürnberger. Ohne Videoassistenten hätten es in Stuttgart durchaus mehr Gegentreffer geben können. "Das darf nicht passieren, ist nun aber schon öfter passiert. Ich weiß nicht, ob da die Abstimmung gefehlt hat", ärgerte sich auch FCN-Kapitän Hanno Behrens über das Zustandekommen der Tore. Dabei gab es auch positives: "Bis zum 1:1 haben wir wenig zugelassen." Nebenmann Lukas Jäger bezeichnete die Gegentore als "billig hergeschenkt" und gemeinschaftlich fragt man sich, wieso der Club nach der Pause derartig einbrach.

"In der ersten Halbzeit haben wir gut und solidarisch verteidigt, haben füreinander gekämpft", hob Torschütze Michael Frey im Nachgang der Partie hervor. Danach habe man sich "hinten reindrücken" lassen und das Spiel sei gekippt – den Grund konnte auch der Schweizer nicht nennen. Eines ist Lukas Jäger und den Nürnbergern aber bewusst: "Die Situation ist nicht zu unterschätzen. Wir stehen tief unten drin, es wird nicht einfacher." Zwei Heimspiele darf der FCN noch vor der Winterpause absolvieren, eines davon ist gegen das Tabellenschlusslicht aus Dresden. Keine Frage, Nürnberg muss nun dringend punkten – sonst ist der Durchmarsch in die 3. Liga zum neuen Jahr ein realistisches Szenario.