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"Endgame": Hamburger SV braucht Superhelden

Während Superhelden aktuell im Kino in einem "Endgame" die Welt rächen, muss sich der Hamburger SV seinem ganz persönlichen Endspiel stellen – und da ist der Gegner nicht irgendein Außerirdischer, sondern der SC Paderborn. Wenngleich die Kicker aus Ostwestfalen als Aufsteiger wohl eine Geschichte hinter sich haben, die nicht von dieser Welt kommt. Der HSV hat nichts mehr zu verlieren.

"Wir wollen alles dafür tun"

Zweiter gegen Vierter, Aufsteiger gegen Absteiger oder SC Paderborn gegen den Hamburger SV – in der Favoritenrolle für dieses Spiel stehen in den Augen der meisten neutralen Beobachter die Paderborner. Dabei sind die Ostwestfalen genauso neu in diese Spielklasse dazugestoßen, wie der HSV und haben dabei einen deutlich weiteren Weg von unten hinter sich. Umso erstaunlicher, dass die Hamburger vor dem Entscheidungsspiel um den Aufstieg nun zittern müssen. "Wir wollen alles dafür tun, erfolgreich zu sein", gab sich HSV-Trainer Hannes Wolf im Vorfeld der Partie gegenüber dem "kicker" kämpferisch.

"Wenn man jetzt Troubleshooting macht, dann kommt ein Wunderheiler und zündet Kerzen an", verknüpfte der 38-Jährige moderne Wortwahl mit altmodischer Angst – soll im Klartext heißen: der HSV will und sollte sich nicht damit verrückt machen, die Fehler der vergangenen Partie allgegenwärtig im Kopf zu haben. Wolf wünscht sich "in den entscheidenden Momenten Konzentration, Konsequenz und auch ein bisschen Glück zu haben", um die Mission des direkten Wiederaufstiegs doch noch zu erfüllen.

Aus der Not eine Tugend machen

Die Bilanz gegen den SC Paderborn liest sich aus Hamburger Sicht gar nicht schlecht: Weder beim 1:0-Sieg im Hinspiel, noch im 2:0-Aufeinandertreffen im Pokal musste der HSV einen Treffer gegen die torgefährlichen Aufsteiger schlucken und konnte beide Partien für sich entscheiden. Trotzdem ist die objektive Wahrnehmung so, dass der durch die eigene Niederlagenserie bereits als Verlierer fest stünde. "Keiner rechnet mehr mit uns. Das heißt, wir können jetzt ganz, ganz viel gewinnen. Darin steckt eine Chance", will Hannes Wolf genau daraus die nötige Motivation ziehen.

"Wir hatten gefühlt die ganze Zeit sehr viel zu verlieren", blickt der Cheftrainer auf die Erwartungshaltung über die gesamte Saison zurück und muss feststellen: "Nun haben wir nichts mehr zu verlieren." Bis auf seinen eigenen Job vielleicht, denn Wolf sitzt längst nicht mehr sattelfest in seinem Sitz. Doch der Chefcoach ist sich sicher: "Aus der Niederlage gegen Ingolstadt wollen wir eine Möglichkeit kreieren." Denn sollte der HSV das Spiel gegen Paderborn erneut erfolgreich gestalten, dürfte sich die Lage des Ex-Bundesligadinos schlagartig verbessern. Wenn nicht, könnte es im schlimmsten Fall am letzten Spieltag um nichts mehr gehen.