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FCN im Aufwind zur Zielsetzung: "Team soll kein Alibi haben"

© IMAGO / Zink

Zum ersten Mal seit drei Jahren hat der 1. FC Nürnberg mehr Siege als Niederlagen eingefahren. Zu Jahresbeginn, als der Club nur einen Punkt aus sechs Spielen sammelte, sah das noch nicht danach aus. Trotzdem hielt Sportvorstand Dieter Hecking am Cheftrainer fest und wurde in dieser Saison belohnt – obwohl eine Zielsetzung in der oberen Tabellenhälfte nicht allen gefiel. Alibis soll es in Nürnberg aber nicht geben.

"Ankündigung kann uns verfolgen"

In der Aufstiegssaison 2017/18 genügten 60 Punkte, um sich den zweiten Tabellenplatz zu sichern. Die Bilanz zeigte damals 17 Siege – und nur acht Niederlagen. Danach folgten durchwachsene Jahre, in denen der Club insgesamt 46 Niederlagen erlitt, inklusive Bundesliga-Abstieg und Beinahe-Absturz in die 3. Liga. Fast die Hälfte aller Spiele wurde in den letzten drei Jahren verloren! Die Zielsetzung, dass der FCN in dieser Saison zwischen dem fünften und dem achten Platz über die Linie geht, überraschte – und gefiel auch nicht allen, wie auch der "Kicker" berichtet.

Es habe "eine interne Diskussion" gegeben, wie FCN-Sportvorstand Dieter Hecking in einem vereinseigenen Interview preisgab. "Weil uns diese Ankündigung ein Stück weit verfolgen kann." Cheftrainer Robert Klauß, der zu Jahresbeginn nur einen Punkt aus sechs Spielen im Januar holte, und Sportdirektor Olaf Rebbe empfanden das offizielle Saisonziel unglücklich, weil es den Druck auf den Club erhöhte. Hecking wollte, dass "die Mannschaft weiß, wo es hingehen soll, sie soll kein Alibi haben". Und der Mut des 57-Jährigen wurde wiederholt belohnt, schließlich steht der FCN zurzeit auf dem fünften Platz.

Heckings Vertrauen in Klauß

Zuerst hielt Hecking an Klauß fest, dann drehte er im vergangenen Sommer offensichtlich die richtigen Stellschrauben. Eine Wiederholung des Saisonziels, nämlich erneut eine sorgenfreie Saison zu spielen, ergab für den Sportvorstand wenig Sinn. "Wir müssen jetzt weiterkommen", forderte Hecking den nächsten Entwicklungsschritt von Mannschaft und Verein. Sorgen, dass das schiefgehen könnte, hatte der 57-Jährige nicht – und machte die Situation noch einmal an der bedrohlichen Phase im Januar fest.

"Ganz Nürnberg hat gedacht, dass es wieder Richtung Relegation geht, wenn nicht sogar noch mehr. Das Gefühl hatte ich in der Phase nicht", bekräftige Hecking, dass er zu jedem Zeitpunkt von den Handlungen des Vereins überzeugt war. Und auch von Robert Klauß. "Ich merke als ehemaliger Trainer, ob jemand die Mannschaft verliert oder nicht. Ich kann daher sehr gut beurteilen, ob die Mannschaft zum Trainer steht oder nicht, und die Mannschaft stand in der Phase der Saison zum Trainer", so Hecking. Als Lohn erarbeitete sich der FCN die erste positive Bilanz seit drei Jahren – mit 30 Punkten in der Tabelle. Die Hälfte der Punktzahl, die vor der Krisenzeit zum Aufstieg genügte.