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FCN und die Entwicklung: Bislang Einbahnstraße in den Keller

© imago images / Zink

Der 1. FC Nürnberg will die vergangene Saison vergessen machen und wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen, das ist klar. Mit Robert Klauß holte der Club dafür einen jungen, vielversprechenden Trainer, der diesen Prozess einleiten sollte. Bislang konnten die Franken aber noch keine Früchte aus diesem Projekt ernten, denn immer wieder wirft sich das Team selbst zurück.

Neuanfang ohne Besserung

931 Tage lagen zwischen dem Duell mit Fortuna Düsseldorf um die Zweitligameisterschaft 2017/18 und dem letzten Frankenderby mit der SpVgg Greuther Fürth am vergangenen Spieltag. Die Partien endeten jeweils mit einer 2:3-Niederlage für den Club, doch zwischen diesen beiden Aufnahmen liegen Welten des Verständnisses. Dem Bundesliga-Aufstieg folgte bekanntermaßen ein besorgniserregender Niedergang, der sich nun auch in das dritte Jahr in Folge zieht. Mit zehn Punkten aus neun Spielen stehen die Nürnberger auch in der laufenden Saison längst nicht da, wo sie wieder hinwollen.

Im Sommer wurde – wieder einmal – vieles umgekrempelt. Dieter Hecking kehrte als Sportvorstand zurück ins Frankenland und installierte mit Robert Klauß einen vielversprechenden Cheftrainer, der die Wende noch nicht herbeiführen konnte. Stets betont der 36-Jährige den Entwicklungsprozess, denn das Gesicht der Mannschaft hat sich – wieder einmal – im Sommer verändert. Mit Lukas Mühl, Georg Margreitter, Enrico Valentini, Hanno Behrens und Adam Zrelak stehen aber auch fünf Spieler unter Vertrag, die in der erfolgreichen Zeit vor 931 Tagen schon dabei waren. Vier davon waren wichtige Säulen im Aufstiegsjahr, doch heute haben nur noch wenige ein gutes Standing bei den Fans. Der Neuanfang trägt bislang keine Früchte.

Entwicklungsprozess stockt

Dennoch können die erfahrenen Kräft helfen, den Entwicklungsprozess voranzutreiben – um davon überhaupt etwas erkennen zu lassen. Eine Statistik zieht sich durch die bisherige Saison des FCN, die sinnbildlicher nicht sein könnte: In nur sechs Partien verspielte Nürnberg acht (!) Führungen, am vergangenen Spieltag gegen Fürth ging der FCN erstmals nicht selbst in Front. Nur gegen Sandhausen und Osnabrück konnten die Clubberer einen Vorsprung erzielen, teilweise ausbauen und vor allem halten.

Die Bilanz spricht in Summe nicht für die Nürnberger, aber auch nicht vollständig gegen sie. Obwohl sich der FCN immer wieder zurückwerfen lässt, kommen die immerhin in die entsprechende Rolle, sich vom Erreichten zurückwerfen zu lassen. Sollte der viel beschworene Entwicklungsprozess nun auch mal eintreten, dann könnte im Frankenland tatsächlich von einer Entwicklung gesprochen werden. Angesichts der vorangegangenen Ergebnisse, immer wieder denselben Fehler zu machen, kann man davon aber sicherlich nicht sprechen. Die Lösungen müssen her, um den FCN wieder in ruhiges Fahrwasser zu lenken. Andernfalls war die Horrorsaison vor einem Jahr kein Ausnahmefall, sondern womöglich der Entwicklungsprozess einer negativen Abwärtsfolge.