• Facebook
  • Twitter

Hamburger SV: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Jatta

© IMAGO / Joachim Sielski

Bakery Jatta steht vor seinem 100. Zweitliga-Spiel für den Hamburger SV. Schon vor zwei Jahren kamen Gerüchte auf, dass der Flügelspieler jedoch unter falschem Namen spielt. Nun hat die Staatsanwaltschaft Hamburg offiziell eine entsprechende Anklage gegen den HSV-Profi erhoben, wie die "Bild" berichtet.

Anklage in mehreren Fällen

Bakery Jatta soll in Wirklichkeit Bakary Daffeh heißen und bereits zwei Jahre älter sein, als der Hamburger Flügelspieler mit seinen 23 Jahren angegeben habe. Deshalb wird dem HSV-Profi nun offiziell ein "Vergehen gegen das Aufenthaltsgesetz in vier Fällen" sowie ein weiterer Fall "mittelbare Falschbeurkundung" vorgeworfen, wie es in der Anklage der Staatsanwaltschaft Hamburg heißt. Hintergrund ist, dass Jatta aufgrund der vermeintlich falschen Altersangabe eine mögliche Abschiebung verhindert habe. Im Sommer 2015 kam Jatta als Flüchtling ohne Pass und Aufenthaltstitel nach Deutschland, erreichte aber als Minderjähriger – er sei zu dem Zeitpunkt 17 Jahre alt gewesen – eine Duldung.

"Tatsächlich war der Angeschuldigte zuvor bereits unter seinen Echtpersonalien Bakary Daffeh, geboren am 06.11.1995, bei verschiedenen afrikanischen Vereinen als Fußballprofi tätig", so der Verdacht der Staatsanwaltschaft. Entsprechend soll Jatta nun vor einen Jugendrichter gestellt werden. Belastet wird Jatta durch zwei Trainer, die ihn bei ehemaligen Klubs in Afrika als Bakary Daffeh trainiert haben wollen. So die eindeutigen Aussagen von Ibou Diarra und Mustapha Manneh vor zwei Jahren. Auffällig sei außerdem, dass Daffeh seither verschwunden ist.

Ähnlicher Vorfall beim VfB Stuttgart

Im deutschen Profi-Fußball ist der Fall "Bakery Jatta" kein Einzelfall. Im vergangenen Juni veröffentlichte der VfB Stuttgart eine Stellungnahme, derzufolge sich Shootingstar Silas Wamangituka freiwillig bei den VfB-Verantwortlichen als Silas Katompa Mvumpa identifizierte – der außerdem ein Jahr älter war, als seine vorherigen Angaben glauben ließen. Der Offensivspieler aus der Demokratischen Republik Kongo gab an, dass er selbst Opfer von Machenschaften eines Spielervermittlers geworden sei. Der Deutsche Fußball-Bund sprach anschließend eine dreimonatige Sperre für den Flügelspieler aus.