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Hannover erlebt einen "Tag zum Vergessen“

© imago/foto2press

Im Lager von Hannover 96 herrschte nach der 1:3 (0:0)-Pleite beim SV Sandhausen missmutige Stimmung. Statt einen womöglich schon entscheidenden Befreiungsschlag im Abstiegskampf zu feiern kassierten die Niedersachsen einen schweren Dämpfer und dürfen sich weiterhin noch nicht in allzu großer Sicherheit wähnen.

Kaiser: "Das ist brutal bitter“

"Das ist brutal bitter“, stellte Mittelfeldspieler Dominik Kaiser auf der Vereinshomepage nach der ersten Niederlage seit dem Re-Start niedergeschlagen fest. Seine Ernüchterung war umso größer, "weil wir in den letzten Wochen und Monaten wirklich auf einem guten Weg waren“.

Auch Torhüter Ron-Robert Zieler konnte der Vorstellung keine positiven Seiten abgewinnen. "Das war nicht das, was wir in den letzten Spielen gezeigt haben“, konstatierte der frühere Weltmeister einen Leistungsabfall.

In der Tat hat Hannovers Formkurve einen sichtbaren Knick bekommen. Nach zunächst drei Siegen in Serie droht durch das das anschließende Remis gegen Abstiegskandidat Karlsruher SC (1:1) und nun den Rückschlag in Sandhausen, wo der Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 durch John Guidetti (58.) zu wenig für einen Erfolg war, eine Trendwende – und damit eine nochmals intensive Verwicklung in den schon weitgehend für überstanden geglaubten Kampf um den Klassenerhalt.

Der Vorsprung von 96 auf die Gefahrenzone ist vor dem Nachholspiel am Mittwoch gegen das aus der Quarantäneschonzeit zurückkehrende Schlusslicht Dynamo Dresden zwar immer noch vergleichsweise beruhigend. Doch Zieler mahnte schon vor der Rückreise an die Leine wieder "komplette Konzentration auf das Wesentliche“ an. Der Schlussmann beklagte besonders, dass die Platzherren "den Fight mehr angenommen haben“ und "in den Zweikämpfen einen Tick effektiver und konsequenter waren“.

Kocak will "Lehren ziehen“

Entsprechend bedient war auch Hannovers Trainer Kenan Kocak: "Ich bin natürlich enttäuscht. Das war ein Tag zum Vergessen“ Das war nicht das, was uns stark macht. So dürfen wir uns nicht präsentieren“. Der Coach stellte denn auch für das Duell mit Dresden Konsequenzen in Aussicht. "Wir werden unsere Lehren daraus ziehen.“

Wie Kocak hofft auch Zieler gegen Dynamo auf eine Rückkehr in die Erfolgsspur. "Wir sind in der Pflicht“, meinte der Keeper, "etwas zu holen und die Dinge wieder gerade zu rücken.“

Allerdings müssen die Schwarz-Grünen dabei auf jeden Fall ohne Kapitän Marvin Bakalorz auskommen. Der 30-Jährige erlitt bei seinem ersten Einsatz in Hannovers Anfangsformation seit Mitte Februar durch einen unglücklichen Zusammenprall mit Kaiser eine schwere Brustkorb-Prellung und musste noch vor der Pause vom Platz geleitet werden. Zwar bestätigte die Diagnose der Ärzte nicht die zunächst befürchteten Brüche, aber nach Angaben der Bild-Zeitung fällt Bakalorz mindestens für die nächsten vier Begegnungen aus.