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Hansa erwartet Mehrbelastung in Millionenhöhe – Angst um Sponsoren

IMAGO / Fotostand

Sportlich kämpft der F.C. Hansa Rostock um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Doch auch im wirtschaftlichen Bereich ist der Klub so sehr gefordert wie lange nicht mehr. Durch die gestiegenen Strom- und Gaspreise werden enorme Mehrbelastungen erwartet. Zudem herrscht Sorge über die Stärke einiger Sponsoren.

Allein Strom kostet 600.000 Euro mehr

Um über 20 Prozent wurden die Ticketpreise bei Hansa vor der Saison angehoben. Dem Klub war klar, dass die Saison teurer wird. Es war ein Schritt, um steigende Kosten abfedern zu können. Doch die Lage hat sich bekanntermaßen so zugespitzt, dass dies allein nicht mehr ausreicht. "Unser Stromvertrag wurde zum Jahresende gekündigt. Wir kennen unsere neuen Konditionen noch nicht", wird Vorstands-Boss Robert Marien in der "Bild" zitiert.

Und da gibt es zwei Probleme: Zum einen wird der Verbrauch durch zwei Konzerte des Musikers Marteria und zusätzliche Büros steigen – von 1,25 Millionen Kilowattstunden (kWh) auf ca. 1,5 Millionen jährlich. Was aber am meisten Bauchschmerzen bereitet: Der Strompreis wird sich wohl mindestens verdreifachen. "Das wären allein beim Strom 600 000 Euro Mehrbelastung, zusammen mit Wärme reden wir über eine Million Euro mehr", so Marien.

Neue Heizung für 1,1 Millionen Euro

Da auch die Heizkosten extrem ansteigen werden, soll deshalb in der Winterpause ab dem Heimspiel gegen Nürnberg am 9. November die Rasenheizung ausgetauscht werden. Die Kosten werden bei rund 1,1 Millionen Euro liegen. Im Gegenzug soll der Verbrauch bei der Fernwärme um 20 Prozent gesenkt werden. Insgesamt gehen 40 Prozent der Heizkosten auf die Rasenheizung. Wie hoch die Fernwärme-Kosten sein werden, weiß man beim F.C.H noch nicht.  "Da haben wir noch kein aktuelles Angebot." Eine verdrei- bis verachtfachung steht jedoch im Raum.

Weiter Maßnahmen, um Wärme einzusparen, sind unter anderem die Umstellung auf LED und die Installation von Bewegungsmeldern. Auch die Solaranlage auf dem Dach soll besser genutzt werden, in der Zukunft bis zu 40 statt der bisherigen 20 Prozent genutzt werden, um die Bedarf abzudecken.

Halten die Sponsoren durch?

Sorge bereitet jedoch auch die Lage der Sponsoren, von denen Hansa sehr abhängig ist (fast ein Drittel des Umsatzes kommt von ihnen). "Wenn wir alleine wären, dann ist diese Krise für uns in der zweiten Fußball-Bundesliga zu überstehen", so Marien beim "NDR". Doch so geht der Blick auch zu den Geldgebern: "Unbeherrschbar könnte die Situation werden, wenn die Sponsoren wanken", so Marien. Und für viele Unterstützer sei unklar, wie es im Winter weitergeht. Immerhin: Die Fans geben bei Heimspielen genau so viel Geld aus wie früher. Dort hat der Klub noch Gewissheit.