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Heidenheim: Mit "Herz" und "Mut" im Viertelfinale gegen Bayern München

Als klarer Außenseiter geht der 1. FC Heidenheim am Mittwochabend (18.30 Uhr) in das Pokalduell mit dem FC Bayern München, dennoch erwartet Trainer Frank Schmidt, dass seine Spieler gegen den Rekordmeister ihr "Herz in die Hand nehmen und mit Mut agieren." Schließlich weiß wohl keiner in den Reihen der Heidenheimer besser, wie man die scheinbar übermächtigen Bayern schlägt, als der 45-jährige Chefcoach.

Vor knapp 25 Jahren: Schmidt wird zum Bayern-Schreck

Fast 25 Jahre ist es nun her, da war Frank Schmidt Teil der wohl größten Pokalüberraschung, die der deutsche Fußball bisher gesehen hat. Am 14. August 1994 stand der heutige Trainer des 1. FC Heidenheim als damals  20-jähriger Spieler für den Süd-Regionalligisten TSV Vestenbergsgreuth auf dem Platz und traf in der 1. Runde des DFB-Pokals auf die Bayern, die, trainiert von Giovanni Trapattoni, eigentlich nur eben flott einen Pflichtsieg einzufahren gedachten. Allein, daraus wurde nichts. Denn die Mittelfranken hielten mutig dagegen, gingen 1:0 in Führung und sollten den Vorsprung anschließend auch nicht mehr aus der Hand geben.

Heidenheim will keine "Mannschaftsbusse parken"

Eine ähnlich große Überraschung wäre nun auch ein Auswärtserfolg der Heidenheimer im Viertelfinalspiel in München. Dass der aber alles andere als realistisch ist, daraus wollte Schmidt in der Pressekonferenz vor dem Spiel keinen Hehl machen: "Wir können unser bestes Spiel der Vereinsgeschichte machen, aber wenn Bayern uns keine Tür aufmacht, dann kann es auch ein böser Abend werden", so der 45-Jährige. Dennoch habe er zusammen mit seinem Team nicht vor "einen oder zwei Mannschaftsbusse vor dem Sechzehner zu parken." Stattdessen wolle man durch viel Laufarbeit und Kampf so gut wie möglich mithalten und insbesondere über Konter zu Tormöglichkeiten kommen. Denn, "wenn ein Gegner so hoch steht und so viel Druck ausübt, bedeutet es, dass in der gegnerischen Hälfte viel grüne Wiese zu sehen ist."

Vorteil FCH: Zweitligist tritt ohne Druck in München an

Wie ernst es den Heidenheimern mit dem Spiel in München ist, lässt sich auch daran ablesen, dass man den Rekordmeister zuletzt zweimal live im Stadion beobachten ließ. Während Co-Trainer Dieter Jarosch beim 1:1 der Freiburger am vergangenen Wochenende an der Dreisam verweilte (Endstand 1:1), sah Schmidt höchstselbst das 6:0 der Bayern gegen Mainz vor der Länderspielpause. Die große Dominanz der Bayern, insbesondere in Ballbesitz, dürfte den beiden dabei aber auch schon vorher bekannt gewesen sein.

Ein Vorteil ist für die Heidenheimer, die von rund 10.000 Fans nach München begleitet werden, aber immerhin die Drucksituation, wie Schmidt vor der Partie klar stellte: "Das ist nur ein Spiel und es ist keine ganze Saison in Gefahr." Bei den Bayern sieht das hingegen etwas anders aus. Nach dem Aus in der Champions-League und vor dem wichtigen Meisterschaftsspiel gegen Dortmund wäre das Pokal-Aus nichts anderes als eine Katastrophe.