• Facebook
  • Twitter

Heimstatistik aufpoliert: Paderborns Verlass auf Michel und Platte

© IMAGO / Ulrich Hufnagel

Auf fremden Plätzen ist der SC Paderborn eine Macht, nun konnten die Ostwestfalen auch beim 2:1-Sieg gegen Ingolstadt im heimischen Stadion nachlegen. Am Ende wurde die Partie jedoch genauso knapp, wie Cheftrainer Lukas Kwasniok im Vorfeld erwartet hatte. Umso mehr freute sich der Fußballlehrer über die anhaltende Gier seiner Mannschaft.

"Geschwätz der Heimproblematik"

Sven Michel und Felix Platte – das Sturm-Duo des SC Paderborn ließ es am vergangenen Spieltag wieder krachen. Gemeinsam erzielten sie schon 18 von 28 Toren der Ostwestfalen, was nun auch der FC Ingolstadt zu spüren bekam. Obwohl die Partie lange ausgeglichen war, wie auch der SCP-Coach einräumte. "Es hat mich nicht wirklich überrascht, dass es das sein wird. Wer dachte, dass wir Ingolstadt hier aus dem Stadion schießen, der hatte einen Denkfehler", so Lukas Kwasniok. Zumal der Gegner die große Chance zur Führung vom Elfmeterpunkt liegen ließ.

"Wir haben in der Halbzeit ein bisschen korrigiert, dann bekommst du mit der ersten Aktion einen Elfmeter gegen dich", sah Kwasniok den Start in den zweiten Abschnitt bereits kritisch. Bis dahin fehlte dem SCP über weite Strecken die Überzeugung im Offensivspiel, man habe "zu viele Bälle in die Breite gespielt und zu wenig die Box bedroht". Jannik Huth parierte dann zwar, aber eine gewisse Thematik kam durchaus in die Gedanken. "Es war spürbar, dass dieses – und das meine ich jetzt nicht abwertend – Geschwätz der Heimproblematik irgendwas mit dir macht. Umso wichtiger war es dann, dass Sven Michel auf dem Platz war", erklärte Kwasniok. Denn der routinierte Stürmer war wieder einmal zur Stelle.

Lob für Sturm-Duo und 'Schaschu'

Mit der Führung im Rücken erhöhte der SCP dann schnell, musste aber nach einem ebenfalls fixen Anschlusstreffer weiter zittern. "Dann war klar, dass es die letzten Minuten ein wildes Spiel werden wird. Da geht es darum, dem Gegner den Todesstoß zu verpassen, aber das haben wir nicht geschafft", hielt Kwasniok fest. Dennoch war er von der Gier seiner Mannschaft beeindruckt, wenngleich ihn die Situation nach dem Ballverlust am gegnerischen Strafraum, der im Anschlusstreffer endete, ärgerte. "Die größte Qualität ist, immer gierig zu bleiben", so der SCP-Coach im Anschluss.

Dass der Videoassistent die Elfmeter-Situation kurz nach der Pause ausgiebig überprüfte, stellte indes kein Problem für Kwasniok dar. Obwohl er sogar anderer Meinung war. "Für mich spielt Jasper (van der Werff; Anm. d. Red.) den Ball recht klar ins Aus. Aber das ist vielleicht eine falsche Interpretation. Deswegen ist es wichtig, das zu checken", zeigte sich der Übungsleiter diplomatisch. Wohl dem, der anschließend auf seine Torgaranten zählen kann. "Es ist weltklasse, dass du zwei solche Typen hast, wo der Gegner schon vorher weiß, die können dir immer wehtun", lobte Kwasniok das Sturm-Duo, aber auch die Doppelsechs ließ er nicht außer Acht. "Was 'Schaschu', so nenne ich Ron Schallenberg und Marco Schuster immer, wegarbeiten, das ist schon bravourös", so der SCP-Coach in Gänze.