• Facebook
  • Twitter

Historischer Pokalerfolg für den Jahn: Meyer wird zum Elfmeterheld

© IMAGO / ActionPictures

Erstmals in der Vereinsgeschichte steht der SSV Jahn Regensburg im Viertelfinale des DFB-Pokals! Ein dramatisches Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Köln endete für die Elf von Cheftrainer Mersad Selimbegovic mit einem Jubelsturm, weil Max Besuschkow beim letzten Elfmeter eiskalt blieb. Zuvor hatten die Regensburger Glück beim dritten Kölner Treffer und einem gehaltenen Strafstoß in der regulären Spielzeit.

"Es war korrekt"

In den ersten 20 Minuten eines langen Pokalabends lief der SSV Jahn besonders "Effzeh"-Flügelspieler Ismail Jakobs hinterher. Gleich zwei Mal blieb er Sieger im Laufduell gegen Sebastian Nachreiner, sodass die Regensburger einem zweifachen Rückstand gegen einen Bundesligisten hinterherliefen. "Wir waren der Underdog und haben an uns geglaubt und nie aufgegeben", berichtete Scott Kennedy nach Abpfiff bei "Sky", dass er die Situation bei seiner Einwechslung nicht aussichtslos sah. Verletzungsbedingt ersetzte der Deutsch-Kanadier seinen Kollegen Nachreiner – und trug sich zehn Minuten später in die Torschützenliste ein. "Wir haben gesehen, dass man auch ohne Warmmachen ein Tor schießen kann", schmunzelte SSV-Cheftrainer Mersad Selimbegovic über sein goldenes Händchen.

Nach dem wuchtigen Anschlusstreffer wurde es kurios, denn nach einem Eckball netzte Köln erneut ein. "Wir hatten ein bisschen Glück beim dritten Gegentor, dass es nicht zählt. Es war auch korrekt, das hab ich mitbekommen", erklärte Selimbegovic in der Pressekonferenz nach der Partie. Ein Schuss der Kölner wurde von einem Regensburger Abwehrspieler geblockt, die Kugel sprang nach Außen und eine anschließende Hereingabe ging ins Netz. Nach Regelwerk war es eine Abseitsposition, denn der Block des SSV-Verteidigers galt nicht als neue Spielsituation. Die Kölner Frustration wurde danach mit dem Ausgleichstreffer von Jann George kurz vor der Pause bestraft.

Meyer hält Elfmeter vor Elfmeterschießen

"Es ist irgendwann ein typisches Pokalspiel geworden", resümierte Selimbegovic, der einen aufopferungsvollen Kampf seiner Mannschaft sah. "Bis zur 60. Spielminute waren wir die bessere Mannschaft, dann haben wir kräftemäßig etwas nachgelassen." Dennoch hielt die Abwehrreihe der Regensburger Stand, der Sieg folgte nach Verlängerung im Elfmeterschießen. Aber schon vorher zeichnete sich SSV-Torhüter Alexander Meyer in dieser Disziplin aus. "Er hat es uns ermöglicht, dass wir überhaupt ins Elfmeterschießen gekommen sind", lobte Selimbegovic seinen Keeper, der schon in der 77. Spielminute einen Handelfmeter durch Emmanuel Dennis parierte.

Im Elfmeterschießen versagten dann die Kölner Nerven. "Wir können stolz sein, dass wir das geschafft haben. Auch in der Art und Weise, im Elfmeterschießen, ist es noch schöner", freute sich der Cheftrainer über den historischen Erfolg der Regensburger, denn nach Achtelfinal-Teilnahmen in den Spielzeiten 1969/70 und 2003/04 erreicht der Jahn zum ersten Mal das Viertelfinale. "Es ist eine Sache, die der SSV Jahn geschafft hat", wollte Selimbegovic den Erfolg nicht als persönlich größten Erfolg seine Trainerkarriere werten.

Zumal sich die grauen Haare durch spannende Pokalspiele wie gegen Köln häufen – aber das lächelte Selimbegovic gekonnt weg: "Keiner hat mich gedrängt den Job zu machen, aber das liebe ich. Meine Nerven sind aber stabil, meine Frau und Kinder beklagen sich noch nicht." Von Berlin träumt der Übungsleiter aber nicht, denn im Viertelfinale wartet die nächste Herausforderung. "Favorit werden wir bestimmt nicht sein", so Selimbegovic triumphierend.