• Facebook
  • Twitter

Jahn Regensburg weiter unaufhaltsam: "Wir haben einen Lauf"

© IMAGO / Passion2Press

Der SSV Jahn Regensburg musste das erste Gegentor der Saison hinnehmen – doch vier eigene Treffer gegen den FC Schalke 04 brachten die Elf von Mersad Selimbegovic trotzdem zum wiederholten Male auf die Siegesstraße. Dabei startete der Jahn mit ziemlich viel Respekt vor dem ehemaligen Bundesligisten und hat dazu noch das nötige Glück in den richtigen Momenten.

"Harte Arbeit wird immer belohnt"

Nach insgesamt 351 Spielminuten in der neuen Saison war es soweit, dass SSV-Torhüter Alexander Meyer erstmals hinter sich greifen musste. Doch wer, wenn nicht der angehende Zweitliga-Rekordtorjäger, hätte es dem Jahn einschenken sollen? Genutzt hat es den Gästen aus Gelsenkirchen nicht, denn Regensburg schenkte den Königsblauen auf der anderen Seite vier Tore ein. "Harte Arbeit wird immer belohnt. Nicht nur bei mir, sondern generell im Leben", schloss SSV-Cheftrainer Mersad Selimbegovic die Pressekonferenz nach dem vierten Sieg in Folge voller Stolz ab.

Doch der Reihe nach. Zunächst sah es nämlich nicht danach aus, dass der Jahn an seine vorherigen Leistungen sofort anknüpfen könne. "Wir haben nicht so gut begonnen, wir haben zu viel Respekt gehabt gleich in den ersten Minuten. Da haben wir uns nicht getraut, durchzuschieben und durchzusichern oder ein bisschen mehr zu stressen", fasste Selimbegovic zusammen. Nach der Anfangsviertelstunde wurde es dann besser und Regensburg gab den Ball freiwillig in gegnerische Hände. Ein Schachzug des Coaches, damit die Schalker "in die Räume spielen, wo wir dicht stehen, wo wir uns immer gegenseitig helfen können. Das haben wir ein paar mal richtig gut gemacht, vor dem ersten Tor überragend." Schon nach acht Zeigerumdrehungen fiel der befreiende Führungstreffer.

Coach warnt vor Gefahren des Erfolgs

Zur Pause ärgerte sich Selimbegovic sogar über die knappe Führung, weil S04-Keeper Ralf Fährmann bei einer weiteren Großchance "leider super reagierte". Leidtragender war David Otto – der dafür dann im zweiten Abschnitt traf. "David Otto arbeitet vom ersten Tag an ehrlich und hart. Er opfert alles und gibt alles für die Mannschaft. Ich freue mich unheimlich, dass er getroffen hat", lobte Selimbegovic ausnahmsweise einen einzelnen Spieler. Dabei verfiel der SSV nach dem Seitenwechsel beinahe wieder in alte Muster, schließlich hatten die Regensburger mit einer Führung gegen Schalke "auf einmal etwas zu verlieren". Die Treffer von Steve Breitzkreuz (55.) und Otto (74.) zogen S04 allerdings den Zahn.

Und auch in diesen Fällen verfiel Selimbegovic nicht in allzu viel Euphorie. "Der Standard war nicht geplant. Er war schlecht geschossen, Albers steht dann da und Breitkreuz trifft ihn dann im Fallen. Da brauchst du auch das Glück", erzählte der Cheftrainer über den zweiten Treffer. Das Motto von Selimbegovic: "Einfach dranbleiben." Denn bei allem Wohlwollen hätte niemand in Regensburg wohl gedacht, dass nach vier Spieltagen die volle Punktausbeute auf dem Konto steht. Nun dürfe sich die Mannschaft nur nicht selbst verlieren, so der Coach: "Da lauert die Gefahr, dass wir besser sind, als wir sind. Wir haben einen Lauf, da müssen wir dranbleiben." Daran gibt es derzeit kaum Zweifel.