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"Jamilu, du nicht!": Baumgart frotzelt Paderborn zum Sieg

© IMAGO / Ulrich Hufnagel

In Paderborn wollte sich Fortuna Düsseldorf alle Chancen auf das Aufstiegsrennen wahren, doch dann zogen die Ostwestfalen überraschend ihre Trümpfe. Selbst Cheftrainer Steffen Baumgart hatte mit einem Sieg nicht mehr gerechnet, gab aber vor dem Ausgleich die richtigen Anweisungen – indem er Jamilu Collins lautstark ein Freistoß-Verbot auflegte.

"Trainer sagt, das lassen wir lieber"

In der Pressekonferenz nach dem 2:1-Sieg gegen Düsseldorf verzog SCP-Coach Steffen Baumgart keine Miene. "Da Jamilu keine Freistoßkünste hat, würde ich sagen, brauchen wir da kein Vertrauen drin haben. Es gibt Sachen, die sollte er nicht tun", kommentierte der 49-Jährige die Szene vor dem Ausgleichstreffer der Paderborner stoisch, was auf dem Podium zu amüsiertem Gelächter führte – denn Baumgart verkaufte einmal mehr seine Anweisungen per trockenem Humor. Was war passiert?

Bei einem Freistoß standen Jamilu Collins und Kai Pröger bereit, woraufhin Baumgart im Spiel lautstark forderte: "Jamilu, du nicht!" Der Linksverteidiger musste schon auf dem Feld lachen, woraufhin dann Pröger den Ball in die Maschen schnibbelte. "Manchmal ist das Selbstvertrauen der Jungs größer, als das, was sie wirklich können oder wo der Trainer sagt, das lassen wir lieber mal", erklärte Baumgart im Nachgang weiterhin trocken. Auf Twitter reagierte Collins am selben Tag humorvoll und kündigte an: "Keine Sorge. Nächstes Mal stehe ich bereit." SCP-Kapitän Uwe Hünemeier, Baumgarts verlängerter Arm, konterte in Manier seines Coaches: "Nein, wirst du nicht!" Frotzeleien, die den Paderborner Teamgeist beweisen.

SCP überrascht Baumgart

Zu besagtem Teamgeist gehörte auch der Einsatz von Ersatzkeeper Jannik Huth, der in den kommenden Partien für Leopold Zingerle randarf. "Es war wichtig, dass wir Jannik das Zeichen zu geben, dass wir wissen, was er für uns getan hat. Das ändert nichts am Start von Leo", versicherte Baumgart, dass sein Vertrauen in die Nummer eins ungebrochen, aber auch das Vertrauen in den Stellvertreter groß war. Huth musste daraufhin zwar den ersten Ball aus dem Netz fischen, doch Pröger und Srbeny drehten die Partie binnen Sekunden für die Paderborner. Ein Umstand, der auch Baumgart fast schon überraschte: "Nach dem 0:1-Rückstand habe ich nicht unebdingt erwartet, dass wir das noch gezogen bekommen." Für Paderborn war es der elfte Saisonsieg, sodass die Ostwestfalen auf dem Weg zu einem einstelligen Tabellenplatz sind.