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Krisentreffen in Hannover: Kind erhöht den Druck

© imago images / Picture Point

Von Feierlaune war bei Hannover 96 zu Wochenbeginn kurz vor der Jubiläumsfeier zum 125-jährigen Bestehen keine Spur. Vielmehr bestellte Klubchef Martin Kind nach der 1:3-Heimpleite gegen den 1. FC Heidenheim angesichts von nun schon sieben Spielen ohne Sieg Trainer Kenan Kocak und Sportdirektor Gerhard Zuber zum Krisengespräch und erhöhte damit den Druck auf die Verantwortungsträger.

Kinds vertrauen in Verantwortungsträger bröckelt

Die Zusammenkunft war ein weiteres Indiz für Kinds bröckelnde Rückendeckung für Kocak und Zuber. Zwar ließ sich Kind von der Medienabteilung vor dem Nordduell am Mittwoch bei Holstein Kiel lediglich mit dem Satz "Die volle Konzentration gilt gemeinsam den nächsten Spielen“ zitieren, doch lässt sich das Maß der Unzufriedenheit des Vereinsbosses mit einer längst schon wieder verlorenen Saison im Kampf um die Rückkehr unschwer erahnen. Schließlich hatte Kind vor Beginn der Spielzeit mit Blick auf die Qualität des Kaders einzig den Erstliga-Aufstieg als akzeptables Ziel ausgegeben.

Das war für die Niedersachsen schon vor der gründlich misslungenen Wiedergutmachung für die vorangegangene Heimblamage gegen Schlusslicht Würzburger Kickers längst unerreichbar geworden, doch sorgte der neuerliche Nackenschlag gegen Heidenheim für weitere Zweifel an Kinds Vertrauen besonders in Kocak.

Der Coach selbst schien sich schon kurz nach Abpfiff seiner zunehmend brenzligen Situation bewusst zu sein. "Es ist sehr bitter für uns, mit leeren Händen dazustehen“, sagte Kocak auf der Homepage des Klubs und verwies etwas hilflos auf den unglücklichen Spielverlauf mit dem aberkannten Treffer zur 2:1-Führung und den Schwächen bei Standards.

Ebenso ratlos wirkte Marcel Franke. "Ich denke, in der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft“, äußerte der Abwehrspieler etwas trotzig. Auch Franke beklagte das mangelnde Spielglück: "Wir machen die Tore nicht. Es hat leider nicht gereicht.“

Nächstes Spiel in Kiel: Verlieren verboten

Ob Kinds Geduld noch reicht, dürfte spätestens durch eine weitere Niederlage bei Pokal-Halbfinalist Kiel sehr infrage stehen. Tatenlos jedenfalls wird der 96-Patron dem anhaltenden Sinkflug der Niedersachsen vermutlich nicht mehr lange zusehen.

Einzig der Blick auf die Tabelle verhindert derzeit noch drastische Maßnahmen. Bei zehn Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone besteht akut kein Handlungsbedarf.