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KSC-Coach Eichner sauer: "Schützen unser Tor nicht mit unserem Leben“

© imago images / Michael Schwarz

Scheinbar seelenruhig und gefasst ließ Christian Eichner die 1:3e-Pleite des Karlsruher SC bei Fortuna Düsseldorf noch einmal Revue passieren – dann brach der Frust aus dem Coach der Badener über den verlorenen Anschluss zur Spitzengruppe vergleichsweise heftig heraus. "Wir schützen momentan unser Tor nicht mit unserem Leben“, schrieb Eichner seinem Team ins Stammbuch und stellte seinem Team bis zum Pokalspiel am Mittwoch bei Bundesligist Bayer Leverkusen eine härtere Gangart an.

"Wenn Du nicht scharf bist….“

Nach dem Rückschlag geriet Eichners Analyse in der Pressekonferenz zur einer regelrechten Gardinenpredigt für seine Spieler. "Wenn Du nicht wach bist, nicht bereit, nicht klar und nicht scharf bist, dann interessiert keinen Menschen, ob Du mit acht Stürmern spielst“, begründete der 38-Jährige seine beinahe drohend klingende Ankündigung von Arbeit "an einigen systemunabhängigen Dingen“ bis zur nächsten Reise an den Rhein.

Eichner ärgerte sich über die unnötigen Nachlässigkeiten nach dem vorübergehenden Ausgleich der Gäste nach dem frühen Rückstand durch ein Eigentor. Durch das dritte Saisontor von Marvin Wanitzek (22.) schien der KSC zurück im Spiel, beging aber vor allem nach der Pause gegen die wieder aufkommenden Platzherren überflüssige Fehler. "Wenn man in dieser Liga den Spielverlauf hergibt, ist das tödlich, und wenn man gegen Fortuna Düsseldorf den Spielverlauf hergibt, ist das doppelt tödlich“, bilanzierte der Ex-Spieler mit erkennbarem Unmut.

Dabei hatte Eichners Team durchaus erhoffte Qualitäten gezeigt. "Düsseldorf macht es ganz hervorragend, dem Gegner den Ball in Bereichen zu überlassen, in denen nicht über Tore und Punkte entschieden wird. Trotzdem fiel unser Tor für sie überraschend, und es ist auch ein Charakterzug meiner Mannschaft, dass sie immer auf der Lauer ist, zurückzukommen“, fand der KSC-Trainer auch lobende Worte.

Wanitzek: "Verteidigungsverhalten eine Katastrophe“

Doch für die anschließenden Unzulänglichkeiten in der Defensive wie etwas bei Düsseldorfs entscheidendem Tor Nummer drei nach rund einer Stunde hatte Eichner keinerlei Verständnis: "Da waren wir nur Begleitschutz.“

Immerhin zeigten sich seine Spieler vor der Heimfahrt selbstkritisch. "Das war definitiv ein gebrauchter Tag. Wir haben keine Zweikämpfe richtig geführt, waren immer zweiter Sieger“, meinte Torschütze Wanitzek und fand noch eine Ursache für den Dämpfer: "Das fängt in der Kommunikation an. Unser Verteidigungsverhalten war eine Katastrophe.“

Nach dem dritten Spiel ohne Sieg in den vier Begegnungen seit dem Erfolg bei Bundesliga-Absteiger Schalke 04 steht Karlsruhe nach dem Gastspiel in Leverkusen in der Liga unter Druck. Im Verfolger-Duell am Sonntag gegen den SC Paderborn benötigt Eichners Mannschaft zumindest für weiteren Sichtkontakt zur Aufstiegszone idealerweise wieder ein Erfolgserlebnis.