• Facebook
  • Twitter

KSC-Sensation im Pokal: "Gebe den Glückwunsch an die Kabine weiter"

© IMAGO / Team 2

Sensation geschafft! Mit einem 2:1-Sieg in Leverkusen zieht der Karlsruher SC ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Die Mannschaft verteidigte tiefer, als es sich Cheftrainer Christian Eichner vor der Partie vorgestellt hatte. Trotzdem wurden die Badener für ihren Fleiß belohnt – allen voran Innenverteidiger Daniel Gordon.

"KSC hat den Fehler erzwungen"

Am Ende der Pressekonferenz bot Christian Eichner den Leverkusenern seine Nummer an, er wäre auf dem Handy stets erreichbar und würde Auskunft über die Qualität in der 2. Bundesliga geben. Was genau es mit dieser scherzhaften Bemerkung auf sich hat, blieb Eichners Geheimnis. Offensichtlicher war die Freude über das überraschende Weiterkommen gegen Bayer 04 Leverkusen. "Ich gebe den Glückwunsch zu einem sensationellen Sieg hier im Pokal an die Kabine weiter", machte der Übungsleiter unmissverständlich klar, wie stolz er an diesem Abend auf seine Mannschaft war.

Die Tore von Lucas Cueto (4.) und Kyoung-rok Choi (63.) ebneten den Weg für den 2:1-Erfolg beim Europa League-Teilnehmer. Günstige Zeitpunkte, wie Eichner nach Abpfiff fand. Der frühe Treffer sowieso, aber wichtiger war sogar noch die erneute Führung der Karlsruher – kurz nach dem Ausgleich. "In solchen Momenten ist es oft so, dass der Höherklassige den Schwung und die Leichtigkeit bekommt, um den Kleinen rauszudrücken", überlegte Eichner. "Gerade in dieser Phase hat sich die Manschaft herausragend gewehrt. Und bevor einer von einem katastrophalen Fehler des Leverkusener Torhüters spricht, kann man es im Leben auch mal andersherum sehen. Der KSC hat hoch attackiert und den Fehler erzwungen."

Routinier lobt den KSC-Charakter

In der Tat hatten die Karlsruher durch hohes Anlaufen bewirkt, dass Lukas Hradecky einen Ball innerhalb des eigenen Strafraums genau in Chois Füße spielte – der Siegtorschütze ließ sich nicht zweimal bitten. Auf der Gegenseite wurde Abwehrchef Daniel Gordon nicht weniger für seine Leistung gefeiert. "Wir wurden heute für harte Arbeit und viel Fleiß belohnen können. Es war ein unglaubliches Spiel für uns. Das Matchglück war heute natürlich ganz klar bei uns, aber wir wussten schon vorher, dass wir das brauchen", erklärte der 36-Jährige nach Abpfiff. Unverdient sei der Sieg aber nicht.

Gerade nach der vorherigen Niederlage in Düsseldorf (1:3) habe das Team die richtige Antwort gegen einen Bundesligisten geben können. Gordon war stolz auf seine Mannschaft: "Wir haben aber auch in der Vergangenheit nach Niederlagen immer wieder unseren Charakter gezeigt. Wir wollten heute auch unbedingt wieder zeigen, dass wir Charakter und einen hohen Teamgeist haben." Und das, obwohl der KSC unüblich verteidigte. "Wir sind sehr oft sehr tief gestanden. Tiefer, als uns lieb gewesen wäre. Wir haben in einem Bereich verteidigt, den die Mannschaft zwar kennt, in dem sie sich aber nicht 100-prozentig wohlfühlt", räumte auch Eichner ein. Das ermöglichte Top-Chancen für Leverkusen, doch am Ende jubelte Karlsruhe. Eichner selbstbewusst: "In Summe waren alle Zutaten im Topf, um so eine Sensation zu schaffen."