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"Lucky Loser“ Heidenheim vor der Relegation: "Wir wollen die Sensation“

© imago images / Eibner

Als „Lucky Loser“ par excellence will der 1. FC Heidenheim nach dem Einzug in die Bundesliga-Relegation gegen Werder Bremen das "Geschenk“ des Hamburger SV auf die Chance zum Aufstieg entschlossen nutzen. "Wir gehen nicht in diese Spiele, um zu schauen, was passiert. Wir wollen die Sensation“, gab Trainer Frank Schmidt die Parole für die Duelle mit den Hanseaten aus.

„Haben uns die Punkte über die gesamte Saison verdient“

Nachdem die 0:3-Niederlage im letzten Punktspiel bei Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld nur durch die gleichzeitige 1:5-Heimpleite des HSV gegen den SV Sandhausen folgenlos geblieben war und der FCH seinen dritten Platz in der Abschlusstabelle behauptet hatte, sahen die Ostwürttemberger denn auch keinen Grund für kleinlaute Freude über ihren Coup. "Wenn man zweimal den Hamburger SV schlägt, dann stehst du zu Recht vor ihnen und spielst zu Recht die Relegation“, sagte Kapitän Marc Schnatterer auf der Vereinshomepage und lag damit auf einer Linie mit seinem Coach: "Unsere 55 Punkte haben wir uns über die gesamte Saison verdient. Daran sollten wir uns hochziehen.“

Dieses Selbstbewusstsein soll die Vorbereitung auf die beiden wichtigsten Spiele der Vereinsgeschichte auch mehr prägen als die Erinnerung an die tatsächlich schwache Vorstellung auf der Alm. "Jetzt haben wir die Chance in zwei Endspielen, in denen alles auf null gedreht wird“, meinte Torhüter Kevin Müller. Auch Klubchef Holger Sanwald richtete den Blick erwartungsvoll auf das Hinspiel am Donnerstag an der Weser: "Gegen Bremen werden das neuen Spiele, das ist eine ganz andere Situation. Wir haken das Spiel ab und wollen es gegen Bremen besser machen.“

"Vielleicht nicht verkehrt, einen auf den Sack zu bekommen“

Schmidt wertete die Lektion durch die Arminia unterdessen für die kommenden Tage bis zum ersten Showdown mit den Hanseaten sogar als womöglich hilfreich. "Natürlich stellt man sich, bevor man in die Relegation geht, so ein letztes Spiel in der regulären Saison ganz anders vor. Aber vielleicht war es gar nicht verkehrt, vor dem Neuland Relegation zur Bundesliga, wenn die Uhren auf null gestellt werden, richtig einen `auf den Sack´ zu bekommen“, sagte der dienstälteste Coach im deutschen Profi-Fußball.

Umso mehr aber kreisten seine Gedanken bereits um das Kräftemessen mit dem ebenfalls nur sehr glücklich noch in die Ausscheidungsspiele gerückten Favoriten von der Weser: "Wir wissen, auch aus dem Pokal, dass das gegen spielstarke Bremer extrem schwierig wird. Aber auch die Spiele müssen erst einmal gespielt werden“, erinnerte Schmidt an das 1:4 seiner Elf in der zweiten Pokal-Runde Ende Oktober vergangenen Jahres bei Werder. Einen nochmaligen Einbruch wie in Bielefeld kann sich Schmidt allerdings nicht vorstellen: "Wir schnaufen durch und bereiten uns in Ruhe auf Bremen vor, um am Donnerstag ein anderes Gesicht zu zeigen.“