"Mentalitätsmonster" schüren FCK-Euphorie: "Geilstes Spiel der Saison"

Nach dem nächsten Comeback-Sieg des 1. FC Kaiserslautern gab sich auch Vereins-Ikone Hans-Peter Briegel ganz der immer weiter Kreise ziehenden Euphorie um die Pfälzer hin. "Das" meinte der Europameister von 1980 nach dem 3:1-Erfolg der Roten Teufel bei Hannover 96 trotz eines Pausenrückstands "das war das geilste Spiel der Saison."

Bester Aufsteiger seit fünf Jahren

Die Begeisterung des FCK-Aufsichtsratsmitgliedes an den Mikrofonen von Sport1 und Sky war aufgrund des vierten Erfolgs der Überraschungsmannschaft der Saison in Serie nur allzu gut nachvollziehbar. So gefestigt präsentierte sich das auf fremden Plätzen weiter unbesiegte Team von Trainer Dirk Schuster, dass Briegel vorsorglich lieber erst einmal den Mahner geben mochte: "Man muss immer dämpfen, weil wir Aufsteiger sind und erst einmal 40 Punkte haben müssen. Wir müssen auf dem Boden bleiben."

Bei aller Bodenständigkeit jedoch scheint ein brutaler Absturz des Ex-Meisters mit der Verwicklung in den Kampf um den Klassenerhalt selbst theoretisch kaum noch möglich. Im Gegenteil. Kaiserslautern bestätigte durch das sechste Spiel nacheinander ohne Niederlage (16 Punkte) seinen Platz als erster Verfolger des Führungstrios in der Aufstiegszone. Die Treffer von Julian Niehues (49.), Terrence Boyd (66.) un Philipp Hercher (90.+7) machten die stärkste Auswärtself der Liga außerdem mit ihrer bisherigen Ausbeute von 32 Zählern auch zum besten Aufsteiger nach 18 Spielen seit fünf Jahren.

Außer auf dem Platz scheinen die Pfälzer reif für höhere Weihen. Nicht ohne Grund nannte Schuster seine Mannen "Mentalitätsmonster", denn schon zum fünften Mal in der laufenden Spielzeit wandelte sein Team einen Rückstand in einen Erfolg um. "Niemand hat den Kopf unten, wir wissen immer, dass wir zurückkommen können", zitierte "das Fanportal "Der Betze Brennt" den Ausgleichstorschützen Niehues zum entsprechenden Bestwert im Unterhaus. "Das ist krank“, meinte Boyd dazu staunend.

Schuster: "Wissen, woher wir kommen"

Der Torjäger beeinflusste die Begegnung mit seinem achten Saisontreffer entscheidend. "Ich mache ja eigentlich mehr so richtige Drecksdinger, deshalb ist es cool, dass ich zur Abwechslung mal ein schönes Tor schieße", kommentierte der 31 Jahre alte US-Amerikaner im Sport1-Interview seine erfolgreiche Volleyabnahme zur Lauterer Führung.

Für Boyd, der die besonnene Vorgehensweise seiner Mannschaft im zweiten Abschnitt für entscheidend hielt ("Wir wollten taktisch nicht sofort ausrasten und nicht direkt mit der vollen Kapelle angreifen"), waren allerdings die 8.000 mitgereisten FCK-Anhänger an der Leine erneut ein kaum weniger wichtiger Erfolgsfaktor. "Was die abziehen: Hannover kommt raus, und gefühlt buht das ganze Stadion – das ist nicht normal.“ Auch Briegel fühlte sich an die legendäre Unterstützung der FCK-Fans in seiner Profi-Zeit erinnert: "Wieder gut 10.000 Anhänger auswärts dabei – das haben andere Vereine nicht einmal bei Heimspielen."

Der Rückhalt der Fans lebt momentan natürlich besonders durch den Traum vom Aufstieg in die Bundesliga. Schuster will dem Anhang die Hoffnung zwar nicht nehmen, aber dennoch vorerst nicht von der Rückkehr ins Oberhaus sprechen: "Mir ist egal, wie wir von außen betrachtet werden", sagte der Coach: "Wir wissen, woher wir kommen. Dass die Fans und das Umfeld träumen. ist auch normal. Für uns ist aber die Prämisse, dass wir die 40 Punkte voll machen." Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am kommenden Samstag gegen Holstein Kiel.

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