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Mintal nach Klatsche: "Haben richtig auf die Fresse bekommen"

© imago images / Zink

Nach der Trennung von Damir Canadi sollte beim 1. FC Nürnberg eigentlich alles besser werden, doch am Sonntag verloren die Franken auch mit Interimscoach Marek Mintal deutlich mit 1:5 gegen Armina Bielefeld. Der Frust war nach dem Spiel nicht nur bei den Fans groß.

Eine verheerende Viertelstunde

Nach einem blutleeren Auftritt in der letzten Woche bei der 1:3-Niederlage gegen Bochum zog der Absteiger aus Nürnberg die Reißleine und trennte sich von Cheftrainer Damir Canadi. Marek Mintal übernahm die Mannschaft vorerst und wollte die Trendwende einleiten. Vier Wechsel sollten ihm bei seinem Vorhaben helfen: Petrak und Lohkemper, die gar ihre Debüts in der Anfangsformation gaben, sowie der genesene Sorg und Valentini ersetzten Jäger, Dovedan, Kerk und Nürnberger. Nürnberg startete flott in die Partie und doch kam der Gast aus Bielefeld zur Führung. Hartherz legte zurück auf Clauss, der mühelos den 18-jährigen Keeper Willert überwinden konnte (10.). Fünf Zeigerumdrehungen und zwei Torschüsse von Voglsammer (13.) und Klos (15.) später, stand es dann auch schon 0:3 und das Spiel war bereits entschieden.

Auch die Fehleranalyse von Kapitän Hanno Behrens blieb beim 0:2 stehen. Beim ersten Gegentore habe die Hintermannschaft zu naiv verteidigt und beim 0:2 hätte eher verteidigt werden müssen. Schwerer als die spielerischen Fehler schien die derzeitige mentale Verfassung zu sein. Behrens fügte hinzu: "Es ist für das Selbstbewusstsein natürlich nicht hilfreich, wenn du zu Hause so verlierst. Es ist heute ein absoluter Scheiß-Tag."

"Jeder ist jetzt persönlich gefragt"

Zwar kam Nürnberg nach der Pause über Innenverteidiger Sörensen noch zum Anschluss (59.), doch Bielefeld antwortete dank Klos wieder eiskalt (60.) und erhöhte in Person von Yabo sogar noch auf 1:5 (73.). Den Fehler bei der Trainerumstellung zu suchen, blieb den Spielern fremd. Sie nahmen sich gegenseitig in die Pflicht. "Jeder ist jetzt persönlich gefragt, wie man aus der Situation rauskommt. Wir brauchen nicht groß reden, Marek hat uns gut eingestellt", verortete Valentini die Schuld klar bei den Spielern. Die Tore seien seiner Meinung nach klar auf individuelle Fehler zurückzuführen gewesen.

Marek Mintal fasste seinen mehr als missglückten Einstand mit einer ordentlichen Portion Resignation zusammen: "Wir haben heute richtig auf die Fresse bekommen. Die Mannschaft muss in den nächsten Tagen zielstrebig arbeiten und beim nächsten Spiel ein anderes Gesicht zeigen." Während Bielefeld durch das 5:1 die Tabellenspitze einnahm, verweilt Nürnberg auf einem heiklen 14. Platz mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang. Es bleibt nun die Länderspielpause, um vermutlich einen neuen Trainer vorzustellen. Favorit auf den Posten scheint hierbei Markus Anfang zu sein. Dann treffen die Nürnberger im Frankenderby auf Greuther Fürth. Eine Chance, sich mit den wütenden Fans zu versöhnen, sofern die Nürnberger tatsächlich ein anderes Gesicht zeigen können.