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Nach nur einem Jahr: Schalke 04 kehrt in die Bundesliga zurück

IMAGO / Uwe Kraft

Königsblau ist wieder erstklassig! Ein Jahr nach dem dramatischen Absturz ins Unterhaus hat der FC Schalke 04 den direkten Wiederaufstieg am Samstagabend mit einem 3:2-Erfolg nach 0:2-Rückstand gegen den FC St. Pauli – am Ende in doppelter Überzahl – perfekt gemacht und darf nun sogar von der Meisterschaft träumen. 

Sieben Siege in acht Spielen

Es gibt einen Schalker, der ist wirklich immer dabei. Der leidet immer mit, der freut sich immer mit. Maskottchen Erwin, der Knappe. Der musste sich auf Schalke schon vieles angucken, besonders in den letzten Jahren. Aber diesen Samstagabend wird er wohl nicht mehr vergessen. Durch den 3:2-Erfolg gegen St. Pauli ist Schalke zurück in der Bundesliga, nachdem der SV Darmstadt 98 in Düsseldorf (1:2) patzte. Mit insgesamt 62 Punkten sind die Königsblauen vor dem letzten Spieltag nicht mehr von den direkten Aufstiegsplätzen zu verdrängen.

Der Jubel bei Trainer Mike Büskens, den sieht man auf Schalke sowieso gerne jubeln sieht, kannte keine Grenzen. Das war vor 25 Jahren beim Uefa-Cup-Sieg schon so, das ist heute immer noch so. Am 26. Spieltag hatte Euro-Fighter "Buyo" das Traineramt interimsweise von Dimitrios Grammozis übernommen – und fiel direkt aufgrund einer Covid-19-Erkrankung aus. Die Gelsenkirchener Hoffnungen waren zu dem Zeitpunkt schwindend. Doch es folgte eine Serie von sieben Siegen aus acht Spielen, die den Traum wahr werden ließen. Ein weiteres Denkmal ist Büskens gewiss. Selbstverständlich wird es neben dem von Simon Terodde stehen.

Terodde, Publikumslieblinge und Grammozis

29 von 70 Toren gehen auf das Konto des Zweitliga-Rekordtorschützen – das sind über 40 Prozent aller Treffer der Gelsenkirchener. Zum vierten Mal in seiner Karriere wird sich der gebürtige Bocholter die Torjägerkanone im Unterhaus sichern. Auf den 34-Jährigen war zu jedem Zeitpunkt der Saison Verlass. Genauso, wie eigentlich auf alle Neuzugänge der Königsblauen. Denn kaum ein Sommer-Transfer bekam weniger als 1.000 Einsatzminuten. Zu Publikumslieblingen wurden auch Thomas Ouwejan, Marius Bülter oder Rodrigo Zalazar. Kaum verwunderlich, dass S04-Sportdirektor Rouven Schröder zwischenzeitlich höherklassig umworben wurde.

Dabei kriselte es in der Saison auch mächtig. Das lange Festhalten an Dimitrios Grammozis wäre den Königsblauen beinahe um die Ohren geflogen, die Geduld der Fans war aufgrund der destruktiven Spielweise unter dem Deutsch-Griechen oftmals aufgebraucht. Klar ist aber, dass auch Grammozis einen relevanter Anteil am Aufstieg zugerechnet werden muss – immerhin zwölf Siege gingen auf das Konto des Ex-Coaches. Es waren eher die kleineren Ausrutscher – die in der 3:4-Pleite gegen Rostock zugegebenermaßen dramatisch gipfelten -, die zunehmend für Unmut sorgten. Doch der 43-Jährige bewahrte Stil und drückte dem Revierklub die Daumen. Nun ist es geschafft – und nach nur einem Jahr ist der Deutsche Vizemeister von 2017/18 trotz aller Widrigkeiten wieder zurück im Oberhaus. Auch das ist Qualität.