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Neuhaus dämpft Erwartungen: "Geht nicht mit Handauflegen"

Mit positiven Reizpunkten will Uwe Neuhaus als neuer Trainer bei Arminia Bielefeld für eine Trendwende sorgen. An seinem ersten Arbeitstag auf der Alm als Nachfolger des entlassenen Luxemburgers Jeff Saibene packte der 59-Jährige seine neuen Spieler gleich bei der Ehre und forderte das Team damit geradezu zu einer Trotzreaktion im nächsten Spiel am Freitag bei Holstein Kiel heraus.

"Spieler können beweisen, wie stark sie sind"

"Die Mannschaft ist sicher stärker, als es die momentane Tabellensituation wiedergibt. Ob sie so stark ist, wie es der vierte Platz in der vorigen Saison vorgab, dahinter sehe ich ein kleines Fragezeichen. Aber die Spieler können mir gerne beweisen, dass sie wirklich so stark sind", sagte Neuhaus bei seiner Vorstellung. Den erfolgreichen Verlauf der vergangenen Saison, in der die Ostwestfalen die Aufstiegsrelegation nur knapp verpassten, hält der frühere Profi aber grundsätzlich für eine Ursache der Misere in der laufenden Spielzeit: "Vielleicht ist es sogar normal im Fußball, aber oft führt bei Vereinen solch ein Saisonergebnis dazu, dass Erwartungen geschürt werden, die nur schwer zu erfüllen sind.“

Nach einer bewussten Pause seit seiner Entlassung bei Bielefelds Ligakonkurrent Dynamo Dresden vor etwas mehr als drei Monaten sieht sich Neuhaus bei der Arminia am richtigen Platz. "Man braucht ja nur auf meine Vita zu schauen“, erinnerte der Coach an seine vorherigen Engagements bei Borussia Dortmund, Rot-Weiß Essen, Union Berlin und Dresden, "das sind alles Vereine mit Emotion, mit Leidenschaft und mit Historie."

Offensivfußball mit Risiken und Chancen

Für die Begegnung in Kiel will Neuhaus in der kurzen Vorbereitungszeit besonders am Selbstbewusstsein der seit zehn Pflichtspielen sieglosen Mannschaft arbeiten. "Ich erhoffe mir, dass wir mehr Mut zu Ballbesitz zeigen und mit mehr Mut und Mumm nach vorne spielen."

Wunder seien allerdings im Gastspiel bei den Störchen nicht zu erwarten: "Ich kann versprechen, dass noch nicht alles perfekt sein wird. Es ist ja auch nicht so, dass durch Handauflegen oder Fingerschnipsen direkt ein anderes Spiel zustande kommt." Zweifellos auch wolle er die Stärken, die seine neue Mannschaft auch unter seinem Vorgänger Saibene hatte, weiter nutzen. Mittelfristig will Neuhaus mit seiner neuen Mannschaft "Offensivfußball mit Risiken und Chancen" spielen lassen: "Ich habe mich für diese Art Ballbesitzfußball mit zielstrebigem Zug zum gegnerischen Tor entschieden, weil die Chancen dabei überwiegen.“

Voraussichtlich Neuverpflichtungen in der Winterpause

Für die aus seiner Sicht notwendigen Umstellungen benötigt Neuhaus nach eigener Einschätzung nicht allzu viel Zeit. "Ich habe ja oft genug gegen Arminia gespielt, um die meisten Spieler und ihre Stärken zu kennen."

Neuhaus stellte für die Winterpause auch schon die Verpflichtung zusätzlicher Spieler in Aussicht. "Der Verein ist fortschrittlich genug, um eine vernünftige Jahresplanung aufzustellen. Aber natürlich haben wir in den Gesprächen vor der Vertragsunterzeichnung auch darüber gesprochen, in welchen Bereichen noch Bedarf besteht, etwas zu machen."