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Paderborns Heimfluch für Kwasniok "zum Mäusemelken“

IMAGO / Jan Huebner

Über dem SC Paderborn liegt offenbar ein Heimfluch: Die bittere 1:2-Last-Minute-Pleite gegen den Hamburger SV bedeutete für die Ostwestfalen schon die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Spielen vor eigenen Fans – und zunächst auch den Verlust des direkten Kontakts zur Aufstiegszone.

"Gegen Ingolstadt starten wir eine Erfolgsserie“

Mit der Tabellenkonstellation hielt sich SCP-Coach Lukas Kwasniok in seiner Enttäuschung über die anhaltende Misere auf heimischem Platz auch gar nicht lange auf. „Es ist zum Mäusemelken“, ärgerte sich der 40-Jährige in der Pressekonferenz über den obendrein insgesamt tatsächlich recht unglücklichen Nackenschlag.

So sehr nervte den Coach der Gegensatz zwischen der Durststrecke in eigener Arena (insgesamt fünf Punkte) und der glänzenden Bilanz der besten Auswärtsmannschaft der Liga in fremden Stadien (insgesamt 13 Punkte), dass Kwasniok im Sky-Interview gedanklich das nächste Spiel am Sonntag bei seinem Ex-Klub Karlsruher SC übersprang und entschlossen schon Pläne für das nachfolgende Heimspiel am 6. November (Samstag) gegen Aufsteiger FC Ingolstadt schmiedete: "Mir wäre auch lieber, dass wir zuhause neun Punkte hätten und auswärts auch. Ab dem nächsten Heimspiel gegen Ingolstadt wollen wir eine Erfolgsserie starten.“

Eine Verbesserung seiner Heimbilanz könnte Paderborn zur Unterstreichung seiner Ambitionen auch gut brauchen. Durch nur einen Punkt in vertrauter Umgebung seit dem bislang einzigen Heimsieg vor schon mehr als zwei Monaten und auch nur einem Sieg in den vier Begegnungen seit der erstmaligen Eroberung der Tabellenführung ist der Ex-Bundesligist im Aufstiegsrennen mittlerweile deutlich zurückgefallen: Vier Punkte liegt der SCP bereits hinter Erstliga-Absteiger Schalke 04 auf dem Aufstiegsrelegationsrang zurück und sogar fünf Zähler hinter Jahn Regenburg auf dem ersten Aufstiegsplatz. Spitzenreiter FC St. Pauli ist sogar schon sieben Punkte enteilt, nachdem Paderborn als Tabellenführer noch einen Zähler Vorsprung auf den Kiez-Klub hatte

Hünemeiers Einsatz "nicht von dieser Welt“

Kwasniok mochte seiner Mannschaft aber praktisch keinerlei Vorwürfe machen – im Gegenteil. "Wir waren ein sehr, sehr guter Verlierer. Ich bin stolz, Trainer dieser Mannschaft sein zu dürfen“, sagte der Ex-Profi und begründete seine Anerkennung mit dem Aufritt seines Teams besonders nach dem frühen 0:1-Rückstand: Nach dem Ausgleich durch das fünfte Saisontor von Felix Platte (38.) "hatte ich sogar das Gefühl, dass wir das Spiel vielleicht schon gedreht haben könnten. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit, wie wir zurückgekommen sind und uns nicht einigelt haben". Ein Sonderlob erhielt Abwehrroutinier Uwe Hünemeier: "Wie er sich reingeworfen hat, das ist nicht von dieser Welt.“

Umso ernüchternder fiel für Kwasniok letztlich doch noch in der vierten Minute der Nachspielzeit Hamburgs Siegtreffer durch Tommy Doyle: "Ich dachte bereits, dass schon nichts mehr passieren wird. Aber es passiert eben doch gegen einen Gegner, der einen Leihspieler von Manchester City in der Schlussminute bringen kann, der den Ball dann auch doch noch reindrückt.“