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Pyro, Platzsturm, Extase: So feierte Schalke den Aufstieg

IMAGO

Der FC Schalke 04 ist wieder da! Nur ein Jahr nach dem Abstieg sind die Königsblauen zurück in der Bundesliga. Nach der furiosen Aufholjagd beim 3:2 nach 0:2 gegen den FC St. Pauli brachen alle Dämme. Hier die Stimmen und Impressionen.

Terodde weint vor Glück

Am Ende saß niemand mehr. Die rund 60.000 Schalke-Fans in der ausverkauften Veltins-Arena klatschten, feuerten ihr Team an, bangten – und rissen die Hände nach oben, als Schiedsrichter Marco Fritz die Partie um 22:26 Uhr nach einer siebenminütigen Nachspielzeit endlich abpfiff. Es war geschafft. Schalke kehrt nach nur einem Jahr in die Bundesliga zurück.

Während es viele Spieler direkt mit dem Schlusspfiff noch gar nicht richtig greifen konnten und die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, sank Top-Torjäger Simon Terodde zu Boden und weinte Tränen der Freude und Erleichterung.

Parallel stürmten die ersten Fans friedlich den Platz, feierten mit ihren Aufstiegshelden und sicherten sich Souvenirs wie Teile des Rasens, des Tornetzes – oder gleich den ganzen Torpfosten.

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"Es musste genau so kommen"

Aufstieg nach einem Zwei-Tore-Rückstand – mehr Drama geht kaum. Typisch Schalke eben. "Es musste genau so kommen, wie es heute gekommen ist, für die Schalker Seele. Das ist ein Gefühl – unfassbar, was hier abgegangen ist auf dem Feld. Galaktisch, das ist einfach für uns so was Schönes. Das ist bewegend, denn wir haben so viel Arbeit reingesteckt", jubelte Sportdirektor Rouven Schröder im T-Shirt mit der Aufschrift "Glück Auf Steiger". "Unfassbar, was hier abgegangen ist. Die Jungs waren auf den Punkt da. Das Schöne ist: Ich habe keine Haare mehr, die können mir also nicht mehr ausfallen."

Auch Trainer Mike Büskens, der die Königsblauen mit sieben Siegen aus acht Spielen zum Aufstieg führte, konnte es kaum fassen: "Überleg' mal, was hier die letzten zwei Jahre losgewesen ist: Du gewinnst nichts, steigst sang- und klanglos ab, hast keine Mannschaft – und dann entwickelt sich da so ein Haufen, wo jeder bereit ist, für den andern Gas zu geben."

"Sowas erlebt man nicht jeden Tag"

Einer davon war Darko Churlinov, der den Treffer zum 2:2-Ausgleich vorbereitete: "Das ist der Wahnsinn. Sowas erlebt man nicht jeden Tag. Ich bin hergekommen mit einem großen Ziel, das haben wir geschafft. Ich habe keine Panik bekommen, auch nach dem 0:2, weil ich wusste, dass wir es schaffen können. Wir waren gar nicht so schlecht in der 1. Halbzeit, fand ich." Danny Latza sagte: "Wir machen heute die Nacht zum Tag. Heute ist alles scheißegal, wir gehen heute steil ohne Ende. Wir wussten, was vor dem Stadion und im Stadion abgehen wird. Wir wollten es extrem und haben es erzwungen."

Nach den ersten Feierlichkeiten verschwand die Mannschaft zunächst in der Kabine, um dann mit einem Bierkasten zurück ins Stadion zu kommen und mit den Fans vor der Nordtribüne zu feiern.

Spieler feiern mit den Fans

Hinterher waren die Spieler auf der Tribüne und feierten dort gemeinsam mit den Fans weiter – so sehr, dass die Ordner dagegenhalten mussten.

Es war der Auftakt zu einer langen Party-Nacht. "Von diesem Abend werden wir noch in ein oder zwei Jahrzehnten sprechen", meinte Büskens, dem die obligatorische Bierdusche auch auf der Pressekonferenz nicht erspart blieb.

"Wir werden so Gas geben, wie es sich gebührt. Man hat nur ein Leben – und das werden wir heute feiern", kündigte Schröder derweil an. Erst in der Nacht leerte sich das Stadion langsam – zurückblieben deutliche Spuren einer wilden Party.

In der Innenstadt ging die Party derweil noch weiter.

Wie heiß die Fans auf den Aufstieg waren, zeigten sie schon vor Anpfiff mit einer riesigen Pyroshow.

Mehrere Fans bei Platzsturm verletzt

Beim Platzsturm verletzten sich nach Polizeiangaben unterdessen mehrere Fans. Sie seien "von Rettungskräften vor Ort erstversorgt und anschließend mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht" worden. Bei einer Rangelei mit einem Schalke-Fan wurde zudem ein Polizist verletzt. Insgesamt wurden 20 Strafanzeigen erstattet, unter anderem wegen Körperverletzung, Beleidigung und Diebstahls. Zudem wurde laut Polizei während des Spiels 144 Mal Pyrotechnik gezündet.