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"Rote Karte objektiv unberechtigt": Keine Sperre für Arminia-Coach Forte

IMAGO / Jan Huebner

Nach seiner Roten Karte im Spiel gegen den SV Sandhausen wird Arminia Bielfelds Trainer Uli Forte nicht weiter bestraft. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Mittwoch mitteilte, wird der 48-Jährige keine Innenraumsperre bekommen. Das Verfahren wurde auf Antrag des DFB-Kontrollausschusses eingestellt. Damit kann der Trainer seine Mannschaft am Sonntag (ab 13.30 Uhr) im Spiel gegen Jahn Regensburg betreuen.

Keine Spielverzögerungsabsicht

Forte war am vergangenen Samstag in der 44. Minute der Partie gegen den SV Sandhausen von Schiedsrichter Michael Bacher wegen "einer vermeintlichen Spielverzögerung mit der Roten Karte bedacht worden. Der Trainer hatte einen ins Seitenaus springenden Ball mit einer Schlagbewegung wieder zurück aufs Spielfeld befördert, während ein Balljunge dem zum Einwurf bereitstehenden Spieler des SV Sandhausen schnell einen Ersatzball zuwarf", schilderte der DFB seine Sicht der Dinge.

Doch nach Auswertung der Fernsehbilder und einer Stellungnahme des Schiedsrichters "gehen Kontrollausschuss und Sportgericht des DFB nicht von einer Spielverzögerungsabsicht des Bielefelder Trainers aus, zumal seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt 0:1 zurücklag und in der konkreten Spielsituation auch nicht der geringste Anlass für eine vorsätzliche Spielverzögerung erkennbar ist", begründete der Verband, weshalb das Verfahren eingestellt wurde. "Forte habe vielmehr den Ball zur schnellen Spielfortsetzung ins Spiel zurückbringen wollen und nicht wahrgenommen, dass ein Balljunge bereits einen Ersatzball zugeworfen habe."

"Rote Karte objektiv unberechtigt"

Deshalb sie aus Sicht des Kontrollausschusses und des Sportgerichts "eindeutig und zweifelsfrei, dass die Rote Karte objektiv unberechtigt war und auf einem offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters beruht, weshalb das Verfahren eingestellt und die Vorsperre aufgehoben wurde".

Hätte der DFB eine andere Sicht auf die Szene gehabt, wäre Forte automatisch für mindestens ein Spiel mit einem Innenraumverbot belegt worden. Denn die FIFA stellt die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters prinzipiell unter besonderen Schutz. Aber : "Nach §13 Nr. 2 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB existiert eine einzige Ausnahme: wenn eine Rote Karte eindeutig und zweifelsfrei auf einem offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters beruht", so der DFB.