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Schultz justiert die Feinheiten: "Ohne lange Bälle einen xG-Wert von 0,2"

© IMAGO / Zink

Zum Auftakt präsentierte sich der FC St. Pauli torhungrig und machte die Treffer zum richtigen Zeitpunkt. Dennoch sieht Cheftrainer Timo Schultz weiterhin Verbesserungspotential, zumal sich die Personallage entspannt. Das könnte insbesondere der Abwehrzentrale zur Stabilisierung helfen. Gedanken über die Torschützen machte sich der Übungsleiter dagegen nicht.

Nemeth und Amenyido noch nicht dabei

Gegen Nürnberg ebneten drei Treffer (24., 37., 39.) den Weg zum Sieg, obwohl die Franken die Partie in der zweiten Hälfte noch auf ein knappes Ergebnis stellten. FCSP-Cheftrainer Timo Schultz war sich sicher: "Ohne die langen Bälle hinter unsere Kette hätte Nürnberg wahrscheinlich einen xG-Wert von 0,2 gehabt." Daran will der Übungsleiter weiter arbeiten, denn in der defensiven Stabilität war bei den Kiezkickern noch Luft nach oben. Möglicherweise kann Sommer-Neuzugang Betim Fazliji, der bereits in der Schlussminute gegen den FCN debütierte, helfen: "In der zentralen Defensive kann er alle Positionen sehr gut ausfüllen, den größten Bedarf hätten wir momentan in der Innenverteidigung. Gerade im Spiel mit dem Ball ist er richtig gut, auch sein direkter Punch im Zweikampf ist hervorragend."

Darüberhinaus stehen weitere Personalien wieder zur Verfügung. So wird Ersatztorwart Sören Ahlers wieder auf der Bank sitzen, auch Marcel Beifus hat seine Rotsperre aus der Vorsaison abgesessen. "Bei David Nemeth und Etienne Amenyido habe ich die leise Hoffnung, dass sie nächste Woche auch wieder an den Ball kommen und so den nächsten Schritt Richtung Mannschaftstraining gehen können", fügte Schultz an. Grundsätzlich habe der Übungsleiter einige Alternativen parat, die sich aufzwingen dürfen. Schultz hielt aber auch fest: "Wenn man die Leistung, die Herangehensweise und das Ergebnis sieht, dann kann ich verraten, dass es nicht allzu viele Wechsel geben wird."

"Ist für uns das alles Entscheidende"

Das betrifft dann auch die Offensivreihe. Zwar blieben Igor Matanovic und Johannes Eggestein als Stürmer ohne Treffer, doch dahinter punktete Lukas Daschner als Vollstrecker und Vorlagengeber. Schultz relativierte die Ansprüche im Sturmzentrum. "Ich werde nicht anfangen, die Stürmer an Toren zu messen. Es geht um die Art und Weise, wie sie sowohl mit als auch gegen den Ball für die Mannschaft arbeiten. Das ist für uns das alles Entscheidende", so der Fußballlehrer. Wer sich dann in die Torschützenliste einträgt, sei für den St. Pauli-Coach zweitranging. "Jeder Trainer hat natürlich gerne Stürmer, die treffen. Was die Feinabstimmung ganz vorne angeht, können wir noch unsere Schritte gehen", so Schultz trotzdem.

In Hannover ist somit jeder Kiezkicker wieder eingeladen, um die Tore zu markieren. Das war im Vorjahr nicht gelungen. "Gerade das Rückspiel mit den beiden verschossenen Elfmetern war schon kurios. Es war ein Tag, an dem wir noch ne Stunde hätten spielen können und wir hätten kein Tor geschossen", erinnerte sich Schultz zurück. Doch die Situation ist eine neue, die Mannschaften haben sich verändert.

Daher dachte der 44-Jährige auch gerne auf entferntere Ergebnisse zurück: "Ich erinnere mich lieber an das Jahr davor, wo wir den Bock in Hannover umstoßen konnten. Das sind Sachen, die man sich ins Gedächtnis zurückrufen sollte." Leichter wird es dadurch am kommenden Samstag (20:30 Uhr) in Hannover nicht. Denn Schultz weiß: "Die Art und Weise, wie Stefan Leitl in Fürth hat spielen lassen, versucht er auch auf Hannover zu übertragen. Je mehr Spiele sie machen, umso mehr werden sie es drin haben. Wenn sie erst einmal eingespielt sind, wird es noch schwerer gegen sie."