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SCP gegen den Abstieg: "Würde gerne sagen, dass wir um andere Sachen spielen"

© IMAGO / Ulrich Hufnagel

Ein Sieg aus den letzten sieben Spielen ist für SCP-Cheftrainer Steffen Baumgart Grund genug, um den Abstiegskampf in Ostwestfalen auszurufen. Als warnendes Beispiel nannte der Übungsleiter den SC Paderborn selbst, der schon einmal von einer ähnlichen Aufholjagd profitierte. Von den Leistungen her hatte Baumgart seiner Mannschaft allerdings nur wenig vorzuwerfen – dafür aber entscheidendes.

"Möglich, das aufzuholen"

Zweiter oder Letzter – die letzten sieben Jahren sprechen beim SC Paderborn eine eindeutige Sprache von Freud und Leid. In dieser Saison wird es wohl erstmals wieder ein Mittelding für die Ostwestfalen, doch das Ziel ist für Steffen Baumgart bei 31 Punkten nach 24 Spielen nicht erreicht. "Weil ich gesehen habe, wie wir in letzter Zeit gepunktet haben", verwies der SCP-Coach vor dem Montagabendspiel beim FC St. Pauli auf die magere Ausbeute der Vorwochen, in denen die Paderborner nur noch sechs Punkte aus sieben Partien holte. Baumgart legte die Samthandschuhe ab: "Wir können uns auch weiter drüber unterhalten, dass wir einen sicheren Vorsprung haben. Aber ich kenne Situationen, wo wir diese Punkteabstände noch gelöst haben."

Das beste Beispiel ist der SC Paderborn selbst. Im Aufstiegsjahr 2018/19 holten die Ostwestfalen einen Riesen-Rückstand auf den Hamburger SV auf, der stattdessen die Bundesliga-Rückkehr verpasste. "Es ist möglich, das aufzuholen, deswegen müssen wir ihn vergrößern", forderte Baumgart von seiner Mannschaft angesichts des aktuellen Acht-Punkte-Vorsprungs gegenüber dem VfL Osnabrück auf dem Abstiegs-Relegationsrang. Auch, wenn das im Umfeld nicht überall gut ankommt – was auch Baumgart selbst betrifft: "Ich würde gerne sagen, dass wir auch um andere Sachen spielen. Das tun wir nicht, deswegen müssen wir uns auf den Klassenerhalt konzentrieren."

Baumgart kritisiert "98 Prozent"

Mit einem Sieg gegen den FC St. Pauli will der SCP diesem einen Schritt näher kommen. Problematisch ist möglicherweise, dass der kommende Gegner aktueller Tabellenführer der Rückrunde ist. "Diese Wende hat viel damit zu tun, dass man an den Prinzipien des Fußballs festgehalten hat. Gleichzeitig hat man sich sehr gut verstärkt und ein Spieler wie Burgstaller ist nach langer Verletzung zurückgekehrt", verwies Baumgart auf die Fähigkeiten und Entscheidungen, welche die Hamburger zuletzt so stark gemacht haben. Der SCP platziert sich seinerseits im Tabellenkeller, wenn es nur um die Ergebnisse der Rückrunde geht.

Doch Baumgart ist von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt. "Leistungstechnisch wäre das drin gewesen. Wir haben aber Punkte zu leicht abgegeben", ärgerte sich der 49-Jährige über die aktuelle Ausgangslage, die er beispielhaft an der 2:3-Niederlage gegen Darmstadt verdeutlichte: "Wir haben eine Viertelstunde nicht zu uns gefunden, alles andere hat gepasst. Das habe ich den Jungs auch so deutlich gesagt, auch woran es liegt. Mit 98 Prozent wird das nichts." Am Montagabend gilt die volle Konzentration daher wieder dem dreifachen Punktgewinn. Während Dennis Srbeny nach einem Trainingsabbruch wohl rechtzeitig fit wird, bleibt hinter Aristote Nkaka (Oberschenkelprobleme) ein Fragezeichen stehen. Nicolas Bürgy (Kopfverletzung) wird dagegen definitiv fehlen.