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St. Pauli: Mehr Freude über die Null als über die Eins

© IMAGO / Jan Huebner

In der Tabelle auf der Anzeigetafel im Millerntor-Stadion prangte für den FC St. Pauli groß und hell die Eins. Doch nach dem 1:0-Heimerfolg gegen den potenziellen Aufstiegsrivalen 1. FC Heidenheim herrschte bei den Gastgebern weniger Freude über die die zumindest vorläufige Rückeroberung der Spitzenposition als über Kunststück, nach beinahe fünf Monaten einmal wieder in einem Pflichtspiel ohne Gegentor geblieben zu sein.

Erstmals seit fast fünf Monaten ohne Gegentor

Im Lager der Hamburger machte Trainer Timo Schultz denn auch Schlussmann Nikola Vasilj und der Defensive ein verdientes Kompliment. "Ein Riesenlob an die Mannschaft, die viele Sachen gut wegverteidigt hat. Die Jungs haben sich sehr gut abgesichert, sie hatten eine gute Kommunikation auf dem Platz. Es spricht für Nikola Vasilj, aber auch für die gesamte Abwehr und vor allem für die Abwehrarbeit der gesamten Mannschaft, dass wir endlich wieder zu Null gespielt haben“, erklärte der Coach anerkennend auf der Vereinshomepage.  Zuletzt hatten die Norddeutschen das in ihren 18 Pflichtspielen seit dem 4:0 auf eigenem Platz am 24. Oktober 2021 gegen Aufsteiger Hansa Rostock nicht mehr geschafft.

Die Bedeutung der wiedergewonnenen Sicherheit für die Tabelle ließ Schultz aber natürlich auch erkennen. "Das wird für den Saisonendspurt auch wichtig sein, dass wir noch stabiler werden und noch weniger zulassen.“

Seine Mahnung kommt vor den letzten sieben Saisonspielen nicht von ungefähr. Mit 37 Gegentoren war St. Pauli als schwächste Abwehr aller sieben Aufstiegsanwärter in den Spieltag gestartet. Noch mehr Sorgen aber musste Schultz machen, dass für seine Mannschaft im ausgesprochen engen Rennen um die drei Plätze in der Aufstiegszone nur der viertbeste Wert bei der Tordifferenz zu Buche steht – die bei einer zunehmend wahrscheinlicher wirkenden Punktgleichheit mit einem Konkurrenten den Ausschlag geben würde.

"Toreschießen hat uns stark gemacht“

Als effektivste Versicherung gegen dieses nur schwer kalkulierbare Risiko stockte St. Pauli sein Punktekonto durch das zehnten Saisontor von Daniel-Kofi Kyereh (67.) maximal auf. Durch den zehnten Erfolg vor den eigenen Fans – Ligabestwert – festigte der Kiezklub mindestens noch für die Dauer der anstehenden Länderspielpause seinen Platz im Führungstrio. "Das war ein guter Schritt“, bewertete Schultz den dritten Sieg in den vergangenen vier Spielen ohne Niederlage.

Für das nächste Spiel am 2. April (Samstag) in Rostock ("Da wird es heiß hergehen“) kündigte der Coach allerdings auch wieder mehr Offensivschwung an: "Wir sind eine Mannschaft, die nach vorne spielen, kreativ, frech und mutig sein und Tore schießen will. Das haben wir das ganze Jahr gemacht und das hat uns stark gemacht.“