S04-Boss über hitzige Diskussionen: "Müssen auch mal Feuer löschen"

Der FC Schalke 04 befindet sich weiter im Umbruch. Vorstandsvorsitzender Matthias Tillmann möchte den früheren Spitzenklub wieder in die Bundesliga führen - langfristig und nachhaltig. Dafür braucht es Geduld, erklärte der 40-Jährige im Interview mit dem "kicker". Auch bei den Verantwortlichen, denn hitzige Diskussionen zwischen Kaderplaner Ben Manga und Sportdirektor Marc Wilmots müsse man "hier und da auch mal löschen".

Tillmann scheut "harte Entscheidungen" nicht

Fünf Spieler haben die Königsblauen bereits verpflichtet, fünf neue Nachwuchskicker bekommen einen Profivertrag. Zehn Abgänge sind bekannt. Dazu wird das Trainerteam stark verändert, der Staff rund um Cheftrainer Karel Geraerts wird auf eine langfristige Planung ausgelegt. Beim FC Schalke 04 wird gerade viel verändert, neu aufgestellt und umstrukturiert. Das klappt nicht immer reibungslos, wie die Spekulationen über Spannungen zwischen Ben Manga und Marc Wilmots bekräftigen. Auch Vorstandsvorsitzender Matthias Tillmann stellte im "kicker"-Interview klar: "Es ist auch gut, dass es leidenschaftliche Diskussionen gibt. Reibung erzeugt Wärme. So heißt es und so ist es auch."

Von völliger Harmonie sei auf Schalke daher nicht die Rede. Soll und muss es auch nicht, fand Tillmann. "Solange man die gut einsetzt, ist es eine optimale Konstellation. Sicher wird man hier und da auch mal ein Feuer löschen müssen, wenn zu viel Wärme entsteht, aber das ist völlig in Ordnung, solange jeder immer das große Ganze im Blick hat", erklärte der 40-Jährige, der seit knapp sechs Monaten im Amt ist. Unter seiner Regie findet der große Umbruch bei den Königsblauen statt. Das große Ziel? Natürlich die Bundesliga. Dafür wolle Tillmann vor nichts zurückschrecken: "Wir haben bereits durch unsere vielen Änderungen Situationen erlebt, die nicht einfach waren. Da hat sich schon gezeigt, dass es auch dann funktionieren kann, wenn man harte Entscheidungen treffen muss."

Aufstieg nicht in der kommenden Saison erwartet

Die Rückkehr in die Bundesliga soll nachhaltig geplant werden. Sprich, sie soll dauerhaft werden. "Da muss man jetzt am Anfang viel Geduld mitbringen", so Tillmann. Die Transferstrategie sei bewusst auf Spieler ausgelegt, die "noch keine großen Namen haben, sondern Entwicklungspotenzial bieten". Dadurch wolle Schalke einen Kader aufbauen, der bei einem Aufstieg auch in der höheren Spielklasse ohne enorme Veränderungen bestehen kann. Ob das "vielleicht im nächsten, vielleicht im übernächsten Jahr" der Fall sein wird, konnte Tillmann nicht vorhersagen.

"Wir können nicht erwarten, dass wir am 1. Spieltag mit einer eingespielten Truppe an den Start gehen. Es wäre falsch, den Fans das zu suggerieren", wusste auch der 40-Jährige, dass der aktuelle Umbruch seine Tücken hat. "Ich glaube, dass wir erst im Laufe der Saison realistisch einschätzen können, wohin die Reise gehen kann." Der Anspruch, dass Schalke in der kommenden Saison im oberen Drittel mitspielen möchte, sei trotzdem klar. "Das muss der Anspruch von Schalke 04 sein und so ist auch das Budget aufgestellt", legte sich Tillmann fest. Trotzdem hatte gerade die zurückliegende Saison gezeigt, was für Gefahren im Saisonverlauf entstehen können. Auch da musste S04 schon vieles löschen.

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