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VAR vor Einführung: DFB-Videochef Drees optimistisch

© imago

Wenn Stuttgart und Hannover die Zweitliga-Saison 2019/20 am Freitagabend (20:30 Uhr) eröffnen, dann wird es für sie nichts Neues sein: Der Videobeweis. Die Ex-Bundesligisten kennen das technische Hilfmittel des Schiedsrichters bereits, ab dem 1. Spieltag der neuen Saison ist es auch Alltag im Unterhaus. DFB-Videochef Jochen Drees ist optimistisch.

"Überzeugt, dass es gut laufen sollte"

Der "VAR", wie der Video Assistant Referee in abgekürzter Form genannt wird, erhält mit dem Anstoß zwischen dem VfB Stuttgart und Hannover 96 am Freitagabend seinen ersten Auftritt in der 2. Bundesliga. Dort gehört der Videobeweis in der kommenden Saison zum Programm, die Zweitligisten ließen ihre jeweiligen Stadion-Anlagen ausbauen. Trotzdem werden im "Kölner Keller" deutlich weniger Kamerabilder über die Bildschirme flimmern. "Die Erfahrung der ersten beiden Jahre in der Bundesliga zeigt, dass die Video-Assistenten zumeist auf Kameras zugegriffen haben, die es auch in der 2. Liga gibt", beruhigt DFB-Videochef Jochen Drees gegenüber "sky", dass weniger Kameras in den Stadien zu einem schlechteren VAR führen würden.

"Ich bin davon überzeugt, dass es grundsätzlich gut laufen sollte", zeigt sich Drees sogar optimistisch, dass die Einführung des Videobeweises in der 2. Bundesliga reibungsloser laufen wird, als ihr generelles Auftauchen im Profi-Fußball. Dort ist der VAR von vielen Fans immer noch umstritten. Acht Kameras werden das Spielgeschehen in Echtzeit einfangen, um bei Schiedsrichter-Entscheidungen eingreifen zu können – in der Bundesliga sind es 20. Drees sieht darin auch einen Vorteil: "Der Arbeit der Video-Assistenten kommt es vielleicht entgegen, da sie sich auf die entscheidenden Einstellungen konzentrieren können, um den Schiedsrichter auf dem Feld bestmöglich zu unterstützen."

Drees ermutigt zur Akzeptanz

Hätte, wenn und aber gehören der Vergangenheit an: "Vielleicht" wollen die Fans nicht hören, darauf müssen sich Jochen Drees und sein Video-Team auch in der 2. Bundesliga einstellen. Wenn der Videobeweis dabei ist, soll er auch funktionieren. Daran hat der DFB-Videochef auch keinen Zweifel: "Wir haben jetzt einen größeren Erfahrungsschatz bezüglich der technischen Komponenten, beispielsweise im Bereich der Bild- und Tontechnik. Die Erfahrungen aus dem Bundesligabetrieb kann man weitestgehend in die 2. Liga transferieren, da sollte es also weniger Probleme geben."

Schon in den vergangenen Jahren lief der Videobeweis in der 2. Bundesliga mit, allerdings im "Offline"-Modus zu Schulungszwecken. Und auch jetzt betont Jochen Drees, dass trotz Videobeweis immer noch Menschen hinter den Entscheidungen stehen. "Alle neuen Video-Assistenten haben in Tests und Schulungen Erfahrungen gesammelt. Aber es ist etwas völlig anderes, ob man bei einem Testspiel relativ entspannt vor dem Monitor sitzt oder ob man im Livebetrieb gefordert ist, wenn man weiß, dass man mit seiner Arbeit in das Spiel eingreift", zeigt sich der Videochef zwar zufrieden mit der Vorbereitung, hofft aber gleichzeitig auch auf das Verständnis des Zuschauers. Stammtisch-Debatten würde es sonst wohl auch keine mehr geben.