"Grammozis raus"-Rufe beim FCK: Hengen vermeidet Bekenntnis

Nach einer starken ersten Halbzeit brach der 1. FC Kaiserslautern am Samstagabend im Heimspiel gegen Paderborn ein und verlor das Spiel mit 1:2. Im Stadion hörte man im Anschluss laute "Grammozis raus"-Rufe. Der Trainer möchte weiter kämpfen, ein klares Bekenntnis vom Verein gab es allerdings nicht.

"Beste Halbzeit, die wir gespielt haben"

"Die erste Halbzeit war top, es war die beste Halbzeit, die wir gespielt haben", stellte Dimitrios Grammozis zunächst die Leistung in Halbzeit eins auf der Pressekonferenz heraus. Die Mannschaft habe sehr engagiert gespielt, es allerdings verpasst die Führung auszubauen. Kritik äußerte er gegenüber Schiedsrichter Martin Petersen. Ein Elfmeter nach einem vermeintlichen Foul Puchacz in der 40. Minute wurde nach Videobeweis wieder zurückgenommen. "Meiner Meinung nach war das ein Foul, was der Schiedsrichter daraus macht ist seine Sache", befand er zu der Szene. Bei nur einem Tor Unterschied, würde der Gegner auch immer noch Hoffnung schöpfen.

In der zweiten Halbzeit habe man dann nicht mehr die Energie und die Ballgewinne gehabt. Dadurch habe man die Spielkontrolle verloren und Paderborn hätte den Gastgebern mit den Bällen in die Tiefe immer wieder Probleme bereitet. "Der Elfmeter hat uns dann das Selbstvertrauen aus der ersten Halbzeit genommen", sagte Grammozis zum verwandelten Handelfmeter von Kinsombi. Das auch das 1:2 nach einem Standard fiele, sei sehr bitter.

"Dann brauchen die sich nicht wundern"

Dass Lippenleser seine Ansprache an die Mannschaft beobachtet hätten, kritisierte Grammozis scharf. "Dann brauchen die Reporter sich nicht wundern, wenn wir nur noch die Hand vor den Mund nehmen", kritisierte er. Die Lippenleser hätten unter anderem gesehen, dass Grammozis zur Mannschaft sagte "Das nehme ich auf mich". Auf Nachfrage wollte sich der Trainer zu dem Inhalt der Ansprache nicht äußern.

Die lauten "Grammozis raus"-Rufe wären "natürlich nicht schön", sagte er. Aber er könne die Fans verstehen, dass diese nicht glücklich über die Situation seien. Dies könne man nur durch positive Ergebnisse beeinflussen. Allgemein würde er nun "keine Untergangsstimmung verbreiten". Immerhin habe die Mannschaft kein katastrophales Spiel gemacht gegen eine sehr gute Mannschaft, und das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Gegen Nürnberg müsse man nun die Leistung aus der ersten Halbzeit länger auf den Platz bringen.

"Wir haben die Stimmungslage gehört"

Kaiserslautern Boss Thomas Hengen vermied ein klares Bekenntnis. Die Aussagen fasste Der Betze brennt zusammen. "Wir haben die Stimmungslage gehört. Aber nach einem solchen enttäuschenden Spiel macht man keine Aussagen nach links oder rechts. Wir werden uns zusammensetzen und das Spiel analysieren, wie wir es immer tun, und auch die Jungs aufbauen", sagte Hengen zu den Rufen vom Publikum und der aktuellen Situation. "Der Trainer ist die ärmste Sau, er hatte schon von Anfang an wenig Standing hier, warum auch immer. Aber du musst Ergebnisse liefern, das weiß ich, der Trainer, die Mannschaft."

Auch der Technische Direktor Enis Hajri zeigte sich sehr enttäuscht. Man müsse nun akzeptieren, dass man unten angekommen sei und jedes Spiel sei nun ein Endspiel. Außerdem müsse man auch die 13 Uhr Spiele auf einem Nachmittag genauso engagiert, wie die Abendspiele angehen. "Die Leistung in der zweiten Halbzeit kann ich nicht akzeptieren und auch nicht nachvollziehen. Wir müssen das Spiel in der ersten Hälfte zumachen. Ich kann mir auch nicht erklären, warum wir dann so nachlassen", zeigte er sich schockiert über den Leistungsabfall nach der Pause. Wenn die Mannschaft ihr Potential abrufe, sei er überzeugt vom Klassenerhalt. Zu dem Trainer wollte er sich nach dem Spiel nicht äußern: "Das ist jetzt Quatsch direkt nach dem Spiel. Wir sind im Moment alle enttäuscht, die Zuschauer, die Spieler und wir."

"Wir müssen zusammenhalten"

Kapitän Jean Zimmer zeigte ebenfalls Verständnis für die Stimmungslage bei den Fans: "Die Fans haben ihren Unmut kundgetan, was man niemandem übel nehmen kann. Die letzten Monate waren für keinen einfach und dann ist klar, dass nach einer weiteren Niederlage Unruhe aufkommt. Es ist brandgefährlich jetzt. Wenn Rostock gewinnt, sind wir Vorletzter. Das ist gefährlich genug, egal wie die Stimmung ist. Wir müssen zusammenhalten, so gut es geht. Wenn wir jetzt anfangen, uns gegenseitig zu zerfleischen, wird es noch schwerer", sagte er. Am nächsten Sonntag geht es für Kaiserslautern weiter. Um 13:30 Uhr müssen sie auswärts beim 1. FC Nürnberg antreten.

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