Hansa nach 0:3-Pleite ernüchtert: "Haben komplett versagt"

Im Kellerduell des 24. Spieltags unterlag der FC Hansa Rostock mit 0:3 gegen Kaiserslautern. Dabei zeigte der FCH in einem 6-Punkte-Spiel erneut eine schwache Leistung vor heimischer Kulisse und musste sich dafür nach dem Spielende dem Frust der Fans stellen, die eine Aussprache forderten.

Kolke als einziger Fels in der Brandung

Eigentlich hatte Hansa die Chance, am Tabellennachbarn FCK vorbeizuziehen und den direkten Abstiegsplatz zu verlassen. Doch statt eines Befreiungsschlages offenbarte die Mannschaft eine Bankrotterklärung. "Wir haben außer Kolke komplett versagt", ging Trainer Merzad Selimbegovic hart mit seinen Spielern ins Gericht. Schon nach sechs Minuten kassierte Hansa den ersten Nackenschlag durch das 0:1 von Ragnar Ache. "Das nimmt dir komplett den Wind aus den Segeln raus. Du läufst nur hinterher." Danach leistete sich die Abwehr weitere Patzer und einzig Torhüter Markus Kolke bewahrte sein Team zunächst vor einem höheren Rückstand.

Der nächste Dämpfer folgte aber noch vor der Halbzeit: Verteidiger Oliver Hüsing kam zu spät und flog mit der zweiten Verwarnung vom Platz (37.). "Die gelb-rote Karte war nochmal ein Schlag ins Gesicht", verdeutlichte Selimbegovic. Nach dem Doppelwechsel zur Halbzeit hatte der Gastgeber seine beste Phase: "Wenn man überhaupt sagen darf, dass wir heute Fußball gespielt haben, dann war es in der Viertelstunde vor dem 2:0. Da hatten wir ein, zwei Balleroberungen, gut umgeschaltet und auch flach gespielt, was wir in der ersten Halbzeit gar nicht gemacht haben." Doch die Abschlüsse von Dressel (52.) und Fröling (61.) waren zu harmlos.

"Nicht akzeptabel, wie wir heute aufgetreten sind"

Zwischendrin lief der FCH immer wieder in Konter und so war es nur eine Frage der Zeit bis das 0:2 fiel. Danach war die Moral der Kogge endgültig am Boden: "Kolke hat uns lange im Spiel gehalten, aber nach dem zweiten Treffer hast du gemerkt, dass heute nichts mehr geht." Zudem merkte der Cheftrainer an, dass die Niederlage noch viel höher hätte ausfallen können. Unmissverständlich machte er klar: "Ich finde es nicht akzeptabel, wie wir heute aufgetreten sind. Es kann sein, dass du mal einen schnellen Gegentreffer kriegst und auch zwei oder drei Fehler machst, aber du musst dich dagegen wehren und das haben wir heute nicht geschafft."

Auch die bewusst gewählte offensive Ausrichtung ging nach hinten los: "Ich habe fast 6 Stürmer aufgestellt, weil ich nicht wollte, dass wir uns hinten reinstellen und dass wir nicht mit Angst agieren. Das war ein klares Zeichen, was wir heute zeigen wollten und leider haben wir das nicht auf dem Platz gesehen." In der Schlussphase stellten die Hansa-Fans ihre Unterstützung ein und brachten ihren Unmut zum Ausdruck "Das brauchen wir nicht in unserer Situation", meinte Selimbegovic, räumte aber ein: "Die Wut der Fans musst du verstehen. Wir müssen das über uns ergehen lassen, weil wir heute nicht das gemacht haben, was wir machen wollten. Dafür können wir uns nur entschuldigen." Die Rostocker müssen die deftige Niederlage nun schnell aus den Köpfen bekommen und den Fokus auf das nächste Abstiegsendspiel bei Eintracht Braunschweig richten, die nur zwei Punkte vor ihnen liegen.

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