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Ingolstadt wohl nicht mehr zu retten: "Es fühlt sich beschissen an"

IMAGO / Stefan Bösl

Der FC Ingolstadt rast immer weiter Richtung Abstieg aus der 2. Bundesliga. Nach der 0:1-Niederlage bei Holstein Kiel stehen die Schanzer sieben Spieltage vor Saisonende bei 13 Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 16 mit dem Rücken zur Wand. An eine Rettung glaubt fast niemand mehr. 

"Uns fehlt die letzte Geilheit"

FCI-Trainer Rüdiger Rehm machte in der Pressekonferenz nach dem Spiel keinen Hehl aus seiner Gefühlslage: "Es fühlt sich beschissen an", sagte der 43-Jährige und wusste wohl um die vergebene Chance, einen Restfunken an Hoffnung im Abstiegskampf zu entfachen. Dass es für die Oberbayern trotz einer engagierten Leistung wieder nicht zu einem Punktgewinn reichte, machte der Fußballlehrer vor Allem an der fehlenden Torgefahr aus. "Uns fehlt die letzte Geilheit einen Assist zu machen, ein Tor vorzubereiten. Uns fehlt die letzte Gier einen Treffer zu setzten" klagte Rehm. Der Fußballlehrer kritisierte die ausbleibende Abschlussqualität seiner Spieler, um anschließend ernüchternd festzustellen: "Wenn wir keine Tore schießen, werden wir keine Spiele gewinnen. Das reicht so nicht aus."

Als Gründe für die Niederlage führte der Coach der Ingolstädter aber noch weitere Faktoren auf. Zum einen waren die Windverhältnisse im Kieler Holstein-Stadion ein ausschlaggebender Punkt für Rehm. "Der Wind hat eine Rolle gespielt. Kiel war, was den Wind angeht, in der ersten Hälfte im Vorteil. Dadurch hatte sich das Spiel eher in unsere Hälfte verlagert", erläuterte der Fußballlehrer. Ausschlaggebend war aber sicherlich ein weiterer Grund. Kurz vor der Pause bekamen die Kieler Störche einen Elfmeter zugesprochen. Für Rehm war es eine "sicherlich unglückliche", aber keine Fehlentscheidung, wie er im Anschluss der Partie zugab. "Solche Elfmeter werden heutzutage einfach gegeben. Stürmer springen fast rein, um getroffen zu werden. Da hat man als Abwehrspieler keine Chance, selbst wenn man zurückzieht", versuchte Rehm zu erklären.

"Schwierig die passenden Worte zu finden"

Der Verursacher der spielentscheidenen Szene, Filip Bilbija, fand die Entstehung des Elfmeters ebenfalls "bitter". "Aus dem Spiel heraus habe ich es so wahrgenommen, als würde ich meinen Gegenspieler zwar leicht treffen, aber zugleich auch zurückziehen", schilderte der 21-Jährige seine Sicht der Dinge. Trotz der nachvollziehbaren Enttäuschung versuchte der Außenspieler etwas Positives aus der Partie mitzunehmen. "Wir machen immer weiter. Auch nach dem Rückstand haben wir wirklich alles versucht und waren über weite Strecken mit Kiel auf Augenhöhe", sagte Bilbija.

Sein Mitspieler, Torwart Robert Jendrusch, tat sich bei der Spielanalyse deutlich schwerer. "Es ist eine riesige Enttäuschung und schwierig hier die passenden Worte zu finden", begann der 25-Jährige und hielt fest: "Keiner von uns möchte verlieren, keiner von uns möchte absteigen." Auch wenn trotz einer "soliden Leistung" die vierte Niederlage in Folge am Ende stand, versuchte der Torhüter nicht aufzugeben: "In der Länderspielpause müssen wir jetzt Kraft sammeln und dann brauchen wir eine enorme Serie", gab er den Weg für die kommenden Wochen vor. Beginnen können die Schanzer die Serie in zwei Wochen. Dann ist Erzgebirge Aue zum Kellerduell zu Gast.