Analyse 1.FC Kaiserslautern: Ohne Lakic im Aufstiegskampf

Nach einer guten Hinserie wollte man in Kaiserslautern eigentlich wenig verändern und die Transferphase nur geringfügig nutzen. Am Ende stehen nun doch sieben Spielerwechsel und vor allem der Abgang von Kapitän und Toptorschütze Srdjan Lakic zu Buche. Auf der Gegenseite kehrt mit Simon Zoller der Goalgetter der Vorsaison zurück auf den Betzenberg. Was sich sonst während der Winterpause bei den Roten Teufeln getan hat, wer die Gewinner und Verlierer der Vorbereitung sind und wie die Prognose für die Rückrunde aussieht, verrät nun die liga2-online Analyse.

Transfers: Stürmer wechsel dich!

Insgesamt siebenmal wurde der 1.FC Kaiserslautern auf dem Transfermarkt tätig. Den Neuzugängen Erik Thommy (FC Augsburg), Matheusz Klich (VfL Wolfsburg) und Simon Zoller (1.FC Köln) stehen die Abgänge von Srdjan Lakic (SC Paderborn), Jan-Lucas Dorow (FSV Mainz 05 II), Stefan Mugosa (Erzgebirge Aue) und Steven Zellner (SV Sandhausen) gegenüber. Im Mittelpunkt steht fraglos der Abgang von Lakic. Der Kroate war Kapitän der Betze-Elf und mit sechs Toren und drei Vorlagen immerhin Top-Scorer der Hinserie. Dennoch war seine Leistung nicht unumstritten und seine Zukunft über die Saison hinaus ohnehin unklar. Die Rückkehr des Stürmers ist somit vorzeitig beendet und wird gefolgt vom nächsten Comeback auf dem Betzenberg: Simon Zoller kehrt zurück. Der Topstürmer der letzten Saison wurde für ein halbes Jahr vom 1.FC Köln zurückgeholt und soll die Lücke im Sturm schließen. Überhaupt wurde im Sturm aufgeräumt, da auch Mugosa und Dorow, die bislang wenig bis gar keine Einsatzzeiten bekamen anderswo Spielpraxis sammeln sollen. Beide könnten aber nach Leih-Ende wieder zurückkehren. Ansonsten besserte der FCK im Mittelfeld nach, besonders im Hinblick auf die Zukunft. Thommy und Klich sollen in der Rückrunde an die Mannschaft herangeführt werden und ab Sommer dann die wahrscheinlichen Abgänge der vielen Leih-Spieler mitkompensieren.

Testspiele: Starke Auftritte und gute Ergebnisse

Sechs Testspiele standen in der Vorbereitung auf dem Programm der Pfälzer. Nach einem erfolgreichen Jahresauftakt gegen Regionalligist SV Elversberg (5:1), besiegte der FCK im Trainingslager in Belek (Türkei) Ligakontrahent St.Pauli (1:0), den Bundesligisten FC Augsburg (2:1), sowie den schweizer Erstligisten FC St. Gallen (4:2) und kehrte mit weißen Weste zurück in die Pfalz. Einzig gegen Borussia Mönchengladbach mussten sich die Roten Teufel mit 1:3 geschlagen geben, zeigten aber dennoch eine ansprechende Leistung. Im abschließenden Test konnte dann gegen Kickers Offenbach nochmals gewonnen werden (3:0), womit also fünf Siege in der Vorbereitung zu Buche stehen.

Gewinner: Thommy bietet sich an – Stürmer-Duo will spielen

Schwer einen wirklichen Gewinner der Vorbereitung auszumachen. Auffällig zeigte sich jedoch Winter-Neuzugang Erik Thommy. Zwei Testspieltreffer und eine schnelle, auffällige Spielweise sollten ihn sogar zum Startelfkandidaten für den Pflichtspielstart machen. In jedem Fall setzt er auf den offensiven Außenbahnen die Konkurrenten wie Kevin Stöger, Karim Matmour oder Amin Younes unter Druck. Ebenfalls als Gewinner könnte man die Stürmer Philipp Hofmann und Sebastian Jacob bezeichnen. Durch den Abgang von Lakic sind die Karten auf der Sturmposition neu gemischt und beide können sich Chancen ausrechnen, zu Beginn den Vorzug gegenüber Neuzugang Zoller zu erhalten. Hofmann zeigte zum Ende der Hinserie ansteigende Form und traf im letzten Pflichtspiel gegen Sandhausen zum entscheidenden 1:0. Jacob tat sich im abschließenden Test gegen Offenbach mit einem Doppelpack hervor und ist überhaupt der beste Testspieltorschütze im Kader (13 Tore).

Verlierer: Sippel auf Abschiedstour

Kein klassischer Verlierer aber irgendwie die tragische Figur der Vorbereitung ist Torwart Tobias Sippel. Nach langjähriger Vereinstreue wird sein Vertrag wohl nicht verlängert und so steht die Nummer eins der Pfälzer vor einer Abschiedstournee für seinen Verein. Nachfolger Marius Müller sitzt ihm im Nacken und könnte bei einer eventuellen Schwächephase einspringen. Dennoch will Sippel alles geben und seine Zeit in Kaiserslautern mit einer erfolgreichen Rückrunde und dem möglichen Aufstieg beenden.

Startprogramm: Topspiel zum Start

Eine lange Anlaufzeit kann sich Kaiserslautern nicht erlauben, denn direkt zum Start der Restrunde wartet das Topspiel bei Aufstiegskonkurrent Eintracht Braunschweig (So. - 13:30). Besonders für die bislang auswärtsschwachen Pfälzer ein erster Meilenstein. In den folgenden Wochen stehen dann jedoch mit dem VfR Aalen, FSV Frankfurt, Greuther Fürth und Union Berlin erstmal Gegner aus anderen Tabellenregionen auf dem Plan.

Fazit & Prognose: Lautern bleibt oben

Zwar hat sich in der Winterpause einiges getan, aber dennoch wenig verändert auf dem Betzenberg. Der Abgang von Srdjan Lakic sollte das Offensivspiel wenig schwächen, da die Torgefahr ohnehin bereits auf mehreren Schultern verteilt ist und mit Simon Zoller ein würdiger Ersatz bereitsteht. Erik Thommy könnte das Mittelfeld noch gefährlicher und unberechenbarer machen. In jedem Fall feuert der Neuzugang den Konkurrenz in der Offensive weiter an, was sich sicherlich positiv auswirken kann. Auch die Rückkehr des zu Saisonbeginn überragenden Alexander Ring und Flügelspieler Marcel Gaus eröffnet weitere Möglichkeiten für Trainer Kosta Runjaic. Die spielerische Stärke sollte weiterhin herausragend sein und somit dürfte der 1.FC Kaiserslautern ein ernstes Wörtchen mitreden, wenn es am Ende um die Aufstiegsplätze geht. Entwickelt sich einer der Stürmer gar zum echten Goalgetter und hilft dabei die Auswärtsmisere zu beenden, ist sogar der Spitzenplatz drin. Aber: Nicht zu verachten sind auch die Unruheherde die sich in der Pfalz ansammeln. Intressant bleibt die Personalie Tobias Sippel, sowie die Vertragsverhandlungen mit einigen wichtigen Stammspielern. Karim Matmours Kontrakt läuft zum Saisonende aus und die beiden talentierten Innenverteidiger Willi Orban und Dominique Heintz haben lediglich Arbeitspapiere bis 2016 und könnten in den nächsten Monate durch Offerten anderer Vereinen abgelenkt werden. An Interessenten soll es bekanntlich nicht mangeln. Wichtig also, dass Sportchef Markus Schupp bei diesen Personalien schnell für Ruhe sorgt, um im Aufstiegskampf mögliche Ablenkungen zu vermeiden.

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