Derby zwischen Karlsruhe und Stuttgart elektrisiert Baden-Württemberg

Es ist für beide Fanlager und wohl auch für den Großteil der Spieler das Spiel der Saison. Am Sonntag empfängt der Karlsruher SC den VfB Stuttgart zum baden-württembergischen Derby im Wildpark. liga2-online.de nimmt die Partie unter die Lupe und wirft zudem einen Blick zurück auf die Partien der beiden Teams in der jüngeren Vergangenheit.
Fakten
Der VfB Stuttgart geht als klarer Favorit in die Partie. Auf Platz vier liegend hat das Team von Hannes Wolf acht Punkte mehr auf dem Konto als der KSC, der derzeit den zwölften Platz belegt. Der VfB wird wohl auch die gesamte Saison über ein Wörtchen im Kampf um die oberen Tabellenplätze mitsprechen; der Aufstieg ist das klare Ziel. Der KSC hingegen will sich nach einem schwachen Saisonstart nach und nach fangen und wird sich am Ende mit einem einstelligen Tabellenplatz schon zufrieden geben. 49 Mal trafen beide Mannschaften bisher aufeinander. Dabei hat der VfB mit 29 Siegen die Nase klar vorne. Der KSC konnte elf Mal als Sieger vom Platz gehen, neun Mal gab es eine Punkteteilung.
Letztes Derby sieben Jahre her
Ab der Saison 1987/1988 bis zur Spielzeit 1997/1998 spielten beide Teams in der ersten Bundesliga, sodass es in der Zeit jedes Jahr zu zwei Aufeinandertreffen beider Vereine kam. Danach dauerte es allerdings bis zur Saison 2007/2008 bis der KSC ins Fußball-Oberhaus zurückkehrte und es somit wieder zu einem Derby kam. Am vierten Spieltag empfingen die Karlsruher den VfB und konnten die Partie durch ein Tor von Tamas Hajnal mit 1:0 für sich entscheiden. Das sollte bis dato aber der letzte Derbysieg für die Badener bleiben. Im Rückspiel konnte sich der VfB zu Hause mit 3:1 durchsetzen. Auch in der darauffolgenden Saison 2008/2009 blieben die Karlsruher in beiden Partien chancenlos. Am fünften Spieltag siegte der VfB zu Hause, trotz einer 1:0-Führung des KSC durch Sebastian Freis, mit 3:1. Das Rückspiel in Karlsruhe und somit das bis hierher letzte Derby gewannen die Stuttgarter mit 2:0.
Erstmals in der zweiten Liga
Knapp siebeneinhalb Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen kommt es am Sonntag nun also wieder zu einem Landes-Derby. Diesmal gibt es allerdings ein Novum: Erstmalig treffen beide Teams in der zweiten Liga aufeinander. Während der KSC sich in dieser Liga auskennt und in der Saison 2014/2015 knapp in der Relegation zur ersten Liga scheiterte, ist der VfB durch den Abstieg ein Neuling in der Liga. Die Massen sind bereits elektrisiert, der Wildpark ist ausverkauft.
Vereine hoffen auf ruhiges Derbys
Leider kam es in der Vergangenheit auch immer wieder zu Auseinandersetzungen beider Fanlager. Der KSC hat im Vorfeld bereits reagiert und etwa Hass-Plakate der eigenen Fans entfernen lassen. Auch VfB-Cheftrainer Hannes Wolf zeigte sich gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ nicht begeistert von der Aktion der KSC- Fans: "Ich habe kein Verständnis für Hass im Fußball. Das ist nicht meine Welt.“ Tatsächlich sind beide Seiten bemüht, dass das Derby friedlich und ohne Krawalle abläuft, auszuschließen ist dies aber leider nicht. Die Anhänger können sich am Sonntag daher auf ein erhöhtes Polizeiaufkommen und längere Wartezeiten bei den Einlasskontrollen einrichten. Denn wenn ab 13:30 Uhr der Ball im Wildpark rollt soll es nur um das sportliche Kräftemessen gehen. Trotz aller Rivalität sind sich beide Vereine nämlich in einer Sache einig: Außerhalb des Platzes braucht dieses Kräftemessen niemand.